1. Startseite
  2. Bayern
  3. Nürnberg & Franken

Tiergarten Nürnberg freut sich über Kulan-Nachwuchs im kasachischen Schutzgebiet

Erstellt:

Kommentare

Kulane im Nürnberger Tiergarten.
Eine Kulanstute mit Fohlen im Tiergarten Nürnberg (Archivbild) © Tiergarten Nürnberg

Der Tiergarten Nürnberg unterstützt ein Wiederansiedlungsprojekt in Kasachstan. Dabei sollen Kulane vor Ort angesiedelt werden. Mit Erfolg: Es gibt Nachwuchs.

Nürnberg – Nicht nur im Tiergarten Nürnberg* selbst spielt Artenschutz eine Rolle. Der Tiergarten unterstützt seit 2012 ein Wiederansiedlungsprojekt von Kulanen im kasachischen Altyn Dala-Schutzgebiet. Die Projektbeteiligten haben Grund zur Freude: Nach Jahren der Rückschläge gibt es den ersten Kulan-Nachwuchs in Zentralkasachstan seit den 1930er Jahren.

Nürnberg: Tiergarten setzt sich für Erhalt der Kulans ein - Artenchutzprojekt erfolgreich

Ein kleines weibliches Fohlen kam gesund im Projektzentrum in der Region Kostanay zu Welt, wie der Tiergarten Nürnberg* berichtet. Das internationale Projekt der Altyn Dala Conservation Initiative fördert den Aufbau einer eigenständigen Population in Kasachstan. Der Tiergarten Nürnberg beteiligt sich daran. Mittlerweile leben drei Kulane in dem Zentrum: ein Männchen, ein Weibchen und ein Fohlen. Ziel ist die Wiederansiedlung der Art in ihrem ursprünglichen Lebensraum, der Turgai-Steppe.

Laut der Weltnaturschutznation gibt es weltweit nur noch rund 3200 erwachsenen Tieren. In den vergangenen 200 Jahren ist ihr Verbreitungsgebiet auf drei Prozent geschrumpft. Das Wiederansiedlungsgebiet für die Kulane liegt im Altyn Dala-Schutzgebiet und ist etwa 60.000 Quadratkilometern groß.

Nürnberg: Tiergarten hat jahrelange Erfahrung mit Kulanen

Auch im Tiergarten Nürnberg selbst leben Kulane: 2021 kamen im Mai und Juni insgesamt drei Jungtiere der stark gefährdeten Tierart zur Welt, ein Weibchen und zwei Männchen. Sie spielen im Rahmen des vom Zoo Wrocław (Polen) koordinierten Europäischen Erhaltungszuchtprogramms eine wichtige Rolle für den Erhalt der Tierart.

Der Tiergarten Nürnberg hat jahrelange Erfahrung in der Haltung und dem Transport von Kulanen. Sein Wissen, etwa rund um das Fangen und das Betreuen großer Wildtiere, konnte in dem Projekt in Kasachstan bereits gut gebraucht werden. Während die kasachischen Partner die Tiere vor Ort in den National­parken sehr gut kennen und wissen, wie man sie in Viehgehegen einfangen kann, steuern die Zoos das veterinär­medizinische Knowhow und Equipment bei.

Während die kasachischen Partner die Transportrouten ausarbeiten, planen die Zoos den Bau von Transportkisten und -methoden. Der Tiergarten engagierte sich fast zwei Jahre lang bei der Vorbereitung und dem Bau des Auswilderungsgeheges und der Ranger-Unterkünfte. Die kasachische Projektkoordinator war sogar für zwei Monate zu Gast in Nürnberg. Dabei lernte er mehr über Tiermanagement, Verhaltensbiologie in Gehegen und tiermedizinische Versorgung.

Nürnberg: Kulane in Kasachstan tragen GPS-Halsbänder und Kameras

Um die Routen der Kulane nachzuverfolgen, wurden die Tiere in Kasachstan mit GPS-Halsbändern und Kameras ausgestattet. Der Verein der Tiergartenfreunde Nürnberg e.V. kaufte die Utensilien im Wert von 35.000 Euro. Der finanzielle Beitrag des Tiergartens Nürnberg an diesem Millionenprojekt, dessen Kosten sich die beteiligten Naturschutzorganisationen ZGF, RSPB und ACBK teilen, beträgt zum Stand Juni 2021 gut 235.000 Euro. Als Schwesterzoo des Tiergartens steuerte der Zoo von Taipeh nochmals 30.000 Euro bei. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Übrigens: Die wichtigsten Geschichten aus dem schönen Nürnberg gibt‘s jetzt auch in unserem brandneuen, regelmäßigen Nürnberg-Newsletter.

Auch interessant

Kommentare