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Falschparken kann tödlich sein: Die Feuerwehr kämpft immer wieder mit unerlaubt abgestellten Autos, die ihr ausrücken verhindern.

Die Ausreden sind immer die gleichen

„Das kostet Leben“: Falschparker blockieren immer wieder Feuerwehr - jetzt reagieren Behörden

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Kommt die Feuerwehr nicht ans Ziel, verbrennen im schlimmsten Fall Menschen. Nürnberg macht deswegen jetzt gegen Falschparker mobil. Die Gefahr werde unterschätzt.

Nürnberg - Wenn ein Alarm auf der Feuerwehrwache Drei in Nürnberg eingeht, passiert alles ganz schnell. In wenige Sekunden sitzen die Profis in ihrem Fahrzeug und sind bereit zum Helfen. Doch das nützt nichts, wenn die Feuerwehr von einem Falschparker ausgebremst wird. „Das erleben wir fast täglich“, erklärt Peter Mühling, einer der Zugführer der Nürnberger Innenstadtwache. „Manchmal stehen bei unseren Einsätzen Menschleben auf dem Spiel. Wenn wir dann wegen Parksündern nicht anfahren können, haben wir ein massives Problem.“

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Bilderstrecke: Nürnberger Feuerwehr macht gegen Falschparker mobil

Was Mühling anspricht, wird am Montag zum Beispiel auf der engen Kreuzung zwischen Moltke- und Himpfelshofstraße deutlich: In dem Wohngebiet nahe der Altstadt versperrt ein direkt in der Feuerwehranfahrtszone geparkter Opel den Weg. Die Drehleiter der Feuerwehr kam wegen des Falschparkers weder vor noch zurück und blieb förmlich stecken. Stefan Riedl von der Kommunalen Verkehrsüberwachung sagt: „Das Parken in der Feuerwehranfahrtszone hier kostet 35 Euro. Uns geht es nicht darum, abzukassieren, sondern darum, deutlich zu machen, dass durch Falschparken Leib und Leben ihn Gefahr geraten können."

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Da solche Szenen längst kein Einzelfall sind, starteten die Kommunale Verkehrsüberwachung, die Polizei und die Feuerwehr am Dienstag einen Kontrollmarathon, bei dem Parksünder in verschiedenen Stadtteilen bis einschließlich Donnerstag verstärkt kontrolliert werden sollen. Außerdem hängen seit kurzem Plakate mit der Aufschrift „Falschparken kostet Leben“ in ganz Nürnberg.

Engel mit Rettungsrucksäcken: Sanitäter im Einsatz bei der Leonhardifahrt

Dass das nicht bloß ein simpler Spruch ist, zeigte sich im Mai 2017 in der Nürnberger Nachbarstadt Fürth. Wegen unzähliger Falschparker blieb die Feuerwehr damals auf dem Weg zu einem Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus mit der Drehleiter stecken. Deshalb mussten die Kameraden die Bewohner des Hauses unter Atemschutz - direkt an dem Brandherd vorbei - aus dem Haus führen, anstatt sie über die Leiter zu retten. Das gefährdete nicht nur die Bewohner des Hauses unnötig, sondern auch die Feuerwehrleute.

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Mit der Aktion „Falschparken kostet Leben“ wollen Feuerwehr, Kommunale Verkehrsüberwachung und Polizei nun verhindern, dass sich die Szenen aus Fürth in Nürnberg oder anderswo wiederholen. „Die Ausreden der Falschparker sind immer, ich stehe doch da nur in der Nacht, aber es kann eben auch in der Nacht brennen. Ich würde mir wünschen, dass die Autofahrer darauf achten, dass sie Rettungskräfte beim Parken nicht blockieren“, sagt Alfred Stahl vom Polizeipräsidium Mittelfranken.

mas (mit Material von News5)

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