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Umwelt-Erfolg für Puma: Gesunkene Emissionen – aber Baumwolle aus Zwangsarbeit?

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Von: Felix Herz

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Die Puma-Zentrale in Herzogenaurach bei Nürnberg
Puma in Herzogenaurach: Sportartikelhersteller senkt Emissionen © Christoph Hardt/IMAGO

Puma vermeldet Nachhaltigkeits-Erfolge: Trotz starkem Wachstum ist es dem Sportunternehmen gelungen, die Emissionen teils stark zu senken.

Herzogenaurach – Seit einigen Jahren bemüht sich der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach bei Nürnberg, CO₂-Emissionen zu senken und nachhaltiger zu wirtschaften. Ende April vermeldete Puma eine erfolgreiche Bilanz der letzten Jahre: Es sei gelungen, die eigenen CO₂-Emissionen sowie diejenigen aus eingekaufter Energie im Zeitraum von 2017 bis 2021 um 88 Prozent zu verringern. Und das trotz starken Wachstums, heißt es in der Pressemitteilung.

Puma senkt CO₂-Emissionen – und will noch nachhaltiger werden

In den vier Jahren sei das Unternehmen aus dem Norden Bayerns um 65 Prozent gewachsen. Trotzdem habe man es geschafft, auch die Emissionen aus der Lieferkette, in der die meisten Treibhausgase entstehen würden, um 12 Prozent zu verringern. Eigenen Angaben nach konzentriere man sich bei dem Sportunternehmen darauf, „100 % erneuerbare Energien aus Grünstromtarifen und Grünstromzertifikaten zu kaufen“.

Die Fahrzeugflotte solle auf elektrische Antriebe umgestellt, bei den Produkten nachhaltigere Materialien verwendet und mit den Partnern die Effizienz bei den Lieferketten erhöht werden. Stefan Seidel, Senior Head of Corporate Sustainability, freut sich: „Unsere eigenen Emissionen und die aus eingekauften Energien sind mehr als nötig gesunken, um unseren Beitrag zur Begrenzung der Erdaufwärmung auf 1,5 Grad zu leisten.“

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Puma auf dem Weg der Nachhaltigkeit: Kampf gegen Klimawandel

Puma sei aber gewillt, weitere Verbesserung vorzunehmen, kündigt es die Pressemitteilung an. So wolle man die „Forever-Better-Nachhaltigkeitsstrategie“ umsetzen. Eine wichtige Rolle dabei spielt auch das Verwenden klimafreundlicher Materialien. 2021 sei der Anteil von recyceltem Polyester auf 55 Prozent erhöht worden. Bis 2025 soll diese Zahl auf 75 Prozent gesteigert werden.

So sollen neun von zehn Puma-Produkten mit nachhaltigeren Materialien hergestellt werden. 2021 war dies bereits bei sechs von zehn Produkten der Fall. Als Gründungsmitglied der Fashion Industry Charter for Climate Action sieht sich Puma zu dieser Aufgabe verpflichtet. Im Hinblick auf die Materialien stand Puma zuletzt aber in der Kritik – wie eine kürzlich vom NDR veröffentlichte Recherche zeigt.

Strittiges Thema: Baumwolle aus Xinjiang – auch bei Puma

Ein in der Modebranche schwieriges Thema ist Baumwolle – vor allem, wo diese herkommt und unter welchen Umständen die Plantagenarbeiter die Ernten durchführen. Hier steht vor allem die chinesische Region Xinjiang in der Kritik – dort würde auch Zwangsarbeit unter ethnischen und religiösen Minderheiten stattfinden, heißt es im NDR.

Große Modehersteller wie Puma und auch Adidas behaupten, keine Baumwolle aus der umstrittenen Region zu beziehen. Recherchen des NDR zeigen aber, dass dem nicht so ist: Baumwolle haben einen identifizierbaren Fingerabdruck, der Rückschlüsse auf die Herkunft zulässt. Und genau diesen hat der NDR in Kooperation mit Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen des Agroisolabs in Jülich untersucht und festgestellt, dass sich Baumwolle aus Xinjiang auch in Puma- und Adidas-Produkten wiederfinde. Auf Nachfragen zu dem Thema gab es bisher keien Antwort. (fhz)

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