Nuernberg, in der Altstadt am Hauptmarkt findet der Obstmarkt statt, links der Schoene Brunnen mit neuen Rathaus
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Das neue Rathaus in Nürnberg

Die zweitgrößte Stadt Bayerns

Nürnberg

Nürnberg gehört mit 520.000 Einwohnern zu den 15 größten Städten Deutschlands. Die Großstadt bildet einen Teil der gleichnamigen Metropolregion.

  • Nürnberg bildet mit Erlangen, Schwabach und Fürth eine der drei Metropolen des deutschen Bundeslands Bayern.
  • Die Stadt verkörpert zugleich das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Europäischen Metropolregion Nürnberg.
  • Sehenswürdigkeiten wie die Nürnberger Burg erzählen von der Geschichte der Großstadt, die in das Frühmittelalter zurückreicht.

Nürnberg – Die mittelfränkische Stadt dehnt sich auf einer Fläche von 186,38 Quadratkilometern entlang beider Ufer der Pegnitz aus, die Nürnberg über eine Länge von 14 Kilometern durchquert. Sie gliedert sich in sieben Stadtbezirke und weist eine Bevölkerungsdichte von 2.781 Einwohnern pro Quadratkilometer auf. Neben München und Augsburg stellt Nürnberg eine der drei Metropolen im deutschen Bundesland und Freistaat Bayern dar.

Nürnberg – die Geschichte der Stadt im Überblick

Nürnberg entwickelte sich aufgrund seiner günstigen geografischen Lage bereits zu Beginn des elften Jahrhunderts zur Messe- und Handelsstadt. Hier folgt eine Übersicht zur Geschichte der zweitgrößten Stadt Bayerns.

  • 850 entstand die erste Siedlung im Bereich des heutigen Hauptmarkts, im Zentrum der Altstadt.
  • 1050 wurde Nürnberg in der Sigena-Urkunde von Kaiser Heinrich III. erstmals urkundlich erwähnt.
  • 1065 erhob Kaiser Heinrich IV. Nürnberg vom Reichsgut zum Hochgerichts- und Verwaltungsbezirk.
  • 1219 erließ König Friedrich II. den Großen Freiheitsbrief, wodurch Nürnberg zur Freien Reichsstadt wurde.
  • 1356 wurde am Nürnberger Hoftag die Goldene Bulle verkündet. Sie repräsentiert das bedeutsamste Verfassungsdokument des Mittelalters und wurde von Kaiser Karl IV. erlassen.
  • 1803 wurde Nürnberg von französischen Truppen besetzt, 1806 erfolgte die Eingliederung in das Königreich Bayern.
  • 1935 wurden am siebten Reichsparteitag der NSDAP die Nürnberger Gesetze beschlossen.
  • 1945 wurde die Nürnberger Altstadt durch Luftangriffe während des Zweiten Weltkriegs fast vollständig zerstört. Im November fanden die Nürnberger Prozesse gegen Kriegsverbrecher statt.
  • 1948 gingen Wilhelm Schlegtendal und Heinz Schmeißner aus einem Architekturwettbewerb für den Wiederaufbau der Stadt als Gewinner hervor.

Nürnberg – die Entwicklung von Wirtschaft & Industrie

Im Spätmittelalter legte die Ausdehnung des Fernhandels den Grundstein für die blühende Wirtschaft der damaligen Reichsstadt Nürnberg.

  • 1470 bis 1530 zählte das Fernhandelszentrum Nürnberg – neben Köln und Prag – zu den größten und bedeutendsten Städten des Heiligen Römischen Reiches.
  • 1835 war der „Adler“ die erste Eisenbahn Deutschlands. Sie verkehrte zwischen Nürnberg und Fürth und markierte einen Meilenstein für den industriellen Aufschwung der Stadt.
  • Nürnberg wurde durch die Errichtung des Ludwig-Donau-Main-Kanals 1835 bis 1846 zur Hafenstadt. Der Handelshafen Nürnberg war bis zu seiner Auflassung 1950 ein trimodaler Güterumschlagplatz.
  • 1870 bis 1939 war die Entwicklung zu einem Zentrum der Modelleisenbahn- und Spielwarenindustrie richtungsweisend für die Wirtschaft. Eine wesentliche Rolle spielte das 1866 gegründete Unternehmen der Gebrüder Bing, das sich vor dem Ersten Weltkrieg zur größten Spielwarenfabrik weltweit entwickelte.
  • 1873 setzte die Gründung der Mars-Werke den ersten Schritt für den Aufstieg der Nürnberger Motorradindustrie. Mit dieser sind auch die Hercules-, die Victoria- und die Zündapp-Werke als Fahrrad- und Kraftfahrzeughersteller eng verbunden.
  • 1950 hatte die Nürnberger Motorradindustrie an Bedeutung verloren. Zu Symbolen des Wirtschaftswunders avancierten unter anderem folgende Unternehmen: die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg, die Siemens-Schluckert-Werke, der Rundfunkgeräte-Hersteller Grundig und der Speiseeis-Hersteller Schöller.
  • 1950 fand erstmals die Nürnberger Spielwarenmesse statt, die sich als weltgrößte Fachmesse der Spielwarenbranche etabliert hat.

Nürnberg – Zahlen & Fakten zur Wirtschaft heute

Der moderne Wirtschaftsstandort Nürnberg ist durch Dienstleistungs-, Hightech- und Industrieunternehmen geprägt. Die Stadt liegt im Sektor Informations- und Kommunikationswirtschaft europaweit vorn. Sie spielt als Zentrum für Forschung, Entwicklung und Technik sowie als Messe- und Kongressstandort eine bedeutende Rolle.

  • Aus der Branchenvielfalt von mehr als 25.000 Unternehmen resultiert eine Brutto-Wertschöpfung von 20,9 Milliarden Euro.
  • Auf dem Sektor Informations- & Kommunikationstechnologie rangiert Nürnberg mit 27.000 Beschäftigten deutschlandweit auf dem zweiten Platz. Hinsichtlich der Patentquote liegt die deutsche Stadt europaweit an dritter Stelle. Mit 1.300 Unternehmen, die an Embedded Systems für die internationale Hightech-Industrie arbeiten, gehört Nürnberg in diesem Wirtschaftsbereich zu den Top Ten in Deutschland.
  • 1.250 Unternehmen erwirtschaften im Energiesektor am Standort Nürnberg mit 16.500 Beschäftigten einen jährlichen Gesamtumsatz von sechseinhalb Milliarden Euro.
  • Die Messe und das Nürnberg Convention Center weisen eine Ausstellungsfläche von 170.000 Quadratmetern auf. Zu den 120 nationalen und internationalen Kongressen und Fachmessen jährlich zählen die Consumenta, die Spielwarenmesse, die BIOFACH, die BrauBeviale, die FachPack und die embedded world.
  • Die Wirtschaft Nürnbergs basiert zu 33 Prozent auf unternehmensbezogenen Dienstleistungen sowie Unternehmen der Immobilien-, Versicherungs- und Finanzwirtschaft.

Nürnberg – die Sehenswürdigkeiten der Historischen Meile

Die Sehenswürdigkeiten von Nürnberg spiegeln die bewegte Geschichte der Stadt wider. Eines der bedeutendsten Baudenkmäler und zugleich Wahrzeichen ist die Nürnberger Burg, die aus der Zeit um 1000 stammt. Sie gehört zur Historischen Meile Nürnberg, die die mittelalterliche Altstadt seit 2000 in Form eines kulturhistorischen Stadtrundgangs erschließt.

  • Ihre Stationen umfassen die Stadtbefestigung, die Marthakirche, die Klarakirche, die Mauthalle, die Lorenzkirche, das Nassauer Haus und das Heilig-Geist-Spital.
  • Ein Exkurs in den Osten der Altstadt führt zum Synagogendenkmal, zum Schuldturm, zur Katharinenruine, zur Frauenkirche und zum Hauptmarkt. Darauf folgen der Schöne Brunnen, das Rathaus und das Fembohaus.
  • Der Exkurs im Norden der Altstadt beinhaltet die Stationen Tucherschloss, Pellerhaus, Sieben Zeilen, Kaiserburg, Felsenberg, Handwerkerhäuschen, Pilatushaus und Tiergärtnertor.
  • Der Exkurs in St. Johannis startet am Johannisfriedhof. Er führt über die Hesperidengärten zum Nürnberger Kreuzweg, zum Albrecht-Dürer-Haus und zum Historischen Kunstbunker. Nach dem Altstadt-Ensemble an den Krämersgassen stehen die Felsengänge, das Schnürstabhaus, die Sebalduskirche und der Sebalder Pfarrhof auf dem Programm. Nach einem Abstecher zum Spielzeugmuseum im Hallerschen Haus geht es weiter zur Weißgerbergasse, zum Kettensteg, zum Weinstadel, zum Unschlitthaus auf dem Unschlittplatz, zum Henkersteg und zur Markthalle „An den Fleischbänken“.

Nürnberg – die Stadt des Friedens und der Menschenrechte

Nürnberg wurde während der Zeit des Nationalsozialismus zur Stadt der Reichsparteitage erklärt. Von diesem Abschnitt in der Geschichte zeugen monumentale Bauwerke wie die Kongresshalle und die Zeppelintribüne auf dem Reichsparteigelände sowie die Südkaserne. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Nürnberg von 1945 bis 1949 zum Schauplatz der Nürnberger Prozesse und profilierte sich als Stadt der Menschenrechte.

1993 wurde in der Nürnberger Innenstadt die Straße der Menschenrechte eröffnet. Verdiente Personen erhalten seit 1995 jedes zweite Jahr den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis. Im Anschluss an die Verleihung setzt die Friedenstafel in der Altstadt ein Zeichen für Toleranz, Frieden und die Achtung der Menschenrechte.

Nürnberg – Wissenswertes zur Politik

Mit Marcus König regiert seit dem ersten Mai 2020 ein Oberbürgermeister der CSU die Stadt Nürnberg. Seine Wahl markierte eine Wende in der Politik, nachdem von 1996 bis 2002 ohne Unterbrechung Oberbürgermeister der SPD gewählt worden waren. Marcus König setzte sich im Rahmen der Kommunalwahlen 2020 gegen den SPD-Kandidaten Thorsten Brehm durch. Er löste seinen Vorgänger Ulrich Maly nach einer Amtszeit von 18 Jahren ab.

Nürnberg – die Bedeutung des Fußballs

Zum Ruf Nürnbergs als Sporthochburg trug maßgeblich der Fußball bei. Der 1. Fußball-Club Nürnberg, Verein für Leibesübungen e.V., bekannt als 1. FC Nürnberg, wurde am 4. Mai 1900 gegründet. Er ist Gründungsmitglied der Bundesliga und zählt mit neun Meisterschaftserfolgen und vier Titeln im DFB-Pokal zu den erfolgreichsten Fußballvereinen Deutschlands. Die Vereinsfarben des 1. FC Nürnberg sind Rot und Weiß, die Spielkleidung ist Weinrot und Schwarz.

Mit Stand September 2020 verzeichnete der Fußball-Club 24.406 Mitglieder; aktuell ist er der größte Sportverein der Stadt. In der Saison 2019/20 belegte er in der 2. Bundesliga den 16. Platz. Seine Spielstätte, das Max-Morlock-Stadion, zählt mit 50.000 Plätzen zu den größten Fußballstadien des Landes.

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