Das Twitterlogo auf einem Handy.
+
Die Polizei Mittelfranken sorgte mit einem Post unter anderem auf Twitter für Ärger.

Schätzfrage als Auslöser

„Ihr solltet Euch wirklich schämen“: Polizei sorgt mit Tweet für Ärger - Entschuldigung macht es schlimmer

  • Katarina Amtmann
    VonKatarina Amtmann
    schließen

Die Polizei Mittelfranken hat nach einem Post auf Twitter und Facebook Kritik ausgelöst. Die Beamten entschuldigten sich, doch die Nutzer sind damit unzufrieden.

  • Auf Twitter stellte die Polizei Mittelfranken ihren Followern eine Schätzfrage.
  • Die Nutzer kritisierten die Aktion.
  • Die Polizei entschuldigte sich am nächsten Tag, doch die Nutzer sind nicht zufrieden.

Nürnberg - Mit einer Schätzfrage zu Pfandflaschen bei einem Obdachlosen hat die Polizei Mittelfranken* Kritik ausgelöst. Der Beitrag auf Twitter wurde deshalb wieder gelöscht, wie die Polizei selbst am Dienstag (25. August) mitteilte.

Polizei Mittelfranken erntet Kritik für Twitter-Post: „Wir hatten nicht vor,...“

„Wir hatten nicht vor, Wohnungslose zu diskreditieren oder in anderer Form zu verunglimpfen“, schrieb das Polizeipräsidium mit Sitz in Nürnberg auf Twitter und Facebook. „Selbstverständlich ist die Not dieser Menschen kein Spaß für uns.“

Schätzfrage zu Obdachlosem: Polizei Mittelfranken entschuldigt sich nach Tweet

Am Montag hatte das Polizeipräsidium auf den beiden Plattformen ein Foto mit einem großen Plastiksack gepostet und den Nutzern die Schätzfrage gestellt, wieviele Pfandflaschen darin enthalten seien. Diese seien bei einem Obdachlosen gefunden worden, der einen Wohnwagen aufgebrochen und darin übernachtet habe. Die Flaschen habe er geklaut.

Nutzer hatten der Polizei daraufhin in den Kommentaren vorgeworfen, das Elend des Mannes für ein belustigendes Ratespiel zu missbrauchen. Es sei jedoch nie die Absicht des Social-Media-Teams gewesen, sich über den Obdachlosen lustig zu machen, wie ein Polizeisprecher am Dienstag sagte.
Nach Betrachtung der Kommentare habe man sich entschieden, den Beitrag zu löschen.

Nürnberg: Polizei Mittelfranken entschuldigt sich nach Tweet: Ihr solltet euch wirklich schämen!“

Die Entschuldigung kam auf Twitter nur mäßig an. So schrieb ein Nutzer: „Danke für die Einsicht und Entschuldigung. Allerdings bringt die uns ja nun wenig. Seid einfach das nächste Mal die bessere Version von euch selbst und denkt davor darüber nach wie das wirkt und ob ihr so dargestellt werden möchtet.“

Auch eine weitere Person war damit nicht zufrieden: „Ihr solltet Euch wirklich schämen. Da fragt man sich was für ein Menschenbild bei Ihnen vorherrscht. Das ist mehr als traurig.“ Und eine weitere fragt: „Genial. Sollte ich Mal was wirklich dummes tun ‚entschuldige‘ ich mich eben auf Twitter und gut ist? Zählt das auch bei Ordnungswidrigkeiten oder nur wenn man sich wie das letzte Arschloch verhalten hat?“

Polizei Mittelfranken entschuldigt sich nach Tweet: Formulierung löst Unzufriedenheit aus

Eine Twitter-Nutzerin zeigt sich besonders mit der Formulierung der Entschuldigung unzufrieden. Dass die Polizei bedauerte, dass der Post „falsch verstanden wurde“, würde die Schuld auf den Empfänger der Nachricht schieben. Solche Formulierungen seien deshalb für eine „ehrliche Entschuldigung ungeeignet.“

Corona in Bayern: Wegen der Pandemie wurde die Polizeischüler-Ausbildung verkürzt, der Vizepräsident der bayerischen Bereitschaftspolizei warnt nun vor Problemen.

Die Polizei in Bad Brückenau (Landkreis Bad Kissingen) stellte einer dreijährigen Falschparkerin einen Strafzettel aus und forderte ein kurioses „Bußgeld“.

Alle Nachrichten aus Nürnberg und Umgebung sowie ganz Bayern lesen Sie immer bei uns. (kam/dpa) : *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare