Forderung nach mehr Lohn

Größter Warnstreiktag in Bayern: IG Metall legt 28 Betriebe in Nürnberg lahm

  • vonTanja Kipke
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Die IG Metall ruft zum bisher größten Warnstreiktag in Bayern auf. In Nürnberg sollen Metaller in 28 Betrieben zeitgleich ihre Arbeit niederlegen.

Nürnberg - Schon seit Tagen streiken die Mitarbeiter der IG Metall in ganz Bayern für mehr Lohn. Im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie haben die Tarifparteien nach vier Verhandlungsrunden ohne Annäherung Ende Februar eine „Denkpause“ vereinbart. Einen neuen Verhandlungstermin gibt es noch nicht. Die IG Metall hat daher am Donnerstag zum größten Warnstreiktag in Bayern aufgerufen.

Regionaler Schwerpunkt ist Nürnberg*, wo um 12 Uhr mittags, Metaller in 28 Betrieben zeitgleich ihre Arbeit zwei Stunden früher beenden sollen. „Die Spätschicht bei Audi in Ingolstadt* wird am Abend ebenfalls früher Schluss machen, begleitet von Aktionen an den Werkstoren“, wird die IG Metall in einer dpa-Mitteilung zitiert. Die IG Metall Südwest betonte bereits, die Gewerkschaft könne die Warnstreiks noch wochenlang fortsetzen.

Nürnberg: IG Metall ruft zum größten Warnstreiktag auf - Forderungen nach mehr Lohn

Die Gewerkschaft fordert für die bundesweit 3,8 Millionen Beschäftigten vier Prozent mehr Lohn - wo es in einem Betrieb schlecht läuft, in Form einer Vier-Tage-Woche mit Lohnausgleich. Außerdem kämpfen sie um die unbefristete Übernahme der Auszubildenden und die Aufnahme der Dualstudierenden in den Tarifvertrag. Die Arbeitgeber bieten - nach einer Nullrunde in diesem Jahr - Lohnerhöhungen erst ab nächstem Jahr und fordern automatische Abweichungen vom Tarifniveau für schwächere Betriebe, so heißt es im Bericht weiter.

Der Verband der bayerischen Metall- und Elektroindustrie kritisiert das Vorgehen der Gewerkschaften scharf. In der jetzigen Corona-Pandemie* widersprächen die Streiks in Unternehmen, die froh über jeden Auftrag sind, das Ziel der Beschäftigungssicherung. Eine baldige Einigung der Parteien sei offensichtlich nicht in Sicht. (tk) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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Rubriklistenbild: © dpa/ Sebastian Gollnow

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