Ein Mann greift in einen Mülleimer.
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Zum Pfandflaschensammeln müssen die Sammler bisher tief in den Mülleimer greifen (Symbolbild).

Neues Projekt

Digitalisierte Pfandtonne in Nürnberg - Flaschensammeln mit QR-Code

  • Leyla Yildiz
    vonLeyla Yildiz
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Am Nürnberger Bahnhof gibt es jetzt digitalisierte Pfandtonnen. Diese helfen besonders hauptberuflichen Pfandsammlern.

Nürnberg - Im Nürnberger Bahnhof*, zwischen Mittel- und Osthalle steht seit einiger Zeit eine blaue Tonne. Dort erfüllt sie einen bestimmten Zweck. Es ist eine digitalisierte Pfandtonne. Bereits seit etwa zwei Jahren gibt es in der Frankenmetropole das Konzept des Pfandflaschensammelns als Hauptberuf. Die digitalisierte Tonne ist nun der nächste Schritt. Denn sie ist abgeschlossen und verhindert so, dass den Menschen, die wirklich auf das Sammeln von Pfand angewiesen sind, nichts weggenommen wird.

Klaus Billmeyer ist einer dieser Pfandsammler, die das als Hauptberuf machen. Er leert die Pfandtonne aus und teilt über das Scannen eines QR-Codes mit, dass er einen neuen Sammelbehälter einsetzt. Anschließend bringt er die Flaschen zu Nürnberger Drogenhilfe Mudra, die diese dann zum Grünen Punkt transportiert, wie BR24 berichtet. Das daraus gewonnene Geld bezahlt zumindest einen Teil des Gehalts von Billmeyer.

Digitalisierte Pfandtonne in Nürnberg: Projekt ist noch in der Pilotphase

Die digitalisierte Tonne hat der Nürnberger* Unternehmensberater Christian Overweg erfunden. Für ihn sei das Projekt „ein bisschen so als Hobby- und Herzenssache“ losgegangen, erklärte er BR24. In der Zwischenzeit ist es durch die viele Energie, die jeder der 17 Partner hineingesteckt hat, zu dem geworden, was es heute ist. Overweg hofft, „dass es ein bisschen ankommt und man überall helfen kann. Aber das ist der übernächste Schritt. Aktuell sind wir in der Pilotphase und das funktioniert wunderbar“.

Momentan lohnt sich die Tonne rein rechnerisch noch nicht wirklich für ihn. Denn eine Tonne alleine kostet wegen der Elektronik, der Sicherung vor Diebstahl und der Speziallackierung einen vierstelligen Betrag. Und auch das Gehalt der Sammler muss bezahlt werden. Die Einnahmen kommen jedoch nur aus dem Pfand, dass die Menschen in die Tonne werfen. Max Hopperdietzel von der Drogenhilfe Mudra sagte zu BR24: „Momentan haben wir eigentlich noch zu wenig Tonnen in der Stadt, dass das Ganze halbwegs kostendeckend wird.“Jedoch gibt es schon einige Interessenten, die gerne eine Pfandtonne in ihrer Kommune aufstellen wollen.

In anderen Städten, wie in Roth gibt es bereits ein Pfandprojekt. Dabei geht es darum, dass die Menschen nicht mehr in den Mülleimer greifen müssen. Ein solches Projekt lehnte Nürnberg ab. (ly) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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