Schild für Maskenpflicht in Nürnberg
+
Wird die No-Covid-Strategie eingeführt, könnte es bald keine Maskenpflicht mehr in Nürnberg geben. (Symbolbild)

Pläne für Modellregion

Vom Lockdown zum Maske ablegen: Initiative will No-Covid-Modellregion Nürnberg

  • Leyla Yildiz
    vonLeyla Yildiz
    schließen

Ein Nürnberger legt ein Konzept für eine No-Covid-Strategie in der Metropolregion vor. Dafür müsste vorher das öffentliche Leben komplett herunter gefahren werden.

Nürnberg - Modellstädte wie Tübingen sind in Deutschland in aller Munde. Die Menschen in diesen Städten genießen gewisse Freiheiten, die den restlichen Bundesbürgern wegen der Corona*-Maßnahmen der Regierung verwehrt bleiben. Doch diese Städte haben auch Schattenseiten: In Tübingen ist beispielsweise die Sieben-Tage-Inzidenz wieder angestiegen und liegt über 100.

Von solchen Modellstädten hält der Nürnberger Thomas Pettinger dementsprechend recht wenig. Er arbeitet im Bereich der Digitalisierung von Medizin und hat jetzt mit einigen Mitstreitern ein ganz anderes Konzept für eine Modellregion erarbeitet. Sie wollen eine No-Covid-Modellregion für die Metropolregion Nürnberg* ins Leben rufen, wie Nordbayern.de berichtet. Um diese jedoch umsetzen zu können, wollen sie vorher einen harten Lockdown erreichen.

No-Covid-Strategie in Metropolregion Nürnberg: Von Lockdown auch freie Wirtschaft und Verwaltungen betroffen

Der hätte zur Folge, dass die Inzidenz auf ein Minimum gesenkt wird. Pettingers Idee nach sollten von dem Lockdown* auch die freie Wirtschaft und die Verwaltungen betroffen sein. „Das ist das Grundprinzip von No-Covid, dass wir eine möglichst niedrige Inzidenz erreichen“, sagte er laut Nordbayern.de.

Doch die Initiative hat noch weitere Schritte - vier sind es insgesamt. Als Erstes soll für Unternehmen, Schulen, Verwaltungen und die Menschen zu Hause eine Corona-Testphase beginnen. Zeitgleich startet die Ruhephase, wie es Pettinger nennt. Damit werden innerhalb von zwei bis drei Wochen die Kontakte der Bürger und die Mobilität heruntergefahren. So werden mindestens drei Inkubationszeiträume übersprungen.

Für No-Covid-Strategie in Nürnberg: ÖPNV und Autoverkehr sollen herunter gefahren werden

Wie Nordbayern.de berichtet, könnte diese Ruhephase laut Pettinger auch zu Betriebspausen in „engagierten Unternehmen“ führen. An oberster Stelle für den Initiator steht aber, mit den Menschen zu reden, dass es besser ist, während der Ruhephase nicht unterwegs zu sein. Dementsprechend würde der ÖPNV auf ein Minimum reduziert und der Autoverkehr nicht mehr attraktiv gemacht werden. Alle Geschäfte müssten nach den Plänen von Pettinger schließen, nur die Läden zur täglichen Versorgung dürften mit Zugangskontrollen auf machen.

Nach der Ruhephase beginnt die Absenkungsphase. Hier wären bereits erste Lockerungen wieder möglich - beispielsweise bei einer Inzidenz von 50 für die Schulen und unter 35 für die Außengastronomie. Tests bleiben laut Pettinger weiter bestehen. Das ultimative Ziel, die „Grüne Zone“, wäre eine Inzidenz unter 10. Das hätte zur Folge, dass alle Geschäfte, Kulturstätten und anderweitige Einrichtungen wieder „weitgehend normal“ öffnen dürfen, wie Nordbayern.de berichtet. Sogar ein Ende der Maskenpflicht wäre für Pettinger denkbar: Nämlich dann, wenn keine einzige Infektion mehr gemeldet wird. Diese Phase nennt sich Niedriginzidenzphase.

Im Video: Tübingen darf Modellstadt bleiben - trotz steigender Fallzahlen

No-Covid-Konzept in Nürnberg: Initiator sucht nach Unterstützern

Thomas Pettinger will seine Initiative nun in Nürnberg bekannt machen und aktiv um Unterstützung bei Unternehmen, Kulturschaffenden und Politikern bitten. Sein Wunsch wäre es, die No-Covid-Strategie so schnell wie möglich umzusetzen: Wenn die Metropolregion Nürnberg jetzt mit den Maßnahmen beginnen würde, hätte man schon bis zu Pfingsten die Phase der Niedriginzidenz erreicht. (ly) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Übrigens: Die wichtigsten Geschichten aus dem schönen Nürnberg gibt‘s jetzt auch in unserem brandneuen, regelmäßigen Nürnberg-Newsletter.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare