Eine achtzigjährige wird im Impfzentrum des Landkreises Harz geimpft.
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Ein 60-Jähriger empört sich über die Impfreihenfolge. (Symbolbild)

Impfreihenfolge eingehalten?

Impfzentrum Nürnberg: Warum ein 34-Jähriger vor einem 60-Jährigen geimpft wird

  • vonTanja Kipke
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Zwei Männer sind in einer ähnlichen Situation. Trotzdem erhält der 34-Jährige vor dem 60-Jährigen einen Impftermin in Nürnberg. Das sind die Gründe.

Nürnberg - Der Impfplan in Deutschland für die Corona*-Schutzimpfung sieht eine bestimmte Reihenfolge der Bevölkerung vor. Durch einen Algorithmus im Impfsystem bekommt jede Person eine Prioritätsgruppe zugeteilt. Der Beruf, Vorerkrankungen und das Alter beeinflussen diese Zuteilung. Auch wenn man die Kontaktperson einer kranken Person ist oder jemanden pflegt, kommt man in eine höhere Gruppe.

Dies war auch bei einem 60-jährigen in Nürnberg* der Fall, wie nordbayern.de berichtet. Zusammen mit seiner Frau kümmert sich er sich um seine Schwiegermutter, die den Pflegegrad 2 besitzt. Auch ein 34-Jähriger Radiomoderator kam so in eine höhere Gruppe. Allerdings bekam der Moderator vor dem 60-Jährigen einen Impftermin, obwohl er wesentlich jünger ist. „Verstehe es, wer will,“ ärgert sich der Betroffene, „ich verstehe es nicht.“

Impfzentrum Nürnberg: Darum bekommen Jüngere manchmal eher einen Impftermin

Wie so etwas sein kann, erklärt Christine Schüßler, die Leiterin der Koordinierungsstelle für die Impfzentren in Nürnberg. Der Radiomoderator habe bereits einen Impftermin im Nürnberger Impfzentrum erhalten, da er als Kontaktperson der Kategorie 1 gelte. Seine Oma sei über 80 Jahre alt und verfüge über den Pflegegrad 1. Beide Männer kümmern sich also um eine Person mit Pflegegrad und zählen daher beide zur Prioritätsgruppe 2, auch wenn sie nicht der Altersklasse der 70- bis 79-Jährigen angehören, so nordbayern.de.

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Die Höhe des Pflegegrads der Kontaktperson spiele laut Schüßler allerdings keine Rolle. Den beiden werde vom System jeweils ein fiktives Alter zugeschrieben, da sie sich beide nicht in der eigentlich vorgesehenen Altersklasse befinden. Dabei sei es möglich, dass der Jüngere als 73-Jähriger eingestuft wird, der Ältere aber zum Beispiel nur als 71-Jähriger. Das dürfte der Grund sein, warum der Moderator früher ein Impfangebot erhalten hat als der 60-Jährige. Den exakten Algorithmus, der in der Software steckt, möchte das Bayerische Gesundheitsministerium aus Sicherheitsgründen nicht herausgeben, so nordbayern.de. (tkip) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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