Der bayerische Finanzminister Markus Söder (M, CSU), der Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg, Michael Fraas (l, CSU), der Geschäftsführer des Flughafen Nürnberg, Michael Hupe, nehmen am 06.11.2015 vor dem neuen Markenauftritt des Flughafens Nürnberg, dem "Albrecht Dürer Airport Nürnberg", am Flughafen in Nürnberg (Bayern) ein Selfie auf. Der Logo-Schriftzug wurde zuvor offiziell enthüllt. Foto: Daniel Karmann/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Ein Bild aus goldenen Zeiten: Nürnbergs Wirtschaftsreferent Michael Fraas posiert neben Markus Söder - damals noch Finanzminister - bei der Enthüllung des neuen Logos des „Albrecht Dürer Airport Nürnberg“ 2015. Rechts daneben: Flughafen-Chef Michael Hupe.

Von Corona gebeutelt

Nürnberg trifft Tourismus-Rückgang „mit ganzer Wucht“ - Einbußen „18,7 Millionen Euro pro Woche“

  • Jonas Napiletzki
    vonJonas Napiletzki
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Nürnberg bekommt die finanziellen Folgen der Coronapandemie hart zu spüren. Umsatzeinbußen entstanden vergangenes Jahr vor allem durch fehlenden Tourismus.

Nürnberg - In der zweitgrößten Stadt Bayerns sank die Zahl der Übernachtungen im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 57,8 Prozent - das geht aus einer Pressemitteilung der Stadt Nürnberg hervor. Noch 2019 verzeichnete die Frankenmetropole* 3,5 Millionen Übernachtungen. Vergangenes Jahr waren es nur rund 1,5 Millionen. Nürnbergs Wirtschaftsreferent Michael Fraas sagt: „Corona* hat Nürnberg als starke Geschäftsreise-, Messe- und Kongress-Destination in ihrer ganzen Wucht getroffen und den Wirtschaftsmotor Tourismus fast zum Erliegen gebracht.“ Und das hat schwerwiegende Folgen.

Der Umsatzausfall lässt sich auf rund 819 Millionen Euro von März bis Dezember vergangenen Jahres beziffern - 436,5 Millionen Euro durch fehlenden Übernachtungstourismus, 382,5 Millionen Euro durch ausbleibenden Tagestourismus. Insgesamt also umgerecht 18,7 Millionen Euro Einbußen pro Woche. „Wir müssen nach dem Lockdown nun alles daransetzen, um den Wirtschaftsmotor Tourismus wieder zum Laufen zu bringen“, sagt Fraas. Die Zahl der Gästeankünfte sei 2020 im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um fast 60 Prozent zurückgegangen. Statt 2 Millionen reisten nur rund 808.000 Personen nach Nürnberg. „Die internationalen Übernachtungen fielen in Folge der Reisebeschränkungen um 68,4 Prozent niedriger als im Vorjahr aus.“

Nürnberg: Tourismus verantwortlich für den Lebensunterhalt von 33 000 Einwohnern - Rückgang gefährlich

Ein Pressesprecher der Stadt Nürnberg betont: „Der Tourismus hat als Querschnittsbranche Auswirkungen auf viele andere Branchen. Es gibt kaum einen Wirtschaftsbereich, der nicht vom Tourismus profitiert und damit derzeit unter dem Wegfall des touristischen Reisens leidet, sei es Gastgewerbe, Einzelhandel, Dienstleister oder Zulieferer.“ Darunter seien viele regionale Produzenten und Handwerksbetriebe.

Einer Studie zufolge habe der Tourismus noch 2019 Umsätze von 2,1 Milliarden Euro für Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleistungssektor in Nürnberg erbracht. Hiervon profitierten das Gastgewerbe mit 41,3 Prozent, der Einzelhandel mit 39,5 Prozent und übrige Dienstleistungen mit 19,2 Prozent. Dies habe 2019 für Einkommen in Höhe von knapp einer Milliarde Euro gesorgt und stehe rechnerisch für knapp 33.000 Menschen, die ihren Lebensunterhalt durch den Tourismus bestreiten können.
 
Angesichts der großen Herausforderungen betont Fraas: „Die Stadt Nürnberg steht in der Krise zur Tourismusbranche.“ Die Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg erhalte deshalb einen hohen Zuschuss. Vor allem stehe die Stadt auch zu ihrem Anteil am Tourismusfonds.

Tourismus in Nürnberg soll durch frische Ideen in Fahrt kommen - „Leben in unsere Stadt“

Als Lösungsansatz habe „die Congress- und Tourismuszentrale Kampagnen für Nürnberg als Tourismusziel erarbeitet.“ Auf pragmatische Weise helfe man den Gastronomen mit der Befreiung von Sondernutzungsgebühren und erweiterten Freischankflächen im öffentlichen Raum. „Das bringt wieder Leben in unsere Stadt“, hofft der Wirtschaftsreferent.
 
Chancen für eine Erholung würden, sobald es das Infektionsgeschehen der Pandemie* zulasse, im Tagungssegment bis 100 Teilnehmern sowie im nationalen Tourismus gesehen.
 
Mit Blick auf die Zukunft sagt Fraas: „Jetzt gilt es, Nürnberg als lebendige Stadt und attraktive Tourismusdestination weiterzuentwickeln und zu präsentieren.“ Das beste Beispiel für frische Ideen sei die Nürnberger City Werkstatt. „Hier gehen Stadt und IHK gemeinsam mit zahlreichen Innenstadtakteuren aus Handel, Hotellerie, Gastronomie, Kultur und Stadtverwaltung neue Wege, um Impulse für Nürnberg zu setzen.“ Dies stärke die Attraktivität Nürnbergs, auch als Tourismusdestination.

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