Löwe in Tierpark.
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Löwenmännchen Subali im Nürnberger Tiergarten. Muss das sterile Tier bald sterben?

„Ich sehe keinen qualitativen Unterschied“

Muss Löwe Subali sterben? Nürnberger Zoo legt sich jetzt fest - PR-Aktion sorgt für Ärger

  • Franziska Konrad
    vonFranziska Konrad
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Eine Debatte über Löwe Subali aus dem Nürnberger Tiergarten erhitzt derzeit die Gemüter. Sollte das Tier steril sein, könnte es getötet werden. Jetzt fällte der Zoo eine Entscheidung.

  • Im Nürnberger Tiergarten lebt der Löwe Subali.
  • Der Zoodirektor spielt mit dem Gedanken, das unfruchtbare Tier töten zu lassen.
  • Jetzt gab der Zoo bekannt, dass Subali sicher in Nürnberg* bleiben werde (Update vom 25. November, 16.32 Uhr).

Update vom 25. November, 16.32 Uhr: Noch ist nicht sicher, ob Löwe Subali im Nürnberger Zoo zeugungsfähig ist oder nicht. Aber ein anderer Punkt, über den in den vergangenen Tagen viel diskutiert wurde, steht jetzt fest. Das Löwen-Männchen bleibt, ganz gleich welches Ergebnis bei dem Test herauskommt, dem Tierpark erhalten. Das gab Direktor Dag Encke am Mittwoch bekannt. „Der Tiergarten plant derzeit keinen Löwentransport und es gibt zurzeit auch keine Pläne, die Situation des Löwen in Nürnberg zu verändern.“

Zuvor gab es Wirbel um eine PR-Aktion des Radiosenders Antenne Bayern. Auf dessen Facebook-Seite teilte man mit, sollte Subali unfruchtbar sein und deshalb getötet werden, wolle man den Löwen in einen Wildkatzen-Park nach Südafrika überführen. Die Reaktion des Tiergarten-Direktors Encke folgte prompt: „Dass das Leben des Löwen weder aktuell noch faktisch gefährdet ist, ist seit Wochen hinreichend in den Medien kommuniziert worden.“

Im Zoo in Nürnberg lebt ein unfruchtbarer Löwe

Erstmeldung vom 7. Npvember 2020:

Nürnberg - Gibt es im Nürnberger Tiergarten bald einen Löwen weniger? Leider gut möglich. Denn dort könnte der Löwe Subali getötet werden, weil er unfruchtbar ist. Der Zoodirektor hat nun die von ihm angestoßene Debatte verteidigt. Er verstehe nicht, warum über Löwen anders diskutiert werde, als über Nutztiere, sagte Dag Encke.

Tiergarten Nürnberg - Zoodirektor verteidigt Überlegung

„Ich kann darin keinen ethisch-moralischen Unterschied sehen gegenüber anderen Gründen, die wir sonst für das Töten von Tieren heranziehen. Wir essen ausschließlich junge und kerngesunde Tiere, die wir millionenfach für uns schlachten lassen. Ich sehe keinen qualitativen Unterschied, was das Leben von einem Schwein und das Leben von einem Löwen betrifft.“

In Nürnberg gebe es nur Platz für zwei Löwen, die sich dort vermehren sollen, „damit wir immer einen reproduktiven Stamm an jungen Löwen aufrechterhalten“. Populationsmanagement heißt das in der Fachsprache. Seit 14 Jahren aber gebe es keine Löwenbabys, so Encke. Die junge Löwin stehe im Zuchtprogramm für ihre Art auf Rang fünf der genetisch wertvollen Tiere. Nun müsse auch untersucht werden, ob der 14 Jahre alte Subali unfruchtbar sei.

Nürnberg hat nur Platz für zwei Löwen

„Gesetzt den Fall, wir stellen fest, Subali ist steril, so stellt sich die Frage, wo er hinkommt. Findet sich kein Platz, stellt sich die Frage wie bei jedem Kaffernbüffel: Müssen wir das Tier töten? Oder ziehen wir uns aus der Verantwortung und warten einfach, bis das Tier aus Altersgründen stirbt?“

Auch ein Facebook-Post des Nürnberger Tiergartens zu dem Thema sorgte im Netz für Diskussionen. Hier wird ausführlich die Überlegung des Zoos und die Herausforderungen eines konsequenten Artenschutzes erklärt. 402 User reagierten auf den Post, 104 Mal wurde er geteilt. (Stand: 7. November, 15.06 Uhr.) Die Meinungen unter dem Post sind jedoch gespalten.

Debatte über Nürnberger Löwe Subali auf Facebook - Meinungen gespalten

Während sich viele beim Tiergarten für die ausführliche Stellungnahme bedanken und Verständnis zeigen, reagieren andere User äußerst empört. „Was kann ein Löwe bzw. Tier dafür, dass es keine Nachkommen zeugen kann? Es kann nix dafür und deshalb einfach sinnlos töten? Einfach ekelhaft“, kommentiert etwa einer. „Es ist so ein schönes Tier, lasst ihn bitte leben...und findet eine Lösung, dass er irgendwo auf der Welt untergebracht werden kann bis der liebe Gott ihn abruft. Es muss doch eine Möglichkeit geben, ihn leben zu lassen“, schreibt eine andere.

Nürnberger Tiergarten: Doch Happy-End für Löwe Subali?

Vielleicht geht dieser Wunsch sogar in Erfüllung. Denn es könnte durchaus ein Happy End für Subali geben: „Ich glaube übrigens auch bei Subali nicht, dass wir am Ende in die Bredouille kommen würden, das Tier wirklich töten zu müssen“, so der Direktor. Die Debatte sei aber wichtig. „Es macht offenkundig für Menschen einen Riesenunterschied, ob wir einen Kaffernbüffel töten oder einen Löwen.“

Eine bittere Enttäuschung gab es kürzlich für Nürnberg: Die Stadt wollte europäische Kulturhauptstadt 2025 werden. Nun ist die Entscheidung gefallen - und Bayerns zweitgrößte Stadt wurde nicht ausgewählt. Wegen der rasant steigender Corona-Zahlen verkündete Nürnberg die nächste Hiobsbotschaft: Der Nürnberger Christkindlmarkt ist abgesagt.

(kof/dpa) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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