1. Startseite
  2. Bayern
  3. Nürnberg & Franken

2G-Regel sorgt für Ärger an der FAU: Das sagt die Uni dazu

Erstellt:

Kommentare

Universität
An der FAU Erlangen gilt die 2G-Regel. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

An der FAU Erlangen herrscht die 2G-Regel: Ungeimpfte Studierende können nun nicht mehr an Präsenzveranstaltungen teilnehmen. Das hat zu einigem Ärger geführt.

Nürnberg – Seit dem 15. November gilt an der Universität Erlangen*-Nürnberg* coronabedingt die 2G-Regel. Ungeimpfte Studierende dürfen daher nicht mehr an den Präsenzveranstaltungen in den Hörsälen teilnehmen, berichtet nordbayern.de. In Bibliotheken, Lernräumen, Computerräumen und Selbstlernflächen herrscht dagegen 3G – ebenso bei Praxisveranstaltungen. Die Maßnahme soll „nicht nur der Sicherheit der Studierenden und Lehrenden dienen, sondern auch einem neuerlichen Lockdown im Präsenzbetrieb der Universitäten und Hochschulen vorbeugen“, teilte die FAU ihren Studierenden und Mitarbeitenden mit. 

Nürnberg: Sicherer Präsenzbetrieb ist das Wichtigste

Die Entscheidung für 2G im Uni-Betrieb war in der Region und ganz Deutschland hitzig diskutiert worden. “Uns war klar, dass wir hier eine Vorreiterrolle einnehmen und wahrscheinlich eine öffentliche Diskussion auslösen würden“, sagt FAU-Präsident Joachim Hornegger. Das Hauptaugenmerk liege jedoch auf einem sicheren Präsenzbetrieb – auch in Hinblick auf eine eventuelle Verschärfung der Pandemie: „Ich denke, wir haben einen guten Kompromiss gefunden.“

Nürnberg: 2G-Status wird stichprobenartig kontrolliert

Trotzdem erreichen die FAU viele Nachfragen. Sie betreffen aber meistens die Umstellung der Lehrveranstaltungen auf hybride und digitale Formate. Ungeimpfte Studierende können den Vorlesungen per synchroner Übertragung folgen. Nur wenn kein hybrides Format möglich ist, soll der Unterricht komplett online stattfinden. In Vorlesungen mit bis zu 50 Teilnehmern werden Lehrende den 2G-Status überprüfen. Bei größeren Veranstaltungen soll ein Sicherheitsdienst stichprobenartige Kontrollen durchführen, wie nordbayern.de berichtet.

„An der FAU wird niemand ausgesperrt oder vom Unigelände vertrieben“, versichert eine Sprecherin der FAU. Studierende sollen ihr Studium unabhängig von ihrem Impfstatus weiterführen können. Das bayerische Wissenschaftsministerium habe dies auch zur Bedingung für eine Einführung der 2G-Regel gemacht.

Nürnberg: Uni-Leitung erwartet keine Probleme bei Online-Unterricht 

Die Umstellung auf hybride oder digitale Angebote sieht FAU-Präsident Hornegger optimistisch: „Wir sind ins Wintersemester in Präsenz gestartet unter der Maßgabe, dass alle Lehrveranstaltungen notfalls und wenn die Pandemie es verlangt, innerhalb von kürzester Zeit komplett auf Online umgestellt werden können. Daher erwarten wir hier auch keine größeren Probleme.“

Die Studierendenvertretung der FAU unterstützt die Maßnahmen der Uni-Leitung. In den vergangenen Wochen seien zahlreiche E-Mails besorgter Studierender beim Sprecher und Sprecherinnenrat eingegangen, berichtet die Vorsitzende des studentischen Konvents, Luisa Weyers. Viele Absender wünschten sich strengere Hygienemaßnahmen, sowie eine striktere Umsetzung und Kontrollen. „Mit dem neu eingeführten 2G Konzept erkennen wir unsere Verantwortung an und gehen einen Kompromiss ein zwischen dem Wunsch nach sicherer Präsenzlehre und Studierbarkeit für alle“, erklärt Weyers.

Nürnberg: Kritik von RCDS, FDP und AfD 

Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten in Bayern (RCDS) kritisiert die Einführung von 2G. Er will kostenlose PCR-Tests für Studierende einführen. Damit soll eine Präsenzlehre nach dem 3G-Plus-Prinzip möglich sein. Zudem seien die digitalen Angebote an der Uni auch nach drei Semestern Online-Vorlesungen noch verbesserungsbedürftig.

Der wissenschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag, Wolfgang Heubisch, sieht das ähnlich. An allen Unis und Hochschulen in Bayern solle weiterhin die 3G-Regel gelten: „Auch nicht vollständig geimpfte Studierende haben ein Grundrecht auf Bildung, Forschung und Lehre. Jede Studentin und jeder Student muss die gleichen Voraussetzungen für das Studium bekommen und somit auch das Recht auf Präsenzveranstaltungen – sofern diese stattfinden.“

Zu einer drastischen Maßnahme greift indessen der Nürnberger AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Sichert auf seinen Social-Media-Kanälen. Unter dem Hashtag #WehretdenAnfängen bietet er dort jedem Studierenden an, eine Klage gegen die 2G-Regelung an den Universitäten zu finanzieren.

Nürnberg: Holocaust-Vergleiche in den sozialen Medien

Apropos Social Media: Dort geht die Diskussion über die 2G-Regelung hitzig weiter – Faschismus- und Holocaust-Vergleiche von 2G-Gegnern inbegriffen. „Wir sind schockiert darüber, welche Abgründe sich wegen einer sinnvollen und nachvollziehbaren, dem gesundheitlichen Schutz aller dienenden Entscheidung in unserer Gesellschaft auftun“, sagt Luisa Weyers von der FAU-Studierendenvertretung.

An der Technischen Hochschule Nürnberg ist die Einführung von 2G derzeit nicht geplant. Die 3G-Nachweise werden dort stichprobenartig kontrolliert. Der TU zufolge sind 90 Prozent der kontrollierten Studierenden geimpft, drei Prozent genesen. Die Evangelische Hochschule in Nürnberg sieht vorerst auch kein 2G vor. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Übrigens: Unser Nürnberg-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Franken-Metropole. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Kommentare