Studie der Universität Nürnberg-Erlangen

Studie: Corona-Pandemie ist Gift für die Integration von Zuwanderern - Experten warnen

  • vonTanja Kipke
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Eine Studie der Universität stellte fest, dass die Einschränkungen der Pandemie die Integration von Zuwanderern enorm erschwere. Die Ergebnisse im Überblick.

Nürnberg - Die Corona*-Pandemie gefährdet die Integration von Zuwanderern in Deutschland massiv. Expert:innen der Universität Nürnberg-Erlangen haben in einer Studie herausgefunden, dass die Einschränkungen der Pandemie die Integration von vor allem geflüchteten Kindern enorm erschwere. Die Autor:innen fordern Maßnahmen zu ergreifen, die dieser Entwicklung entgegenwirken.

Am Dienstag (20. April) wurde die entsprechende Studie der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg* veröffentlicht, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet. Petra Bendel und ihre Mitautorinnen warnen: „Errungenschaften, die wir in den vergangenen sechs, sieben Jahren erzielt haben, drohen zu versanden, wenn wir nicht entsprechend gegensteuern.“

Studie: Corona-Einschränkungen erschweren Integration vor allem für Kinder

Der Zugang zu Schulbildung, Sprach- und Integrationskursen sei für Eingewanderte und ihre Kinder besonders schwierig, zumal es vielfach an WLAN, Tablets oder Computern fehle. Auch die Unterstützung durch Ehrenamtliche sei bedingt durch die Corona-Krise stark zurückgegangen. Dies gelte besonders für geflüchtete Kinder, die in Gemeinschaftsunterkünften lebten und dort mehrheitlich keinen Schreibtisch für sich hätten.

Wo immer möglich solle daher eine dezentrale Unterbringung angestrebt werden - auch um das Ansteckungsrisiko* zu senken. Grundsätzlich könnten „Anti-Diskriminierungsmaßnahmen“ dazu beitragen, Migranten und Flüchtlinge „beim Zugang zu einem weiter zu fördernden Wohnungsmarkt besser zu unterstützen“.

Studie stellt fest: Migranten und Geflüchtete seien „systemrelevant“

Die Forscherinnen haben auf Grundlage aktueller Tendenzen drei mögliche Szenarien durchgespielt. Zum einen eine „Exklusionsgesellschaft“, in der „Assimilation an die Stelle von Integration und Inklusion“ tritt. Des Weiteren eine Gesellschaft, deren Migrationspolitik „selektiv nach qualifizierten, gesunden und jungen“ Einwanderern Ausschau hält. Das letzte Szenario beinhaltet eine an Teilhabe orientierte Gesellschaft, die „den Beitrag aller zu allen Teilbereichen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens wertschätzt“.

Die Autor:innen der Studie fordern „eine strategische und schlagkräftige Bündelung und Umsetzung“ der vom Kabinettsausschuss zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus beschlossenen 89 Einzelmaßnahmen. Sie stellen fest, Migranten und Geflüchtete seien „systemrelevant“ und rechnen vor: „In Deutschland haben über 30 Prozent der im Lebensmittelsektor, in der Landwirtschaft und im Reinigungsgewerbe arbeitenden Personen eine ausländische Staatsbürgerschaft.“ (tkip/dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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Rubriklistenbild: © dpa/ picture alliance/ Sebastian Gollnow

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