Verschiedene Brotsorten beim Bäcker
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Frische Backwaren gibt es künftig nicht mehr bei der Bäckerei Gräf in Großgründlach. (Symbolbild)

Geschäftssterben geht weiter

Nach 145 Jahren: Fränkische Traditionsbäckerei schließt für immer

  • Leyla Yildiz
    VonLeyla Yildiz
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Im Nürnberger Stadtteil Großgründlbach macht der letzte von drei Bäckern Ende September zu. Damit geht das Geschäftssterben in dem Dorf weiter.

Nürnberg - Sie ist die letzte von drei Bäckereien in Großgründlach. Doch nun schließt auch sie für immer die Türen. Mit einem Zettel an der Glasscheibe des großen Schaufensters kündigt die Familie Gräf die Schließung ihrer Bäckerei Gräf an - schon zum 30. September. Wie Nordbayern.de berichtet, schreiben sie darauf: „Liebe Kunden, mit großem Bedauern müssen wir nach 145 Jahren Bäckerei Gräf unsere Familienbäckerei aus personellen und altersbedingten Gründen zum 30.09.2021 schließen. Diese Entscheidung fällt uns nicht leicht. Wir bedanken uns sehr bei Ihnen für Ihre langjährige Treue und wünschen Ihnen für die Zukunft alles erdenklich Gute. Ihre Bäckerei Gräf & Team“.

Damit schließt nun wieder ein Geschäft in Großgründlach. Der Stadtteil von Nürnberg* liegt genau an der Grenze zu den Stadtgebieten von Fürth* und Erlangen* und hat schon in der Vergangenheit immer wieder Verluste in der Ladenlandschaft hinnehmen müssen. Nun eben auch die letzte Bäckerei.

Familienbäckerei Gräf in Großgründlach schließt: Es gab mal drei Bäcker in dem Dorf

Thomas Röhrich, der erste Vorsitzende des Vorstadtvereins Alt-Gründlach, erklärte gegenüber Nordbayern.de, dass es sehr schade sei, dass die Tradition immer weniger werde. Er vergleicht heute mit früher, als in dem Ort noch drei Bäcker und vier Metzger ansässig waren. Doch heutzutage gebe es nur noch den Bauernladen im Ortskern.

Gründe für die Entscheidung der Gräfs kann er sich einige vorstellen. Beispielsweise, dass es schlichtweg immer weniger Nachfolger gibt. „Wer lernt heute noch ein Handwerk?“, fragt Röhrich gegenüber Nordbayern.de. Doch auch die Supermärkte mit ihrem breiten Gebäckangebot und, dass es an der Großgründlacher Hauptstraße nicht genügend Parkplätze gibt, könnten weitere Gründe für die Geschäftsaufgabe sein.

Nach Schließung von Traditionsbäckerei: Charme des Dorfes geht verloren

Für die Bürger des Stadtteils sieht Thomas Röhrich nun einen deutlichen Rückschlag. Der Charme des Dorfes würde seiner Meinung nach verloren gehen. Die Hoffnung des Vorsitzenden ist deshalb groß, dass sich wieder ein Bäcker dort ansiedelt. Für die älteren Mitbürger wäre das zumindest eine Erleichterung, denn laut Röhrich gibt es zwar einen Bäcker im Gewerbegebiet Schmalau, allerdings sei es für die Senioren immer schwieriger, dorthin zu kommen. Die Zukunft wird es also bringen, wie es in Großgründlach weitergehen wird. (ly) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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