Zwei Intensivpflegerinnen versorgen einen Corona-Patienten.
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Die Kliniken in Nürnberg und Region melden sinkendes Alter der Corona-Patienten.

„Wir haben einen positiven Impfeffekt“

Patienten-Anstieg auf Corona-Intensivstationen: Immer mehr Jüngere betroffen - Mediziner warnen

  • vonTanja Kipke
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Die Kliniken im Großraum Nürnberg melden immer jüngere Corona-Patienten auf den Intensivstationen. Die Dritte Corona-Welle lässt die Zahl der Patienten steigen.

Nürnberg - Die dritte Corona-Welle trifft die Krankenhäuser in und um Nürnberg* hart. In den Kliniken werden derzeit 154 Corona-Patienten und Verdachtsfälle auf Normalstationen behandelt, wie infranken.de berichtet. Auf den Intensivstationen befinden sich 60 weitere Patienten und vier Verdachtsfälle. „Die Intensivstationen sind insgesamt stark ausgelastet“, erklärt die Stadt Nürnberg. Die Patienten dort würden immer jünger werden, so die Stadt gegenüber infranken.de.

In nächster Zeit gehe man von noch höheren Zahlen auf den Intensivstationen aus. Die steigenden Corona-Zahlen in Stadt und Landkreis werden bald in den Kliniken ankommen, da man den Anstieg des Sieben-Tage-Inzidenzwertes* in den Krankenhäusern immer etwas zeitversetzt merke. Eine Erhöhung der Fallzahlen können die Kliniken derzeit noch bewältigen. „Wir passen die Zahl der Covid-Intensivbetten dem Bedarf an und können die Anzahl entsprechend hochfahren“, erklärt Sabine Stoll, Pressesprecherin des Klinikums Nürnberg. Auch im Klinikum Fürth* könne man bei Bedarf nach einem Stufenplan die Intensivbetten aufstocken. Laut der Stadt Nürnberg sind derzeit zehn freie Intensiv-Beatmungsplätze und 66 freie Betten auf Normalstationen für Covid-19 Patienten gemeldet. 

Nürnberg: Sinkendes Alter der Corona-Patienten - „Wir haben einen positiven Impfeffekt“

Das Alter der Patienten, die in Krankenhäusern behandelt werden müssen, sei deutlich gesunken. „Wir haben einen positiven Impfeffekt“, erklärt Carmen Brückner, Pressesprecherin des Klinikum Fürth. Bei den Patienten auf den Intensivstationen, die am Coronavirus* erkrankt sind, handele es sich seltener um über 80-Jährige. Laut Brückner liege das Alter der Patienten meist zwischen 45 und 75 Jahren. Dieses sinkende Alter bestätigt auch Sabine Stoll vom Klinikum Nürnberg. Das Klinikum Nürnberg teile den Eindruck, dass mittlerweile vermehrt jüngere Menschen an Corona erkranken, so heißt es bei infranken.de weiter.

Die jüngeren Patienten bleiben oft länger auf den Stationen liegen, da sich bei älteren Patienten schneller entscheide, ob sie wieder genesen oder versterben, so Brückner. Die Zahlen der Patienten klettere nach oben, aber von der Hochphase im Januar sei man noch weit entfernt. Der Grund für die steigenden Zahlen könnte die Ausbreitung der britischen Mutation in Nürnberg sein. Auch das Klinikum Nürnberg rechne mit steigenden Zahlen: „Die Prognosen für die dritte Welle lassen leider nichts Gutes erwarten“, so Sabine Scholl. Die Arbeitsbelastung für die Mitarbeiter sei enorm. Ein wenig Erleichterung bringt ihr die Tatsache, dass am Klinikum Nürnberg mittlerweile rund 4900 Beschäftigte geimpft wurden.

Video: Wieder 3000: Zahl der Covid-Patienten auf Intensivstationen steigt

Nürnberger Krankenhaus mit wichtigem Appell an die Bürger

Das St. Theresien Krankenhaus postet wegen der steigenden Infektionszahlen eine wichtige Botschaft auf Facebook. Das Krankenhaus appelliert an die Vernunft der Menschen. „Wir können keine Notbremse ziehen. Wir haben auch keine ‚Ruhephase‘ über Ostern. Wir machen weiter, Tag für Tag und Nacht für Nacht“, beginnt der Post. „Aber ihr könnt für uns bremsen: helft mit, die Zahl der Ansteckungen zu verringern“, bittet das Krankenhaus. „Nur wenn die Infektionszahlen zurückgehen, haben auch wir mal Luft. Jedes Bett, das mit Covid-Infizierten belegt ist, fehlt anderen Kranken. Deshalb schränkt bitte eure Kontakte ein, tragt Maske und haltet Abstand“, beendet das Krankenhaus seine Bitte auf Facebook. (tk) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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