Zwei Intensivpflegerinnen versorgen einen Corona-Patienten.
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Die Kliniken in Nürnberg und Region rechnen mit immer mehr Corona-Patienten, die sich mit der B.1.1.7 Mutation infiziert haben.

Inzidenzwert schießt hoch

Corona-Mutation breitet sich in Nürnberg weiter aus - Kliniken in der Region in Sorge

  • vonTanja Kipke
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Kliniken in Nürnberg und Region sind besorgt: Die britischen Corona-Mutation B.1.1.7 breitet sich immer schneller aus.

Nürnberg - Der Sieben-Tage-Inzidenzwert* in Nürnberg steigt weiter. Die neuen Lockdown-Regelungen gelten seit Dienstag (16. März) in Nürnberg. Am Montag hat das Robert-Koch-Institut* (RKI) noch einen Wert von 116,1 gemeldet. Heute (16. März) liegt er nun schon bei 127,5. Das liege vor allem an der rasanten Ausbreitung der britischen Mutations-Variante des Coronavirus, wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet.

In Nürnberg* haben sich aktuell 35 Prozent der Menschen in Quarantäne mit einer Corona-Mutation* angesteckt, die meisten mit der britischen Variante B.1.1.7. Insgesamt seien das bisher 900 Fälle in Franken gewesen, berichtet die Gesundheitsreferentin Britta Walthelm dem BR. Sie rechnet mit einem stetigen Anstieg der Zahlen. „Die Fallzahlen werden steigen, da sind wir ganz im Bayern- und Bundestrend“, sagt sie gegenüber dem BR. Die Ausbreitung der B.1.1.7 Mutation habe nichts damit zu tun, dass mehr getestet werde, denn es gäbe auch mehr Menschen mit eindeutigen Symptomen.

Nürnberg: Corona-Mutation breitet sich aus - auch im Klinikum Nürnberg

Seit mehreren Wochen testet das Klinikum Nürnberg jeden Patienten mit positivem Corona-Test auf die Virusvarianten. Auch hier ist ein deutlicher Trend erkennbar. Von den rund 83 Patienten die derzeit in Behandlung sind, sei die Mutation aus Großbritannien bei rund 30 Prozent nachgewiesen worden. Es sei ein stetiger Anstieg in den vergangenen Wochen erkennbar, so Jörg Steinmann, Chefarzt des Instituts für Klinikhygiene, gegenüber dem BR.

Es sei sehr wichtig, sich weiterhin an die Hygiene- und Abstandsregeln zu halten. Jörg Steinmann appelliert: „Ungeschützte Kontakte müssen auf ein Minimum reduziert werden“. Nach Berichten zu Folge, hätten Menschen, die sich mit der britischen Mutation B.1.1.7 angesteckt haben, oft einen sehr schweren Krankheitsverlauf. Deutschlands Intensivärzten mache vor allem die schnelle Ausbreitung der britischen Variante große Sorgen, heißt es im Bericht des BR weiter. Die Ärzte der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin fordern daher die sofortige Rückkehr in den Lockdown.

Nürnberger Region: Zahlen der Corona-Mutation steigen auch in Fürth und Erlangen

Auch am Klinikum in Fürth* rechne man mit einem deutlichen Anstieg der Corona-Patienten, erklärt Pressesprecherin Carmen Brückner. Die steigenden Zahlen in Stadt und Landkreis Fürth würden bald im Klinikum ankommen. „Wir spüren das immer mit etwa zwei Wochen Verzögerung“, sagt sie dem BR. Von den aktuell 17 Corona-Patienten seien 13 mit der britischen Variante des Coronavirus infiziert. In der Stadt Fürth steigt der Anteil seit Tagen. Aktuell sind nach Angaben des Landratsamtes Fürth 103 Menschen mit B.1.1.7 infiziert, das sind 36 Prozent aller Neuinfektionen in Fürth, heißt es im BR Bericht.

Für Erlangen gelten ab Mittwoch (17. März) neue Lockdown-Regelungen, da die Stadt in drei aufeinander folgenden Tagen den Grenzwert 50 überschritten hatte. Am Klinikum Erlangen haben sich von den 27 Corona-Patienten etwa die Hälfte mit der britischen Mutation infiziert. Der Virologe Armin Enßer rechne damit, dass sich die Mutation durchsetzt und sich bald alle Covid-19-Patienten mit dem britischen Virus infizieren. Die Mutante sei einfach ansteckender, so Eßner gegenüber dem BR. (tk) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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