Ein Polizist steht im Regen vor einem Streifenwagen, dessen Blaulicht aktiviert ist.
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Polizeibeamte finden in einer Wohnung in Nürnberg eine tote Frau (Symbolbild).

Hinweise auf Dritte gibt es nicht

Polizei findet tote Frau: Ehemann festgenommen - Nachbarin äußert schrecklichen Verdacht

  • Jennifer Greve
    vonJennifer Greve
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In einer Wohnung in Nürnberg wurde eine leblose Frau gefunden. Die Polizei findet „Hinweise auf eine Beziehungstat“ und nimmt vor Ort den Ehemann der Getöteten fest - der schweigt.

  • Eine leblose Frau wurde in ihrer Wohnung in Nürnberg* aufgefunden.
  • Die Anwohner hatten zuvor Schreie aus der Wohnung vernommen.
  • Vor Ort wurde der Ehemann der Getöteten von der Polizei festgenommen.

Update vom 14. Oktober, 12 Uhr: Nachdem am Montag (12.10.2020) eine tote Frau in ihrer Wohnung in Nürnberg gefunden wurde, gab die Polizei nun neue Details zu dem Fall bekannt.

Gegen 14 Uhr hörten Anwohner Schreie aus der Wohnung der 46-jährigen Frau und informierten die Polizei. Die Einsatzkräfte fanden die Frau leblos vor. Kurz darauf trafen auch die Rettungskräfte ein, konnten allerdings nur noch den Tod der Frau feststellen. Der vor Ort festgenommene 52-jährige Tatverdächtige ist der Ehemann der Getöteten. Hinweise „auf den Aufenthalt unberechtigter oder unbekannter Dritter“ gebe es bisland nicht. Dies teilt die Polizei in Nürnberg mit.

Nürnberg: Frau war mit Familie aus der Ukraine geflüchtet - Polizei untersucht Gewalttat

Der Hintergrund der Gewalttat wird noch von der Polizei untersucht. Das Leben der zweifachen Mutter aus der Ukraine war nicht einfach, berichtet die Bild. 2015 war sie mit ihren zwei Kindern und ihrem Mann aus der Ukraine geflüchtet. Dort hatte sie 20 Jahre als Krankenschwester gearbeitet.

Die Kämpfe im Osten der Ukraine trieben die Familie nach Deutschland, wo die 46-Jährige einen Asylantrag stellte. 2016 begann sie in Nürnberg eine Ausbildung als Altenpflegerin. Dort war sie wegen ihres Fleißes bei Ausbildern und Kollegen beliebt. „Sie pendelte nur zwischen Arbeit und Familie“, erinnert sich eine Nachbarin und Kollegin.

Frau tot in Nürnberger Wohnung gefunden - Nachbarin äußert schrecklichen Verdacht

Doch die Mutter zweier Kinder hatte kein Glück, denn der Antrag auf Asyl wurde 2017 abgelehnt. 2018 folgte der nächste Schock: Die Ausbildungsgenehmigung wurde widerrufen und die Familie abgeschoben. Doch diese Abschiebung wurde vom Verwaltungsgericht Ansbach als rechtswidrig eingestuft - die Familie durfte nach Deutschland zurückkommen und die 46-Jährige setzte ihre Ausbildung fort.

Das Leben innerhalb der Familie scheint allerdings getrübt: Ihr Ehemann ist nierenkrank und kann deshalb nicht arbeiten gehen. Laut Aussage der Nachbarin erhält er von seiner Frau ein Taschengeld - und verhält sich ihr gegenüber gewalttätig. Vor dem Haftrichter äußerte sich der Ehemann nicht zu der Tat.

Gewalttat in Bayern: Nachbarn hören Schreie aus Wohnung - und alamieren die Polizei

Erstmeldung vom 12. Oktober, 19.30 Uhr: Nürnberg - Am Montagnachmittag (12.10.2020) wurde eine Frau tot in ihrer Wohnung in Nürnberg aufgefunden. Die 46-Jährige wurde offenbar das Opfer eines Gewaltverbrechens. Die Polizei fand „Hinweise auf eine Beziehungstat“.

Nachdem Anwohner jemanden schreien gehört hatten, alarmierten sie die Polizei. Die Einsatzkräfte seien wenige Minuten später an der Wohnung im Nürnberger Stadtteil Gibitzenhof eingetroffen. In der Wohnung fanden sie eine leblose Frau vor - diese wurde offensichtlich Opfer eines Gewaltverbrechens. Das berichtet das Polizeipräsidium Mittelfranken* gegenüber der dpa. Wie die Frau zu Tode kam, blieb offen.

Nürnberg: Frau tot in Wohnung gefunden - Polizei nimmt 52-Jährigen fest

Am Tatort wurde ein 52-jähriger Mann von den Beamten aufgegriffen und festgenommen. Er leistete dabei keinen Widerstand und werde nun vernommen, so die Einsatzkräfte.

Darüber hinaus gebe es Hinweise darauf, dass es sich bei der Tat um eine Beziehungstat gehandelt haben könnte. Die Ermittlungen zu dem Fall habe die Mordkommission in Nürnberg übernommen und eine Obduktion wurde angeordnet.

Eine ähnliche Gewalttat gab es im September 2020 in Nürnberg: Auch dort wurden Anwohner durch Schreie auf den Vorfall aufmerksam. (jey) *Merkur.de ist ein Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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