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Wegen Diskriminierung im Sportbereich: Nürnberg führt Badetag für Inter- und Transsexuelle ein

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Von: Tanja Kipke

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In Nürnberg findet bald ein Badetag für Inter- und Transsexuelle statt.
In Nürnberg findet bald ein Badetag für Inter- und Transsexuelle statt. (Symbolbild) © Philipp Schulze/ dpa

Die Grünen in Nürnberg und Region fordern einen Badetag für inter- und transgeschlechtliche Menschen. Ein Testlauf soll nun schon bald im Katzwangbad stattfinden.

Nürnberg - Divers- und Transgeschlechtliche Menschen stoßen in Deutschland immer wieder auf Diskriminierung. Die Grüne* Stadtfraktion in Nürnberg* spricht von einem „enormen Diskriminierungs- und Exklusionsrisiko“ vor allem im Sportbereich. Besonders im Schwimmbad sei es inter- und transgeschlechtliche Menschen unmöglich, die Anlage im offenen Betrieb diskriminierungsfrei zu nutzen, so der queerpolitische Sprecher Uwe Scherzer. Die strikte Trennung der Umkleiden nach Mann und Frau sorge bei Trans- und Intergender für Angst. Die Grünen setzen sich daher für einen Badetag für Inter- und Transsexuelle ein.

Nürnberg: Grünen Fraktion stellt Antrag zur Einführung eines Trans*-und Intergender-Badetags

Auch die Grünen in Erlangen* und Fürth* stehen hinter dem Vorschlag eines solchen Badetags, wie nordbayern.de berichtet. Vorbild sei die Stadt Köln. Das Genoveva-Bad bietet dort jeweils am vierten Freitag im Monat ein sogenanntes „Trans-Inter-Schwimmen“ an. Ein solcher Tag soll nun auch bald in Nürnberg stattfinden.

Der Werkausschusses Nürnberg Bad hat mit großer Mehrheit dem Antrag der Grünen zur „Einführung eines Trans*- und Intergender-Badetags“ zugestimmt. „Ein erster Schritt in Richtung Entdiskriminierung ist geschafft!“, schreibt die Stadtfraktion der Grünen in einer Mitteilung. „Diese vulnerabelste Menschengruppe in der queeren Community bekommt nun einen geschützten Raum, in dem sie sich ungestört und diskriminierungsfrei bewegen kann“, so Stadtrat Scherzer.

Badetag für Inter- und Transgender immer am letzten Sonntag im Katzwangbad geplant

Sobald wieder Normalbetrieb herrscht, soll das Katzwangbad am letzten Sonntag eines Monats immer von 8 bis 10.30 Uhr ausschließlich für Trans- und Intergender zur Verfügung stehen. Vorerst werde man das Angebot an einem Sonntag einmal im Quartal testen. Ein Verein soll sich um die Organisation des Badetags kümmern. „Für uns ist wichtig, dass ein solcher Tag nicht von der Stadt durchgeführt wird“, sagt Bürgermeister Christian Vogel gegenüber nordbayern.de. Er will keinen Tag „von oben abordnen“. „Ich will die Akzeptanz aller Menschen gleichermaßen fördern, egal welcher Religion, welches Geschlecht oder welcher sexuellen Orientierung“, so Vogel.

Die Grünen sprechen trotz dieses Erfolgs weiterhin von einem langen Weg, bis inter- und transsexuelle Menschen keine Diskriminierungen mehr ausgesetzt sind. Gründe dafür seien das veraltete und in weiten Teilen nicht mehr verfassungskonforme Transsexuellen-Gesetz. Auch Vorurteile der Gesellschaft würden zu Diskriminierungen beitragen. (tkip) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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