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Ukraine-Krieg: Bayerischer Pater kritisiert russisch-orthodoxe Kirche – „lässt sich missbrauchen“

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Von: Felix Herz

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Benediktinerpater und Schriftsteller Anselm Grün.
Benediktinerpater Anselm Grün kritisiert die Instrumentalisierung der russisch-orthodoxen Kirche im Ukraine-Konflikt. © epd / IMAGO

Der bekannte Benediktinerpater Anselm Grün kritisierte in einem Interview die russisch-orthodoxe Kirche und deren Putin-treues Oberhaupt Kirill I.

Augsburg – In einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen findet der bekannte Benediktinerpater Anselm Grün deutliche Worte für den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Dabei kritisiert er die Rolle der russisch-orthodoxen Kirche sowie deren Oberhaupt Kirill I. Grün ist Mönch in der Benediktinerabtei Münsterschwarzach im Norden von Nürnberg. Der Geistliche ist außerdem bekannt für seine Arbeit als Autor spiritueller Bücher sowie als Führungskräftetrainer.

Bayerischer Pater kritisiert russische Kirche und Oberhaupt

Im Interview mit der Augsburger Allgemeinen übt der Benediktinerpater aus Bayern scharfe Kritik an der russisch-orthodoxen Kirche: „Es ist sehr bitter, dass sich Kirill von Putin derart missbrauchen lässt und den Krieg rechtfertigt - noch dazu, wo es in der Ukraine auch viele russisch-orthodoxe Christen gibt.“

Dabei beklagt Grün die Instrumentalisierung der russisch-orthodoxen Kirche im Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Es tue weh, wenn Kirill im Namen des Glaubens Krieg rechtfertige, so Grün gegenüber der Zeitung. „Dass Christen Christen bekämpfen, darf nicht sein“, machte der Benediktinerpater klar. Kirill sei aber dafür blind geworden.

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Ukraine-Konflikt: Kirill I. unterstützt Putin – Verhältnis mit Vatikan schwierig

Das Verhältnis zwischen der russisch-orthodoxen Kirche und dem Vatikan gilt als schwierig, der Ukraine-Konflikt hat die Beziehung weiter belastet. Angaben der Kirche zufolge habe der Papst angeboten, zu einem Gespräch mit Putin nach Moskau zu reisen – bisher sei die Anfrage aber unbeantwortet geblieben.

Anselm Grün unterstützt derweil die Waffenlieferungen an die Ukraine – mahnt aber zugleich, dass diese nicht das einzige Mittel bleiben dürfen. Er wolle aber keine weitere Eskalation. „Wichtig ist mir, dass man auf jeden Fall beide Wege geht: Verhandlungen und Waffenlieferungen“, so der Benediktinerpater. (fhz)

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