Das Smartphone hilft der Polizei: Hier mittels einer Einsatz-App - in den Händen von Verbrechern hinterlässt es hingegen häufig wichtige Spuren.
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Das Smartphone hilft der Polizei: Hier mittels einer Einsatz-App - in den Händen von Verbrechern hinterlässt es hingegen häufig wichtige Spuren.

Verbrecher hinterlassen digitale Spuren

Google hilft der Polizei: Ermittler überführen Mörder dank scheinbar harmloser Suchanfragen

Scheinbar unverfängliche Google-Suchanfragen können der Polizei wertvolle Indizien liefern. Ermittler durchleuchten Computer- und Smartphones erfolgreich.

Nürnberg – Wann kommt der nächste Bus? Wie entfernt man am besten Öl-Flecken aus der Kleidung? Ein Griff zum Smartphone und schon hat man die Antwort. Auch Verbrecher machen das – und das verändert die Arbeit der Ermittler erheblich. „Es finden sich immer mehr Beweismittel in der digitalen Welt“, sagt Fabian Puchelt vom Landeskriminalamt. Das zeigt sich auch in Gerichtsprozessen, in denen virtuelle Spuren dazu beitragen können, Verdächtige zu überführen.

Zwei Beispiele: Der inzwischen wegen Mordes verurteilte Verlobte der getöteten Regensburger* Studentin Maria Baumer suchte im Internet nach dem perfekten Mord und der tödlichen Dosis eines Beruhigungsmittels. In einem anderen Fall vor dem Nürnberger* Landgericht informierte sich ein Angeklagter im Internet über tödliche Stichverletzungen, bevor er einen Nebenbuhler erstach, mit dem er sich zuvor per SMS verabredet hatte. 

Ermittlungen bei Straftaten: Virtuelle Daten sind Fluch und Segen zugleich - Suchanfragen dienen als Indizien

Mobiltelefone und Computer sicherzustellen gehört für die Polizei bei vielen Straftaten mittlerweile zum Alltag. Für Mordermittler wie Frank Engelhardt vom Polizeipräsidium Mittelfranken in Nürnberg* ist das Segen und Fluch zugleich, wie er sagt. Tausende von Daten gilt es oft auszuwerten. „Man kann daraus viele Indizien ziehen“, sagt er. Bei vielen Apps seien zum Beispiel Ortungsdienste notwendig, sodass man sehen könne, ob jemand zumindest in der Nähe des Tatortes war. Die Kontakte könnten verraten, ob Opfer und Verdächtige sich möglicherweise kannten. Auch Chat-Verläufe und Suchanfragen könnten einen Verdacht untermauern. 

Seit mehr als 30 Jahren arbeitet Engelhardt bei der Polizei, 15 Jahre davon im Bereich Todesermittlungen. Seine Arbeit hat sich in der Zeit stark gewandelt. „Heute kann mir das Handy erste Anhaltspunkte liefern. Früher hat man auch mal einen ganzen Straßenzug befragt, ob jemand etwas gesehen hat. Das war sehr kräftebindend.“ Die digitalen Daten können bei den Ermittlungen helfen, machen diese aber gleichzeitig oft umfangreicher und langwieriger – vor allem, wenn mehrere Geräte ausgewertet werden müssen. „Die Datenfülle ist eine Herausforderung. Das kann dann zur Suche nach der Nadel im Heuhaufen werden“, sagt Puchelt. Voraussetzung ist natürlich, dass die IT-Forensiker der Polizei an die Daten herankommen. Eine Hürde sei die Verschlüsselungssoftware der Smartphone-Hersteller, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Goger von der Zentralstelle Cybercrime in Bamberg. 

Polizei durchleuchtet Computer und Smartphones - zur Not gehen IT-Experten ans Werk

Wenn die Besitzer der sichergestellten Smartphones ihre Zugangsdaten nicht verraten oder die Polizei diese nicht irgendwo notiert findet, müssen die IT-Spezialisten versuchen, sie zu knacken. „Das ist eine Herausforderung“, sagt Goger. „Das ist ein Stück weit auch ein Wettrennen zwischen Ermittlungsbehörden und Smartphoneherstellern, die zum Teil großen Wert auf eine gute Verschlüsselung legen.“ In der Regel gelingt es nach LKA-Angaben trotzdem, an die Daten zu kommen. „Es dauert aber länger“, sagt Puchelt. Wie in einem offenen Buch können die Ermittler in den Daten dann aber nicht lesen. Sie dürfen sich nur die anschauen, die im Zusammenhang mit der Straftat stehen. Und auch die Beweiskraft hat Grenzen. „Die Daten sind ein Beweismittel von mehreren“, sagt Engelhardt. Wenn ein Beschuldigter im Internet zum Beispiel nach dem Preis einer Waffe suche, reiche das allein noch nicht, um ihn zu überführen, weil nicht feststehe, dass er diese tatsächlich gekauft habe. Manche Daten seien auch verwirrend und führten auf die falsche Spur, sagt Engelhardt. Es komme auch vor, dass Beschuldigte absichtlich falsche Fährten legten. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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Video: Apple und Google erschweren die Ermittlungsarbeit von Polizisten

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