Ein Malteser Welpe steht auf einer bunten Picknick-Decke und schaut nach oben.
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Zehn Malteser Welpen wurden bei einem illegalem Tiertransport entdeckt. Das Nürnberger Tierheim kümmert sich um die Vierbeiner.

Wegen Corona-Pandemie

Tierheim Nürnberg fürchtet Hunde-Rückgaben - Tiere nur gegen Langeweile zugelegt?

  • vonTanja Kipke
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Das Tierheim Nürnberg fürchtet viele Hunde-Rückgaben. Wurden die Vierbeiner überstürzt während der Corona-Pandemie gekauft?

Nürnberg - Die meisten Freizeitaktivitäten sind seit Monaten wegen des Lockdowns nicht mehr möglich. Viele Menschen arbeiten im Homeoffice und haben dadurch auch mehr Zeit als vor der Corona-Pandemie*. Durch das Arbeiten im Homeoffice und die gestiegene Langweile entschieden zahlreiche Leute, sich ein Haustier anzuschaffen. Auch im Tierheim Nürnberg* ist die Nachfrage für Tiere gestiegen, so heißt es in einem Bericht von infranken.de.

Vor allem Hunde erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Das Tierheim ist seit einem Jahr leerer als sonst: „Es ist tatsächlich sowohl bei uns als auch bei anderen Tierheimen sehr ruhig“, erzählt die Chefin des Nürnberger Tierheims in einem Interview mit infranken.de. Und das, obwohl nicht jedes Tier direkt bei Interesse vermittelt wird. Man muss bestimmte Kriterien erfüllen und oft auch schon Erfahrung mit Hunden haben, um ein Hund aufnehmen zu können.

Nürnberger Tierheim: Sorge um große Rückgabe-Welle

Aber was passiert, wenn der Lockdown vorbei ist und die Leute ihren gewohnten Freizeitaktivitäten wieder nachgehen können? Oder wenn sie zurück ins Büro sollen und niemand mehr zuhause ist, um sich um den Vierbeiner zu kümmern? Das Tierheim fürchtet daher eine Welle an Rückläufen. „Die Befürchtung liegt sehr nahe, dass sich Menschen aus falschen Gründen für ein Haustier entschieden haben“, so die Chefin gegenüber infranken.de.

Die Tierschützer vermuten, dass vor allem Tiere abgegeben werden, die sich von unseriösen Züchtern und Händlern zugelegt worden sind. Diese Tiere fanden dann meistens bei Menschen ein zuhause, die noch keinerlei Erfahrung haben und durch die temporäre Schließung der Hundeschulen, auch keine Anlaufstelle haben. Daher kommen meist unerzogene Junghunde zurück, mit denen die Herrchen überfordert sind, so heißt es im Bericht von infranken.de weiter. An die Besitzer, die sich überstürzt ein Haustier angeschafft haben, hat die Chefin des Tierheims einen eindringlichen Appell: „Für einen Hund ist es das Schönste, wenn er in seiner Familie bleiben kann“. Sie sagt, man solle sich nach Alternativen umsehen - „etwa jemanden, der ihnen bei der Betreuung unterstützt. Wenn es Verhaltensprobleme gibt, sollte man sich an einen Hundetrainer wenden.“

Nürnberg: 10 Welpen in illegalem Tiertransport entdeckt

Erst Ende Februar habe das Tierheim 14 Hunde aufgenommen, die von der Polizei in illegalen Tiertransporten entdeckt wurden. Bei einem 32-Jährigen Fahrer habe man in einer viel zu kleinen Hundebox 10 kleine Welpen der Rasse Malteser gefunden. Ein Mann, der mit dem Auto aus Ungarn kam, hatte vier Border-Collie-Mischlinge ohne Dokumente in seinem Wagen dabei. Die Tiere sind in keinem guten Gesundheitszustand. Das Tierheim hat alle Hände voll zu tun, die Welpen wieder aufzupäppeln. Es dauere daher noch eine Weile, bis die Tiere vermittelt werden können. Das Tierheim bittet von Vermittlungs- und Reservierungsanfragen momentan abzusehen. (tk) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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