Blauer Himmel über der historischen Altstadt von Nürnberg.
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Die Bevölkerungszahl in Nürnberg ist 2020 erstmals seit Jahren gesunken. Ist Corona Schuld?

Erstmals seit Jahren

Weniger Menschen in Nürnberg - Corona-Pandemie Schuld an Bevölkerungsabnahme?

  • vonTanja Kipke
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Die Bevölkerungszahl in Nürnberg ist 2020 erstmals seit vielen Jahren gesunken. Könnte der Grund die Corona-Pandemie sein?

Nürnberg - Schon während des letzten Jahres kursierten einige Vermutungen darüber, wie sich die aktuelle Pandemie auf die Bevölkerungsentwicklung auswirken könnte. Unterschiedliche Folgen sind bereits erkennbar. Die demographischen Auswirkungen können allerdings erst in einigen Monaten oder Jahren vollumfänglich bewertet werden. Dies zeige eine Einschätzung des Amts für Stadtforschung und Statistik Nürnberg und Fürth*, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Nürnberg*

Übersterblichkeit, Stadtflucht oder Babyboom? Einige Szenarien könnte man sich aufgrund der Corona-Krise als Auswirkung auf die Bevölkerungsentwicklung vorstellen. Wie die Stadt Nürnberg bekannt gibt, ist die Bevölkerungszahl erstmals seit vielen Jahren 2020 gesunken. Zum 31. Dezember 2020 lebten 532 331 Menschen mit Hauptwohnung in der Frankenmetropole, das sind 3 555 Personen bzw. 0,7 Prozent weniger als 2019. Seit über zehn Jahren wuchs die Bevölkerung jährlich. Ein besonders starkes Wachstum war von 2011 bis 2018 zu beobachten, heißt es im Bericht weiter. Dies wurde durch hohe Zuwanderungszahlen aus dem Ausland beeinflusst.

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Bevölkerungszahl in Nürnberg sinkt erstmals - in ganz Deutschland ist Trend erkennbar

Die Entwicklung der Bevölkerung ist nicht Nürnberg-spezifisch. Das statistische Bundesamt schätzt für Deutschland erstmals seit fast zehn Jahren kein Wachstum der Bevölkerung, sondern eine Stagnation. Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung nehmen neben den Geburten und Sterbefällen, die Zu- und Abwanderungen, heißt es im Bericht der Stadt. 2020 waren diese sehr gering im Gegensatz zum Vorjahr. Vor allem in den Monaten März und April, in denen sich die Bürger im Lockdown befanden, konnte man kaum Zu- und Abwanderungen in ganz Deutschland beobachten.

In den letzten Jahren falle vor allem in Nürnberg auf, dass der Binnenwanderungssaldo negativ sei. Das bedeute, immer mehr Menschen ziehen von der Stadt ins Umland oder in andere Teile von Deutschland, als das Menschen nach Nürnberg zuwandern. Insbesondere gegenüber dem Umland verliert die Stadt Bevölkerung. Dabei handelt es sich häufig um Familien. Von einer „Stadtflucht“ infolge der Pandemie könne aber nicht gesprochen werden. Vielmehr setzte sich der bisherige Trend fort, heißt es weiter. Auch ob es einen Babyboom infolge des „Frühlings-Lockdowns“ gäbe, könne aktuell noch nicht beurteilt werden. Zur Frage nach einer Übersterblichkeit durch die Corona-Pandemie werde es bald weiterführende Informationen geben. (tk) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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