Rauchwolken über einem Kraftwerk
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Rauchwolken stehen am Montag über einem Kraftwerk des Versorgers Uniper.

„Keine frierende Nacht“

Nach Kraftwerks-Brand in Nürnberg: Mobile Heizstationen sollen für Wärme sorgen

  • Katharina Haase
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  • Katarina Amtmann
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In einem Nürnberger Großkaftwerk ist am Montag ein Brand ausgebrochen. Die Wärmeversorgung war bei Minusgraden teilweise unterbrochen. Die Stadt hatte den Katastrophenfall ausgerufen.

  • In einem Großkraftwerk in Nürnberg* hat es am Montag gebrannt.
  • In zwei Stadtteilen war die Fernwärmeversorgung ausgefallen - bei Minusgraden.
  • Die Stadt hat den Katastrophenfall ausgerufen, inzwischen gibt es aber größtenteils Entwarnung (Update vom 9. Februar, 19.19 Uhr).
  • Mobile Heizstationen sollen nun in den betroffenen Stadtteilen für Wärme sorgen (siehe Update vom 10. Februar, 14.433 Uhr).

Update vom 10. Februar, 14.43 Uhr: In Nürnberg sollen nun nach dem Ausfall eines Kraftwerks mobile Heizstationen für Wärme in den betroffenen Stadtteilen sorgen. Die kältesten Nächte stehen aber noch bevor.

Die ersten mobilen Heizstationen sind am Mittwoch in Nürnberg nach dem Brand eines Großkraftwerks an die Fernwärmeleitungen angeschlossen worden. Weitere seien noch unterwegs und sollten voraussichtlich im Lauf des Nachmittags eintreffen, sagte der Sprecher des Energieversorgers N-Ergie, Heiko Linder. Die Fachleute hoffen, dass sie damit durch die Nacht kommen, ohne spürbar die Heizungen in den beiden betroffenen Stadtteilen drosseln zu müssen - was eine Herausforderung werden könnte: Die Nacht soll mit Minusgraden im zweistelligen Bereich deutlich kälter werden als die davor.

Nürnberg: Heizstationen werden angeschlossen

Wenn alles nach Plan läuft, sollen nach Angaben der Stadt am Ende des Tages sieben Heizstationen in den Stadtteilen Röthenbach und Gebersdorf mit einer Leistung von fast 9 Megawatt angeschlossen sein. „Das deckt die Lücke nicht ganz“, sagte Linder. Deshalb werde die N-Ergie weiterhin die Heizungen in Betrieben drosseln müssen, wo diese zu dem Zeitpunkt nicht gebraucht würden. Am Morgen, wenn die Menschen verstärkt heizen, hatte der Versorger diese in sechs Wohnblocks zeitweise drosseln müssen. Bisher habe es keine Beschwerden der Anwohnerinnen und Anwohner gegeben, sagte Lindner. „Es muss niemand frieren. Es ist nur etwas weniger warm.“

Nach Ausfall von Kraftwerk: Heizmodul aus NRW wird nach Nürnberg gebracht

In den kommenden Tagen soll ein Schwertransport ein riesiges Heizmodul aus Nordrhein-Westfallen nach Nürnberg bringen, das direkt am Kraftwerk in Betrieb gehen soll. Dieses ist größer als ein Schiffscontainer und bringt so viel Leistung, dass der Energieversorger die kleineren mit Diesel betriebenen Stationen nach und nach abbauen kann.

Update vom 10. Februar, 8.24 Uhr: Nach dem Feuer in einem Nürnberger Großkraftwerk will der Energieversorger N-Ergie zwei mobile Heizkraftwerke ans Wärmenetz anschließen. Sie sollten die Wärmeversorgung in einem Krankenhaus und zwei Pflegeheimen sicherstellen, sagte ein Sprecher am Mittwochmorgen. Der Anschluss solle im Laufe des Tages erfolgen. Wie lange die zusätzliche Versorgung nötig ist, war zunächst unklar. „Wir planen aber mit zwei bis drei Wochen“, teilte der Sprecher mit.

Nach einem Feuer am Montagabend war das Kraftwerk abgeschaltet worden, voraussichtlich wohl für mindestens zwei Wochen. Bei extrem kalten Temperaturen deckt es die Spitzenlast im Fernwärmenetz der N-Ergie ab. Die Energieversorgung in zwei betroffenen Stadtteilen sei aber in der Nacht trotz winterlicher Temperaturen stabil geblieben. „Es musste niemand frieren“, sagte der N-Ergie-Sprecher.

Stadt Nürnberg rief Katastrophenfall aus - „etwas kältere Nacht, aber keine frierende Nacht“

Update vom 9. Februar, 19.19 Uhr: Nach dem Brand in einem Nürnberger Großkraftwerk sollen die Menschen in den zwei betroffenen Stadtteilen nicht frieren müssen. Die Wärmeversorgung sei stabil, teilte die Stadtverwaltung am Abend mit. „Es wird nach jetzigem Stand eine etwas kältere Nacht sein, aber keine frierende Nacht“, sagte ein Sprecher des Energieversorgers N-Ergie. Demnach reicht die Leistung auch für die kältesten Stunden der Nacht zwischen vier und sechs Uhr morgens aus, für die frostige Minusgrade erwartet werden.

Katastrophenfall in Nürnberg: Wärmeversorgung massiv unterbrochen - so wird die Nacht

Nun sieht es nach Angaben des Wärmeversorgers so aus, als ob es in den Häusern doch nicht ganz so kalt werden würde. „Voll aufdrehen sollte man die Heizung allerdings nicht“, sagte der Sprecher.

Am Mittwochmorgen sollen dann die ersten großen mobilen Heizgeräte eintreffen, die N-Ergie organisiert hat. Diese können ans Wärmenetz angeschlossen werden und sollen zuerst die Heizleistung in einem Krankenhaus und zwei Pflegeheimen verbessern.

Nach Ausrufung des Katastrophenfalls: Die Pressekonferenz in Nürnberg zum Nachschauen

Update vom 9. Februar, 14.36 Uhr: Die Pressekonferenz ist nun beendet.

Update vom 9. Februar, 14.30 Uhr: An die offizielle Pressekonferenz schließt sich nun eine Fragerunde mit Pressevertretern an. Josef Hasler betont, dass vor allem die Hilfe durch die mobilen Heizzentralen extrem wichtig sei. Da die Temperaturen am Wochenende nochmal extrem kalt werden soll und auch die Wasserversorgung betroffen ist, sei dies extrem wichtig. Ziel sei es, trotz Minusgraden eine vollständige Wärmeversorgung sicherstellen zu können. Eine dauerhafte Temperatur von 10 bis 15 Grad und kaltes Wasser sei für die Bevölkerung nicht zumutbar.

Wie ein Feuerwehrsprecher mitteilt sei es zudem möglich, dass einige Schadstoffe durch den Brand in die Luft gegangen seien. Da die Rauchentwicklung aber in 80 Metern Höhe stattgefunden habe, sei nicht mehr nachvollziehbar ob, welche und wie viele solcher Schadstoffe in die Luft gelangt seien.

Update vom 9. Februar, 14.26 Uhr: Josef Hasler von N-Ergie sagt, es sei davon auszugehen, dass die Schäden am Kraftwerk nicht vor einem Ablauf von 14 Tagen behoben werden können. Hilfe käme vor allem von anderen Städten wie München, Erlange und anderen umliegenden Städten, die vor allem mobile Heizgeräte zur Verfügung stellen. Die Hilfsbereitschaft, auch in der Bevölkerung, sei enorm, lobt Hasler.

Update vom 9. Februar, 14.22 Uhr: Nun spricht Christian Vogel von der Berufsfeuerwehr Nürnberg. Seinen Angaben zufolge brach das Feuer im Kraftwerk gegen 17.00 Uhr am Montag im Kesselhaus aus. Bereits gegen 17.15 Uhr seien die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort gewesen. Auch Drohnen seien im Einsatz gewesen, die die Arbeit der Feuerwehrleute erheblich vereinfacht hätten. Rund 120 Einsatzkräfte waren zeitweise vor Ort um das Feuer nach und nach unter Kontrolle zu bringen. Bis 21 Uhr konnte ein Großteil des Feuers gelöscht werden. Zur Brandursache gibt es derzeit noch keine Anhaltspunkte.

Pressekonferenz zum Kernkraftwerksbrand in Nürnberg: Kontaktbeschränkungen kurzzeitig aufgehoben

Update vom 9. Februar, 14.14 Uhr: Nun spricht Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König. Er spricht zunächst darüber, auf welchen Wegen man gerade versuche, die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten zu erreichen. Von 14.00 bis 23.00 Uhr ist zudem ein Bürgertelefon eingerichtet.

In 13 Objekten im betroffenen Gebiet wurde die Wärme bereits auf 10 bis 15 Grad abgesenkt. Das betrifft unter anderem ein Einkaufszentrum, Schulen, Horte und den Südwestpark. In einigen Straßen, die betroffen sind, wurden die Mieter über die Drosselung der Temperatur informiert.

Den Bürgern ist es zudem erlaubt, trotz geltender Kontaktbeschränkungen, seine Wohnung zu verlassen, wenn es zu kalt wird, um bei Verwandten oder Freunden unterzukommen. Die kurzfristige Aufhebung der Kontaktbeschränkung sei mit der bayerischen Staatsregierung abgesprochen, so König.

Zudem sind 1200 Hotelzimmer von der Stadt aquiriert worden (etwa 2000 bis 3000 Betten), in die die Bewohner der betroffenen Stadtgebiete kurzfristig ziehen können. Die Stadt bezuschusst die Nutzung der Hotelzimmer, es bleibt ein Eigenanteil von etwa 40 Euro pro Zimmer für die Bevölkerung.

Update vom 9. Februar, 14.04 Uhr: Auf einer Pressekonferenz informiert die Stadt Nürnberg nun über den Katastrophenfall, nachdem aufgrund des Brandes in einem Kraftwerk in 15.000 Haushalten die Fernwärme-Versorgung ausgefallen ist. Derzeit sei eine Notfallversorgung eingerichtet, so Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender der N-ERGIE. Diese würde aber priorisiert verteilt werden, sodass zuerst die betroffene Klinik so wie Alten- und Pflegeheime ausreichend versorgt würden. Erst dann könne man auch auf die Bevölkerung gehen. Die Verbindung sei derzeit stabil, so Hasler weiter, und man tue alles, um dies aufrecht zu erhalten.

Update vom 9. Februar, 10.56 Uhr: Rund 15.000 Menschen sind in Nürnberg bei Minusgraden von dem Ausfall eines Großkraftwerks nach einem Brand betroffen. In zwei Stadtteilen ist nach Angaben des Energieversorgers N-Ergie die Versorgung mit Fernwärme beeinträchtigt. Die Stadt hat am Dienstag den Katastrophenfall ausgerufen (siehe Erstmeldung).

„Wir gehen momentan nicht davon aus, dass die Heizungen komplett ausfallen“, sagte ein Sprecher von N-Ergie. „Es wird aber spürbar kälter in den Häusern werden.“ In den Stadtteilen Gebersdorf und Röthenbach gibt es der Stadt zufolge 1150 Anschlusspunkte für Fernwärme. Betroffen seien neben Haushalten auch große Betriebe, eine Klinik, Schulen, ein Einkaufszentrum sowie zwei Alten- und Pflegeheime.

Nürnberg ruft Katastrophenfall aus: Fernwärme-Kunden sollen sparsam heizen

Stadt und Energieversorger haben Krisenstäbe eingerichtet. N-Ergie bittet die Fernwärme-Kunden in den betroffenen Stadtteilen sparsam zu heizen. Die Versorgung könne bei der Kälte nicht von dem Heizkraftwerk im Stadtteil Sandreuth aufgefangen werden, sagte der Sprecher. „Bei den Temperaturen ist das kritisch.“ Der Deutsche Wetterdienst sagt für die kommenden Tage nächtliche Tiefstwerte bis zu Minus 13 Grad voraus. Der Versorger N-Ergie produziert nach eigenen Angaben in ihren Heizkraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung Fernwärme, die über gedämmte Leitungen in die Gebäude gelangt.

Nürnberg ruft Katastrophenfall aus: Bei Minusgraden - Wärmeversorgung nach Feuer in Kraftwerk unterbrochen

Erstmeldung vom 9. Februar, 9.47 Uhr: Nürnberg - Nach dem Brand eines Nürnberger Großkraftwerks hat die Stadt den Katastrophenfall ausgerufen. Die Fernwärmeversorgung ist in den Stadtteilen Gebersdorf und Röthenbach beeinträchtigt. In diesen gebe es 1150 Anschlusspunkte für Fernwärme, teilte die Stadt mit. Betroffen seien neben Haushalten unter anderem auch große Betriebe, eine Klinik, Schulen, ein Einkaufszentrum sowie zwei Alten- und Pflegeeinrichtungen.

Bei Minusgraden in Nürnberg: Fernwärmeversorgung in Teilen der Stadt ausgefallen

Die Stadt und der Energieversorger N-Ergie haben mittlerweile Kristenstäbe eingerichtet. In Nürnberg* herrschen derzeit winterliche Temperaturen mit Minusgraden. Weitere Informationen wollte die Stadt noch bekanntgeben.

Das Kraftwerk sei vorübergehend außer Betrieb genommen worden, teilte der Energieversorger N-Ergie am Dienstagmorgen mit. Der Versorger bittet alle Kunden des Fernwärmenetzes in den betroffenen Stadtteilen, trotz der niedrigen Außentemperaturen, den Heizungs- und Warmwasserbedarf auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Das könne helfen, den Engpass zu begrenzen.

Video: Minusgrade in Nürnberg

Brand in Nürnberger Großkraftwerk: Ursache unklar

Die Ursache für den Brand in dem Großkraftwerk Uniper am frühen Montagabend war zunächst unklar. Das Feuer war im Erdgeschoss des Kraftwerksblocks I ausgebrochen und hatte sich nach Angaben der Feuerwehr* bis auf eine Höhe von 80 Metern ausgebreitet. Die Feuerwehr brauchte zwei Stunden zum Löschen der Flammen. Die Größe des entstandenen Schadens könne noch nicht beziffert werden. Verletzte gab es nach bisherigen Angaben nicht. (kam/dpa) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

20 bis 30 Zentimeter Neuschnee kommen Sonntagabend bis Montagmorgen in Franken herunter. Auf den Autobahnen sorgt das für Chaos. Es gab zahlreiche Unfälle.

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