Segen auch für Homosexuelle Paare

Nürnberger Priester stellen sich gegen Vatikan - „Müssen aus tiefster Überzeugung widersprechen“

  • vonTanja Kipke
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Mehrere katholische Pfarrer aus Nürnberg haben sich für die Segnung homosexueller Paare ausgesprochen. Sie stellen sich damit gegen die Verordnung des Vatikans.

Nürnberg - Am 15. März gab der Vatikan* eine Glaubenskongregation bekannt, in der der Frage nach der Segnung homosexueller Paare nachgegangen wurde. In der Kongregation heißt es, dass die Kirche nicht die Vollmacht besitze, Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts zu segnen. Die Erklärung dieser Unzulässigkeit sei „die Wahrheit des liturgischen Ritus in Erinnerung und das, was dem Wesen der Sakramentalien zutiefst entspricht, so wie die Kirche sie versteht“, so heißt es im Papier des Vatikans.

Die Nürnberger Priester möchten die Äußerungen des Vatikans  „nicht unwidersprochen stehen lassen“, so heißt es in einer Pressemitteilung der katholischen Stadtkirche in Nürnberg*. „Der Behauptung der Glaubenskongregation, dass homosexuelle Partnerschaften nicht gesegnet werden können, müssen wir aus tiefster Überzeugung widersprechen“, so die Priester in ihrer Stellungnahme. 15 Priester haben die Stellungnahme unterzeichnet, die auf Initiative des Nürnberger Stadtdekans Andreas Lurz und des Jesuitenpaters Ansgar Wiedenhaus ins Leben gerufen wurde.

Nürnberger Priester sprechen sich für Segen homosexueller Paare aus

Homosexuelle Partnerschaften seien keine Sünde und die Behauptung des Vatikans widerspreche dem Auftrag, Menschen an den wichtigen Stationen ihres Lebens zu begleiten und ihnen Gottes Segen zuzusprechen, heißt es in der Stellungnahme weiter. „Als Priester und Seelsorger erleben wir, dass Gott sich überall dort finden lässt, wo Menschen in Liebe und Treue miteinander verbunden sind und einander in Respekt begegnen“. Sie seien daher überzeugt, dass der seelsorgerliche Dienst ihnen gebietet, die Liebe zwischen Menschen zu segnen.

Auch bei vielen Anderen regt sich der Widerstand gegen das Nein des Vatikans zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare. Unter dem Hashtag „#pastoraler Ungehorsam“ wenden sich etliche Geistliche gegen die Haltung Roms, so heißt es in einem Bericht vom Bayerischen Rundfunk (BR). Auch Bambergs Erzbischof Ludwig Schick betonte in einer Predigt, Gottes Segen stehe auch denen zu, die eine andere Lebensform als die Familie für sich gewählt hätten. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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Rubriklistenbild: © Joern Neumann / imago images

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