Knapp 550 Demonstranten protestierten auf dem Nürnberger Kornmarkt gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung.
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Knapp 550 Demonstranten protestierten am Samstagnachmittag auf dem Nürnberger Kornmarkt gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung.

Kundgebung am Samstag

Corona-Demo in Nürnberg: 550 Demonstranten auf dem Kornmarkt - Polizei muss einschreiten

  • Katarina Amtmann
    vonKatarina Amtmann
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In Nürnberg fand am Samstag eine Demo der Querdenker-Szene gegen die Corona-Maßnahmen statt. Polizei zieht grundsätzlich ein positives Fazit von ihrem Einsatz.

Update vom 27. März, 20.26 Uhr: Knapp dreieinhalb Stunden dauerte die Demo auf dem Nürnberger Kornmarkt. Rund 550 Menschen trafen sich dort, um gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung zu demonstrieren. Dabei kam es immer wieder zu Verstößen gegen die Einhaltung des Mindestabstands und der Maskenpflicht. Aber insgesamt verlief die Veranstaltung ohne größere Zwischenfälle, resümiert die Polizei Mittelfranken in einer Pressemitteilung.

Weil es wiederholt zu Abstandsmissachtungen kam, „intervenierte die Polizei bei der Versammlungsleiterin“. Anschließend seien Polizeibeamte durch Reihen der Teilnehmer gegangen und haben auf das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes hingewiesen, heißt es weiter. Außerdem überprüften die Ordnungshüter Masken-Befreiungsatteste.

Gegen eine Person wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Gebrauchs unrichtiger Gesundheitszeugnisse eingeleitet. Insgesamt 19 Personen mussten sich wegen Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz verantworten. 21 Personen wurden des Platzes verwiesen. Um 18 Uhr wurde die Veranstaltung dann von der Polizei aufgelöst.

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Erstmeldung vom 27. März 2021, 12.00 Uhr

Nürnberg - Heute Nachmittag (15.30 Uhr) findet in Nürnberg* eine Kundgebung der Gegner der Corona-Maßnahmen statt. Die Veranstalter haben vor dem Verwaltungsgericht Ansbach einen Teilsieg errungen, doch ein Marsch durch die Innenstadt* bleibt tabu. Das berichtet nordbayern.de.

Querdenken-Demo in Nürnberg: Organisatoren erringen Teilsieg vor Gericht

Für die Kundgebung hatte die Stadt Nürnberg der Gruppe „Querdenken 911“ Vorgaben gemacht. Streitpunkte waren das Wie und das Wo, also der Versammlungsort. Weil es keine Einigung gab, zogen die Organisatoren der Demonstration per Eilantrag vor das Verwaltungsgericht in Ansbach. Nun jubelt die Querdenker-Szene auf Facebook von einem „Sieg vor Gericht“, wie das Portal weiter berichtet. Doch dabei handelt es sich eher um einen Teilsieg.

Zwar müssen die von den Veranstaltern angegebenen 850 Teilnehmer nicht an die Peripherie Nürnbergs - die Stadt erlaubte die Demo nur an der Meistersingerhalle - sondern können sich wie gewünscht in der Innenstadt treffen. Doch beim Wie machte das Gericht dann doch einen Strich durch die Rechnung, wie nordbayern.de berichtet. Die Organisatoren hatten einen Aufzug durch die Innenstadt angemeldet - vom Hauptmarkt bis zum Kornmarkt. Doch von einem Marsch durch das Zentrum mit rund 850 Teilnehmern würden„voraussichtlich infektionsschutzrechtlich nicht mehr vertretbare Gefahren ausgehen“, zitiert das Portal aus einer Pressemitteilung des Gerichts. Das Gericht folgt an dieser Stelle deshalb der Argumentation der Stadt, die Kundgebung bleibt am Kornmarkt ortsfest.

Die aktuellen Corona-Zahlen für Nürnberg vom Freitag, den 26.03.2021

Querdenken-Demo in Nürnberg am Samstag - SPD warnt: „Krawall und Hass“

Außerdem liege dem Aufzug kein Hygienekonzept vor, heißt es. Das Gericht geht weiter davon aus, dass Mindestabstände bei einem Zug durch die Innenstadt nicht mehr eingehalten werden können. Für die Einsatzkräfte* sei es bei einem Aufzug weiterhin schwerer, die Identitäten von Teilnehmern festzustellen, die sich nicht an die Vorgaben halten, berichtet nordbayern.de.

Die Nürnberger SPD warnt derweil vor den Gegnern der Corona*-Maßnahmen. Die Partei bittet laut dem Portal, „nicht auf die Querdenker-Szene und deren Akteure hereinzufallen“. In einer Pressemitteilung wendet sich SPD-Partei- und Fraktions-Chef Thorsten Brehm an die Öffentlichkeit: „Die Veranstalter sind eine Mischung aus rechten Kräften und Verschwörungstheoretikern - mit fließendem Übergang. Die empörenden Bilder von zurückliegenden Demos in anderen Städten zeigen, dass es dort vor allem um Krawall und Hass geht.“ Gemeint ist damit wohl auch die Demonstration in Kassel, wo es zu Ausschreitungen kam. Der Gewerkschaft der Polizei reicht es deshalb.

Bayern will in acht Städten weitreichende Öffnungen nach Ostern testen. Nürnberg möchte einer dieser Modellstädte sein. OB Marcus König hat schon einen genauen Plan.

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