Eine Jesus-Statue zeichnet sich unter einem Kreuz ab.
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Ein Nürnberger Pfarrer sorgt mit einem Beitrag in einem Kirchenblatt für Aufsehen. (Symbolbild)

„Diese Behauptung ist widerlegt“

„Migranten ertrinken lassen“: Nürnberger Pfarrer schockt mit Beitrag in Kirchenblatt - Konsequenzen gezogen

  • Katarina Amtmann
    vonKatarina Amtmann
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Christen könnten Flüchtlinge ertrinken lassen - das schreibt ein Nürnberger Pfarrer in einem Beitrag für ein Kirchenblatt. Dafür gab es heftigen Widerspruch - und jetzt auch Konsequenzen.

  • Ein Nürnberger Pfarrer sorgt mit einem Beitrag in einem Kirchenblatt für Aufsehen.
  • Darin schreibt er, Christen könnten Migranten ertrinken lassen.
  • Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm widersprach vehement.

Update vom 10. November: Nach der Kritik eines evangelischen Pfarrers an der Seenotrettung von Flüchtlingen verlässt dieser die Gemeinde. Er werde mit seinem Einverständnis ab dem 15. November zu einem anderen Dienst abgeordnet, teilte der Nürnberger Regionalbischof Ark Nitsche am Dienstag mit. Der betroffene Pfarrer Matthias Dreher bestätigte, dass er die Melanchthonkirche Ende der Woche verlassen werde.

Dreher hatte sich im Korrespondenzblatt des Pfarrer- und Pfarrinnenvereins kritisch zur Seenotrettung geäußert und damit für große Empörung gesorgt (siehe Erstmeldung). Er hatte argumentiert, dass die Flüchtlinge ihr Leben bewusst riskieren würden, um sich den Wunsch nach einem besseren Leben zu erfüllen. Das verpflichte Christen aber nicht „ethisch zu entsprechender Erfüllungshilfe“.

Mit der Abordnung Drehers ist für den Kirchenkreis das Thema jedoch noch nicht erledigt. „Die bereits laufende inhaltliche Auseinandersetzung mit ihm geht weiter, ohne den Frieden in der Gemeinde oder ihre Einheit weiter zu gefährden“, hieß es in der Mitteilung Nitsches.

„Migranten ertrinken lassen“: Nürnberger Pfarrer schockt mit Beitrag in Kirchenblatt - und erntet massive Kritik

Erstmeldung vom 20. Oktober: Nürnberg* - Der Beitrag eines Nürnberger Pfarrers zur Seenotrettung in einem Kirchenblatt schlägt hohe Wellen. Christen könnten Migranten ertrinken lassen, schreibt Pfarrer Matthias Dreher von der evangelischen Melanchthonkirche Nürnberg* darin. Für seinen Beitrag erhielt er heftigen Widerspruch auch von Bayerns Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.

Nürnberger Pfarrer sorgt mit Beitrag für Aufsehen: „Migranten ertrinken lassen“

Die Kirchenleitung wolle Dreher nun zu einem Gespräch treffen, sagte ein Sprecher der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern am Dienstag (20. Oktober). Zuvor hatten die „Nürnberger Nachrichten“ über den Beitrag Drehers im Korrespondenzblatt des Pfarrer- und Pfarrinnenvereins berichtet.

Darin argumentierte er, dass Flüchlinge bewusst ihr Leben riskierten, um sich den Wunsch nach einem besseren Leben zu erfüllen. Das verpflichte Christen aber nicht „ethisch zu entsprechender Erfüllungshilfe“. Weiter heißt es: „Im Zuge der Zwei-Reiche-Lehre, die operative Struktur-Politik dem Staat überlässt, kann ein Christenmensch, soweit er nicht wie der Samariter einen Sterbenden vor sich sieht, Verantwortung vernachlässigende Migranten ertrinken lassen.“

Migranten ertrinken lassen? Landesbischof Bedford-Storm widerspricht Pfarrer vehement

Landesbischof Bedford-Strohm widerspricht vehement. Sein Argument fußt auf der Behauptung, die Seenotretter seien der Grund dafür, dass Menschen die Überfahrt über das Mittelmeer riskierten. Diese Behauptung ist widerlegt“, betonte er. Menschen im Mittelmeer ertrinken zu lassen, sei unverantwortlich. Auch Nürnbergs Stadtdekan Jürgen Körnlein wies Drehes Ansicht in einer Stellungnahme auf der Homepage des Dekanats vehement zurück.

Auf Anfrage wollte sich der Pfarrer über seinen Beitrag hinaus am Dienstag nicht weiter zu dem Thema äußern. Er habe nicht damit gerechnet, dass er eine solche Welle auslösen würde. (kam/dpa) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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