Schöner Brunnen mit Rathaus und Stadtkirche Schwabach
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Schöner Brunnen mit Rathaus und Stadtkirche am Königsplatz in Schwabach

Die Goldschlägerstadt in Bayern

Schwabach

Die Stadt Schwabach Mittelfranken blickt auf eine lange Geschichte zurück. Alle Infos über Lage, Wirtschaft und Sehenswürdigkeiten übersichtlich zusammengefasst.

  • Schwabach ist eine Goldschlägerstadt, deren Blattgold weltweit verkauft wird und das inzwischen viele internationale Sehenswürdigkeiten ziert.
  • Die kreisfreie Stadt in Mittelfranken ist Sitz vieler bekannter Großunternehmen und ein florierender Wirtschaftsstandort.
  • Seit 2015 ist Schwabach Reformationsstadt Europas aufgrund der wichtigen Rolle, die die Stadt zur Zeit der Reformationskriege spielte.

Nürnberg – Die zweitgrößte Stadt Bayerns liegt in direkter Nachbarschaft zu Schwabach und bildet zusammen mit ihr sowie Erlangen und Fürth die Metropole Nürnberg. Damit ist die kreisfreie Stadt Schwabach Teil eines wichtigen Wirtschaftsraumes im Freistaat. Die gesamte Metropolregion erwirtschaftet inzwischen ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von über 118 Milliarden Euro.

Schwabach – die Lage der Stadt

Schwabach ist Bayerns kleinste kreisfreie Stadt. Sie liegt in Mittelfranken und grenzt im Norden an Nürnberg. Einzelne Randbezirke beider Orte sind bereits zusammengewachsen und bilden einen zusammengehörigen Ballungsraum. Im Westen, Süden und Osten bildet der Landkreis Roth die Grenze zu der kreisfreien Stadt.

Schwabach befindet sich mitten im mittelfränkischen Becken. Durch diese Lage und den sandigen Boden herrscht in der Stadt ein relativ trockenes Klima. Dies ist einer der Hauptgründe für den breiten Zustrom der Goldschläger, die diese Witterungsbedingungen für ihr Handwerk benötigen.

Stadt Schwabach – ihre Geschichte

Schwabach ist eine sehr alte Stadt. Sie geht auf eine Siedlung des Volksstammes der Alemannen zurück. In der Geschichte wurde sie 1117 unter der Bezeichnung „villa suabach“ zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Seitdem hat die mittelfränkische Kreisstadt schon einiges gesehen. Hier sind die geschichtlichen Highlights von Schwabach:

  • 1303 erhielt Schwabach die Marktrechte und 1375 wurde es zur Stadt erklärt.
  • 1470 entstand hier eine neue Schrifttype für Gedrucktes, die sogenannte Schwabacher.
  • 1505 fand in der Stadt mit der Bürgerin Barbara Schwab die erste Hexenverbrennung der Region statt.
  • 1528 kam es in Schwabach zur Reformation und der Einführung der Brandenburgisch-Nürnbergischen Kirchenordnung.
  • 1529 wurde in der Stadt unter Mitwirken Martin Luthers der „Schwabacher Artikel“ verfasst, ein bedeutendes Schriftstück der Reformationsbewegung.
  • 1632 nahm der Feldherr Wallenstein Schwabach ein und hinterließ sie geplündert und nahezu menschenleer.
  • 1686 nahm die Stadt viele Glaubensflüchtlinge aus Österreich und der Oberpfalz sowie Hugenotten aus Frankreich auf.
  • 1797 übernachtete Johann Wolfgang von Goethe am 5. November im Gasthof „Zum weißen Lamm“, dem ältesten Gasthaus der Stadt.
  • 1934/1935 wurde Schwabach Garnisonsstadt.
  • 1972 kam es zur Kreisgebietsreform, bei der der Landkreis Schwabach im Landkreis Roth aufging und die gleichnamige Kreisstadt kreisfrei wurde.
  • 2015 erhielt die Stadt den Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“.
  • 2017 feierte Schwabach sein 900-jähriges Bestehen.

Schwabach und seine Stadtteile

Die Stadt Schwabach besteht aus sechs Stadt- und 15 Gemeindeteilen.

Zu den Stadtteilen gehören:

  • Altstadt
  • Südliche Vorstadt
  • Nördliche Vorstadt
  • Vogelherd
  • Eichwasen
  • Gartenheim

Dazu kommen neben dem Hauptort Schwabach die Gemeindeteile:

  • Dietersdorf
  • Forsthof
  • Limbach
  • Nasbach
  • Oberbaimbach
  • Obermainbach
  • Penzendorf
  • Raubershof
  • Schaftnach
  • Schwarzach
  • Uigenau
  • Unterbaimbach
  • Unterreichenbach
  • Wolkersdorf

Die Stadtverwaltung von Schwabach plant darüber hinaus einen weiteren Stadtteil zwischen Forsthof und der Autobahn A6. In Forsthof-Süd möchte die Stadt das Modellprojekt eines klimagerechten Stadtteils realisieren. Um dies zu ermöglichen, setzt Schwabach bei der Planung auf:

  • ein intelligentes Grünraumkonzept
  • hohe Fahrradfreundlichkeit
  • Biodiversität
  • flächensparende Verkehrserschließung
  • ausgezeichnete Wohnqualität

Mit diesen Maßnahmen soll Forsthof-Süd ein Beispiel für den städtebaulichen Klimaschutz werden.

Schwabach – Wissenswertes zu den Einwohnern der Stadt

Im Dezember 2019 lebten rund 41.000 Einwohner in Schwabach. Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von circa 1004 Menschen pro Quadratkilometer.

Das Bevölkerungswachstum der Stadt nahm seit der Jahrtausendwende stetig zu. Von 1988 bis 2017 vergrößerten sich die Einwohnerzahlen um gute 19 Prozent von rund 34.200 auf damals knapp 40.800 Personen.

Stadt Schwabach – Infos zur Wirtschaft

Schwabach ist zusammen mit Erlangen, Fürth und Nürnberg gemeinsames Oberzentrum der Region. Neben Angeboten zur Grundversorgung wie Ärzte, Supermärkte, Grundschule, Post und Banken bietet dieses Zentrum den Einwohnern erweiterte und spezielle Angebote wie beispielsweise:

  • Verwaltungsbehörden
  • Spezialkliniken
  • Hochschulen
  • Theater
  • Museen
  • Spezialgeschäfte

Zudem liegt die Stadt am Knotenpunkt wichtiger Hauptverkehrswege. Dazu gehören die:

  • Bundesautobahn A6 Saarbrücken – Nürnberg – Waidhaus
  • Bundesautobahn A9 Berlin – München
  • Bundesautobahn A3 Emmerich am Rhein – Köln – Passau
  • Bundesstraße B2 Gartz (Oder) – Mittenwald
  • Bundesstraße B14 Stockach – Nürnberg – Waidhaus

Dazu kommen die Zugverbindungen der Hauptlinie Nürnberg – München sowie die beiden S-Bahnlinien Nürnberg – Roth und ihr Anschluss an das internationale Schienennetz.

Als Wirtschaftsstandort ist die kreisfreie Stadt breit aufgestellt. Die großen Industriegebiete beherbergen sowohl international tätige Firmen als auch mittelständische Unternehmen und Handwerksbetriebe. Der Dienstleistungssektor spielt in Schwabach ebenfalls eine große Rolle.

Darüber hinaus ist Schwabach als Einkaufsstadt berühmt. Besonders in der Altstadt bestehen noch viele inhabergeführte Geschäfte. Fachgeschäfte und Filialen großer Ketten sind ebenfalls vertreten und sind ein weiterer Motor der Wirtschaft.

Schwabach – bedeutende Industrie in der Stadt

Schwabach ist seit dem 16. Jahrhundert für seine Goldschläger und aufwendige Blattgoldarbeiten berühmt. Blattgold aus der mittelfränkischen Stadt wurde weltweit exportiert und ziert noch heute zahlreiche berühmt Bauten. Dazu zählen beispielsweise:

  • Invalidendom in Paris
  • Buckingham Palace in London
  • Erzengel Michael in der Kirche auf dem Mont-Saint-Michel in der Bretagne
  • Goldelse auf der Berliner Siegessäule

Heute gibt es noch zwei Goldschläger sowie zahlreiche Blattgold-Produzenten in Schwabach.

Außerdem ist die mittelfränkische Stadt Sitz einiger bedeutender international agierender Konzerne wie:

  • RIBE Richard Bergner Holding GmbH & Co. KG
  • Maschinenfabrik NIEHOFF GmbH & Co.KG
  • Dr. Klaus Karg KG
  • Memmert GmbH & Co. KG
  • Monolith Fleisch- und Teigwaren GmbH
  • Schmauser Precision GmbH

Zudem ist Schwabach der Hauptsitz der Optiker-Kette Apollo-Optik und der Bekleidungskette mister*lady.

Schwabach – die Politik der Stadt

In Sachen Politik geht es in Schwabach gemäßigt zu. So hatte die Stadt in der Nachkriegszeit von 1945 bis ins Jahr 2008 mit Hans Hocheder (SPD) und Hartwig Reimann (SPD) lediglich zwei Oberbürgermeister. Eine Besonderheit stellt Hartwig Reimann dar, denn er war bei seinem Amtsantritt der jüngste und bei seinem Ausscheiden der dienstälteste Oberbürgermeister einer kreisfreien bayerischen Stadt.

Hier alle Oberbürgermeister von Schwabach auf einen Blick:

  • von 1945 bis 1970: Hans Hocheder (SPD)
  • von 1970 bis 2008: Hartwig Reimann (SPD)
  • von 2008 – 30. April 2020: Matthias Thürauf (CSU)
  • seit 1. Mai 2020: Peter Reiß (SPD)

Im Stadtrat von Schwabach sind die CSU und die SPD die stärksten politischen Parteien. Weiterhin sind Bündnis 90/Die Grünen, die Freien Wähler, die FDP und die Linke vertreten.

Stadt Schwabach die wichtigsten Sehenswürdigkeiten

Schwabach steht auch heute noch ganz im Zeichen der Goldschlägerei und der Blattgoldherstellung. So nimmt der Kunstwanderweg „Goldene Meile“ Besucher mit auf einen Rundgang durch die Schwabacher Altstadt. Des Weiteren bieten 24 Hinweisschilder mit den Wegen zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Hilfen zur Orientierung. Sehenswert sind vor allem:

  • Goldschlägerwerkstätten mit Vorführung
  • Stadtkirchen Sankt Johannes und Sankt Martin
  • städtische Galerie im Bürgerhaus
  • Schwabacher Marionettenbühne
  • Stadtmuseum und Eiermuseum
  • ehemalige Synagoge und Laubhütte
  • Moschee Hak Yol Camii

Ein weiteres Highlight bei einem Stadtrundgang ist ein Abstecher in das Rathaus mit goldenem Saal und goldenem Dach aus Schwabacher Blattgold.

Rund ums Jahr ist Schwabach der Austragungsort zahlreicher Feste und Feiern. Viele davon sind in der gesamten Metropolregion bekannt. Dazu gehören unter anderem:

  • Sommernachtfest der Freiwilligen Feuerwehr
  • Bürgerfest in der Altstadt
  • internationales Figurentheaterfestival
  • dreitägiges Wirtefest auf dem Königsplatz

Vor den Toren der Stadt lädt der Heidenberger Sagenwanderweg mit 22 Stationen zu Entdeckungstouren ein. Der gesamte Weg ist rund 14 Kilometer lang. Hier befindet sich auch die Ofenplatte, auf der am ersten Maiwochenende das Schwabacher Sagenfest stattfindet.

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