Animation des Tiergarten Nürnbergs. Neues Projekt „Reichswald von morgen und Tiere von gestern“
+
Animation des neuen Geheges mit asiatischer Vegetation im Nürnberger Tiergarten.

Änderungen im Tierbestand

Nürnberger Tiergarten baut neues Heim für bedrohte Tiere aus Asien

  • vonTanja Kipke
    schließen

Der Tiergarten Nürnberg baut unter dem Motto „Reichswald von morgen und Tiere von gestern“ einige Tieranlagen um und schafft somit ein neues Heim für bedrohte Tierarten.

Nürnberg - Der Tiergarten Nürnberg* plant eine große Umbauaktion. Im mittig gelegenen Teil des Tiergartens, der sogenannten Mittelspange, saniert der Tiergarten in den nächsten Jahren alle bestehenden Tieranlagen. Landschaftlich sind in den verschiedenen Gehegeabschnitten unterschiedliche Lebensraumtypen vorgesehen. Auch bei den Tierarten geht man zukünftig andere Wege.

Als tiergärtnerische Innovation wird versucht, alle sechs Gehege so untereinander zu verbinden, dass alle dort gehaltenen Tierarten in unterschiedlichsten Konstellationen alleine oder vergesellschaftet gehalten werden können, so heißt es in einer Mitteilung der Stadt Nürnberg*. Daher werden in einem ersten Schritt die Gehege der Rentiere, Wapitihirsche und Wisente zusammengefasst. Mit dem Umbau beendet der Tiergarten die Haltung der Rentiere und Wapitihirsche. Andere Tierarten sollen in Zukunft die Gehege in der Mittelspange bewohnen.

Nürnberg: Tiergarten Nürnberg baut Gehege für bedrohte Tierarten

Welche Tiere genau in die neuen Gehege einziehen werden, sei noch nicht ganz geklärt. Sicher sei jedoch, dass es sich vorwiegend um bedrohte asiatische Tierarten handeln wird. Bereits heute gesetzt sind die Schabrackentapire, Hirscheber und Prinz-Alfred-Hirsche. Für die Schabrackentapire und Hirscheber koordiniert der Tiergarten Nürnberg das Erhaltungszuchtprogramm der Europäischen Zoos. Es kommen vermutlich noch eine seltene Rinderart und mindestens eine Antilopen- beziehungsweise Gazellenart hinzu, heißt es im Bericht weiter.

Der Arbeitstitel des neuen Gehegeprojekts lautet: „Reichswald von morgen und Tiere von gestern“. Dies soll bedeuten, dass sich die Vegetation im Reichswald durch die Klimaveränderung in Nürnberg so stark verändern werde, dass der Wald keine Ähnlichkeit mehr mit dem uns heute vertrauten Bild haben werde. „Diese Verfremdung wird in dem Projekt der Mittelspange überspitzt dargestellt, durch eine exotisch anmutende asiatische Vegetation, die zwischen den heimischen Bäumen ins Auge fallen wird“, erläutert Tiergartendirektor Dr. Dag Encke.

Video: Vom Aussterben bedroht - Seltene Tierarten im Nürnberger Tiergarten

Neues Gehegeprojekt auch mit asiatischer Vegetation geplant

Im neuen Gehege will man verschiedene asiatische Pflanzen- und Baumarten setzen. Diese Pflanzen seien auch optisch ein Hingucker. So sorgen sie zu unterschiedlichen Jahreszeiten mit verschiedenen Farben für Aufsehen – von gelber Blüte im Januar bis Herbst, bis zum flammenden Rot zum Jahresausklang. Das verfremdete Waldbild steht symbolisch für eine „neue Natur“, die das Bekannte ersetzen wird. „Die Tiere repräsentieren im Gegensatz zu den Pflanzen zwar auch asiatische Lebensräume, verkörpern aber das Gegenteil: Sie werden in ihrer Heimat ausgestorben sein, wenn die Vegetation ihrer ehemaligen Lebensräume in Europa eine neue Heimat gefunden haben könnte“, wie es im Bericht der Stadt Nürnberg* heißt. (tk) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Weitere Nachrichten aus Nürnberg und der Region bekommen Sie immer aktuell bei uns.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare