Demonstrant mit Aluhut und Schild „Verschwörungstheoretiker“.
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Die Demonstrationen der Querdenker in Nürnberg besorgen das Bündnis Nazistopp (Symbolbild).

„Bündnis Nazistopp“ warnt

Corona-Demos: Nürnberger Querdenker wollen Veteranen einsetzen - „Massives Drohszenario“

  • Raffael Scherer
    vonRaffael Scherer
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Das „Nürnberger Bündnis Nazistopp“ warnt, dass sich die Corona-Leugner militarisieren wollen. Die Szene möchte Veteranen in die erste Reihe ihrer Demos stellen.

Nürnberg - Das Bündnis „Nazistopp“ warnt vor einer „Militarisierung“ der Nürnberger Corona-Leugner bei Demonstrationen und Kundgebungen. Das Bündnis, entstanden nach einem Aufmarsch von 1500 Neonazis am 1. Mai 2008, hat es sich zur Aufgabe gemacht, rechte und rechtsextreme Aktivitäten in und um Nürnberg zu unterbinden.

Auf ihrer Website warnen die Nürnberger nun vor den Entwicklungen in der örtlichen Querdenker-Szene. Denn auf Facebook posteten diese vergangenen Mittwoch (28. April) einen Aufruf angeblicher „Veteranen der Bundeswehr und der NVA“. Diese möchten sich „nach dem Vorbild der Kameraden in den Niederlanden, bei Demos friedlich in die erste Reihe zwischen Demonstranten und Polizei zu stellen“.

Corona-Demos: Nürnberger Bündnis „Nazistopp“ befürchtet „massives Drohszenario“

Dadurch würden die „Veteranen für Recht und Freiheit“ den anderen Demonstranten „symbolischen Rückhalt“ geben. Außerdem würde diese Aktion laut des Posts „der Polizei zeigen, was es bedeutet zu dem einmal abgelegten Eid auf die freiheitlich demokratische Grundordnung zu stehen“. Es zeige weiterhin deren Bereitschaft, sich „schützend vor das Volk, den Souverän, zu stellen“.

Die Nürnberger Corona-Leugner „Querdenken 911 Nürnberg“ hatten zuvor auf Flyern und Kundgebungen im schönen Nürnberg immer wieder betont, „ausnahmslos friedlich zu sein“. Doch laut dem „Bündnis Nazistopp“ werde durch diese Veteranen ein „massives Drohszenario“ aufgebaut. Verdeutlicht werde das in der Telegramgruppe, die für den Aufruf gegründet wurde.

Nürnberg: Querdenker stellen in Nachrichtengruppe klar: „Wir sind im Krieg“

Gegen die angebliche „Friedlichkeit“ sprechen die Nachrichten der Gruppenmitglieder. Dort stellten diese Veteranen unter anderem klar: „Wir sind im Krieg“. In der Gruppe befinden sich derzeit über 7000 Mitglieder. Seit deren Gründung vergangene Woche waren es laut Bündnis zwischendurch mehr als 11.000.

Deshalb schlägt das Nürnberger Bündnis „Nazistopp“ auf seiner Website Alarm: „Aus unserer Sicht wird hier versucht, militärische Gegenmacht aufzubauen“ heißt es dort. Die Proteste rund um das Thema Coronavirus seien dabei nur ein Vorwand. Dabei verweist das Bündnis auch auf den Sturm auf den Reichstag vergangenen Sommer. „Bei dieser autoritären Revolte geht es aus unserer Sicht um den Marsch hin zu einer rückwärtsgewandten, reaktionären Gesellschaft“, so das Bündnis.

Querdenker schon unter Beobachtung des Verfassungsschutzes

Der Verfassungsschutz beobachtet „Querdenker“-Bewegungen bereits seit vergangener Woche landesweit. So befürchtet das Bundesamt für Verfassungsschutz, dass die Aufrufe und Demonstrationen sich nicht auf die pandemiebedingten Maßnahmen beschränken: Die Organisatoren und Demonstranten „zeigen zum Teil deutlich, dass ihre Agenda über die reine Mobilisierung zu Protesten gegen die staatlichen Corona-Schutzmaßnahmen hinausgeht“, so das Ministerium.

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