Vor Urteil im Heckenschützen-Prozess 

Nürnberger Autoschütze drohen zwölf Jahre Knast

Nürnberg - Er gilt als Waffennarr, schoss aus seiner Wohnung willkürlich auf vorbeifahrende Autos. Nun droht dem Nürnberger Rechtsanwalt eine lange Haftstrafe.

Wegen versuchten dreifachen Mordes hat die Staatsanwaltschaft im Nürnberger Heckenschützen-Prozess zwölf Jahre Haft für den Angeklagten gefordert. Der Rechtsanwalt soll zwischen August und November 2014 an der Nürnberger Südwesttangente auf stehende und fahrende Fahrzeuge geschossen haben. Laut Anklage traf er mit drei Schüssen zwei Autos in rund 100 Metern Entfernung, abgefeuert mit einem Druckluftgewehr. 

Zwei Waffen aus Holland bestellt

Ob der Rechtsanwalt tatsächlich für zwölf Jahr hinter Gitter muss, entscheidet sich am Mittwoch bei der Urteils-Verkündung. Die Verteidigung des Angeklagten beantragte eine Bewährungsstrafe von lediglich höchstens zwei Jahren. Die Begründung: Dem Angeklagten habe der Schuss auf das Auto eines Fahrlehrers im Prozess nicht eindeutig zugeordnet werden können. Auf das Auto einer Frau habe er zwar gefeuert, allerdings nicht mit dem Vorsatz, diese töten zu wollen. Der Vorwurf des versuchten Mordes sei damit nicht erfüllt. 

„Wie ein kleiner Junge an der Schießbude“

Dass die geforderte Bewährungsstrafe der Verteidigung in Erfüllung geht, ist allerdings unwahrscheinlich. Zu deutlich sind die Worte des Staatsanwalts: „Bei dem Angeklagten handelt es sich um einen Waffennarr, der auf Fahrzeuge geschossen hat wie ein kleiner Junge auf der Kirchweih an der Schießbude auf die kleinen Schweinchen.“ Die zwei Gewehre habe sich der Mann ohne Erlaubnis in den Niederlanden bestellt. „Das waren keine Waffen wie auf der Kerwa, um Rosen zu schießen - es waren Jagdwaffen“, betonte der Staatsanwalt weiter.

dpa/js

Rubriklistenbild: © dpa

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