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Nach 9-Euro-Ticket: Nürnberger Verkehrsverbund plant höhere Ticketpreise

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Von: Nikolas Pelke

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Tram Nürnberg
Ist der Zug für Fahrpreiserhöhungen im nächsten Jahr im VGN schon abgefahren, oder geht Nürnberg wieder einen Sonderweg bei den Ticketpreisen? © Nikolas Pelke

Hinter den Kulissen des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg (VGN) wird bereits an Tariferhöhungen ab 2023 gearbeitet. Allerdings sollen die Preise nicht wie an den Zapfsäulen explodieren.

Nürnberg – Mit ein paar Euro mobil sein? Die bittere Realität nach dem sommerlichen 9-Euro-Ticket-Fahrvergnüngen könnte zumindest im riesigen Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) bald schon ganz anders aussehen.

Der Richtungsbeschluss für die nächste Preiserhöhung sei bereits schon gefallen, teilt eine VGN-Sprecherin auf Anfrage mit. Momentan würden lediglich noch die Preistabellen für die einzelnen Tickets abgestimmt. Bereits kurz vor der Sommerpause könnte die Tariferhöhung im VGN-Gebiet demnach beschlossen werden.

Vor den Sommerferien sollen die Preissteigerungen erst öffentlich gemacht werden

„Ende Juli nach der letzten Gremiensitzung werden wir die Preiserhöhung kommunizieren“, sagt eine Sprecherin des nordbayerischen Verkehrsverbundes, der sich mit Nürnberg im Zentrum von Amberg im Osten bis Rothenburg ob der Tauber im Westen über Lichtenfels im Norden bis Treuchtlingen im Süden ausdehnt, und mit rund 750 Linien über 250 Millionen Fahrgäste jährlich befördert.

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Preise im Nürnberger Verkehrsverbund sollen nicht explodieren

Wie hoch die Preiserhöhung diesmal ausfällt? Genaue Zahlen sind vom Verkehrsverbund derzeit noch nicht zu bekommen. Immerhin ist die Formel bereits bekannt. Die Ticketpreise sollen nach dem „Mobidex“ berechnet werden, der sich jeweils zur Hälfte aus dem Einkommensdurchschnitt der privaten Haushalte und der prognostizierten Kostensteigerung der Verkehrsunternehmen zusammensetzt. Und noch eine entscheidende Information teilt der Verkehrsverbund auf Anfrage mit. Die Erhöhung der Ticketpreise sei noch vor dem Ukraine-Krieg und der danach folgenden Explosion der Energiekosten berechnet worden, so dass der Preissprung laut VGN-Sprecherin im nächsten Jahr noch „nicht überdurchschnittlich ausfallen“ werde.

Apropos: Noch sind die höheren Preise überhaupt nicht offiziell verabschiedet worden. Der Beschluss muss noch von den zehn Verkehrsunternehmen in der Gesellschafterversammlung und dem Grundvertragsausschuss einstimmig getroffen werden. Besonders die Zustimmung der Gebietskörperschaften zu den Preissprüngen dürfte auch von politischen Faktoren abhängen. Im letzten Jahr hat die Stadt Nürnberg beispielsweise die jährliche Preiserhöhung nicht mitgemacht.

Macht die Stadt Nürnberg bei der neuerlichen Preisrunde wieder nicht mit?

Im Juni 2020 hatte der Stadtrat in der Frankenmetropole beschlossen, dass Fahrpreiserhöhungen um ein weiteres Jahr verschoben werden sollen. Die Folge: Die VGN-Preise in den Tarifstufen A und K sind zum 1. Januar dieses Jahres nicht erhöht worden. Den entsprechenden Einnahmeausfall muss die Stadt Nürnberg dem Verkehrsverbund ausgleichen. In diesem Sommer kurz vor der entscheidenden Sitzung des Grundvertragsausschusses, der am 28. Juli stattfinden soll und von Thomas Bauer, Präsident der Regierung von Mittelfranken, geleitet wird, könnte Nürnberg erneut aus der Reihe tanzen.

Diesmal könnte der drohende Bürgerentscheid für die Einführung des 365-Euro-Tickets eine Rolle spielen. Die Befürworter der günstigen Fahrscheine in der Frankenmetropole fordern nach dem günstigen Jahresticket für alle obendrein zusätzlich, dass die Stadt Nürnberg die für 2023 geplanten Fahrpreiserhöhungen im VGN ablehnt.

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