Blick über die Dächer der Altstadt auf die Sebalduskirche und die Kaiserburg in Nürnberg
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Die Stadt Nürnberg hat Pläne für den neuen Stadtquartier Lichtenreuth. (Symbolbild)

Auswahl getroffen

Nürnberg ist eine von elf Modellkommunen für das Projekt „Smart Cities Smart Regions“

Nürnberg will als Modellkommune die Entwicklung des Areals Lichtenreuth vorantreiben. Das Entwicklungskonzept soll an die Bedürfnisse der Bewohner angepasst werden.

Nürnberg - Nürnberg* ist eine der elf Modellkommunen in Bayern für das Projekt „Smart Cities Smart Regions“. Die Auswahl hat das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr (StMB) getroffen. 

Als Modellkommune möchte die Stadt Nürnberg die zukunftsfähige Entwicklung des Areals Lichtenreuth als Reallabor vorantreiben. Bis Herbst 2022 soll hierzu ein sogenanntes „Integriertes Digitales Entwicklungskonzept“ (IDEK) auf die Beine gestellt werden. 

Nürnberg: Stadt will Entwicklungskonzept für Reallabor schaffen 

Das Reallabor ermöglicht es, neue Ansätze zu erproben und Erfahrungen zu sammeln. Im Zuge dessen sollen Innovationen auf den Weg gebracht, ihr Nutzen getestet und Entscheidungsgrundlagen geschaffen werden. 

Am Freitag (2. Juli) fand die als Zukunftswerkstatt angelegte virtuelle Auftaktveranstaltung mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Verwaltung statt. Im Fokus standen drei Themenkomplexe: Städtebau, Wohnen und Infrastruktur. Aber auch Mobilität und Verkehr sowie Bildung, Kultur und Soziales wurden interaktiv diskutiert.  

Die Themen Daten, Dateninfrastruktur, Klimaschutz und Klimawandel sowie Beteiligungsformate und Kooperationen fanden ebenfalls Beachtung. Die Teilnehmenden trugen zahlreiche Ideen zusammen. So soll etwa ein Quartiersbüro als Schnittstelle zwischen digitalen und analogen Angeboten entwickelt werden und Menschen beim Einstieg in die Nutzung von Apps und digitalen Dienstleistungen im Quartier unterstützen.  

Nürnberger Areal Lichtenreuth: Das ist für das neue Stadtquartier geplant 

Auf dem Gelände des alten Südbahnhofs an der Brunecker Straße entsteht zwischen dem Hasenbuck und dem Volkspark Dutzendteich ein neues Stadtquartier. Das Areal soll Wohn- und Büromöglichkeiten mit weiträumigen Grünflächen bieten. Auch die Technische Universität Nürnberg wird dort ihren Standort haben. Die Flächen sind in drei Module eingeteilt: Im Modul I sollen rund 1500 Wohneinheiten für 3000 Menschen geschaffen werden. Hinzu kommen Kindertagesstätten und Geschäfte zur Nahversorgung. Im Zentrum ist ein großer Quartierspark geplant, der sich in Modul II fortsetzt.

Der zweite Teil des Moduls I am Südrand des Areals, angrenzend an den Rangierbahnhof, wird naturnah belassen und dient somit als Ausgleichsfläche. Modul II wird als Wohnquartier ähnlich dem Modul I aufgebaut. Es soll hauptsächlich oder sogar ausschließlich aus Geschosswohnungsbau bestehen. Der Park aus Modul I setzt sich hier fort und stellt damit eine räumliche Verbindung durch das gesamte Quartier zum Volkspark Dutzendteich her. Modul III wird das Areal der Technischen Universität Nürnberg. 

Neuer Stadtteil soll bestens vernetzt werden 

Der neue Stadtteil soll mit den umliegenden Quartieren und dem Volkspark Dutzendteich gut verbunden werden. Neben der Vernetzung von Wegen wird auch eine digitale Steuerung von Besucherströmen oder die Zusammenarbeit bei digitalen Projekten in Betracht gezogen. Geplant ist ebenfalls ein digitaler Zwilling von Gebäuden und physischer Strukturen, der in Zukunft viele Anwendungsmöglichkeiten bieten kann.  

Solch eine Lösung ermöglicht es bereits in der Planungsphase Themen wie Infrastrukturplanung oder Gebäudeinstandhaltung zu modellieren. Das kann vor allem in dem langen Planungs- und Realisierungszeitraum von erheblicher Bedeutung werden. 

Nürnberg: Digitalisierung soll umweltfreundliche Verkehrsarten ermöglichen 

Innovative und intelligente Verkehrstechnik und Mobilitätssysteme sollen Digitalisierung in Lichtenreuth ermöglichen, den motorisierten Individualverkehr auf ein Mindestmaß zu reduzieren und umweltfreundliche Verkehrsarten zu fördern, wie etwa öffentlicher Personennahverkehr, Fuß- und Radverkehr. Der Einsatz moderner Sensorik und smarter Lösungssysteme soll unter anderem dynamische Fahrgastinformation in Echtzeit liefern. Ebenfalls etabliert werden könnte ein attraktives Sharing Angebot (Nutzen statt Besitzen) basierend auf E-Mobilität.

Der ruhende Verkehr könnte darüber hinaus an ausgewählten Orten konzertiert und durch Digitalisierung auf ein Mindestangebot optimiert werden. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass Digitalisierung an den Bedürfnissen der künftigen Bewohner und Besucher in Lichtenreuth ausgerichtet sein muss, um so einen Mehrwert für deren Lebens- und Arbeitswelten zu schaffen. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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