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Prozess gegen Mutter wegen Kindesentziehung

Kinder nach Syrien entführt 

Haftstrafe für Nürnberger IS-Mutter 

Eine Mutter nahm ihre vier Kinder mit nach Syrien, um sich dort radikalen Islamisten anzuschließen. Der Vater der Kinder wusste nichts davon. 

Nürnberg - Wegen der Entführung ihrer kleinen Kinder ins Bürgerkriegsland Syrien ist eine 40-Jährige in Nürnberg zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Die Richterin am Amtsgericht ging in ihrer Urteilsbegründung am Donnerstag davon aus, dass für die vier Kinder in dem Land konkrete Gefahr bestand. Dies habe unter anderem ein Raketenbeschuss gezeigt, der nur etwa 15 Minuten von ihr und ihren Kindern entfernt stattgefunden habe, sagte die Richterin.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor drei Jahre und sechs Monate Haft für die 40-Jährige gefordert. Der Verteidiger plädierte in seinem Schlussvortrag auf drei Jahre Haft.

Die Frau musste sich in dem Prozess wegen der Entziehung Minderjähriger verantworten. Für die drei ältesten ihrer vier Kinder hatte sie das gemeinsame Sorgerecht mit dem Vater. Und dieser wusste nichts von den Plänen der 40-Jährigen. 

Mutter bestreitet Vorwürfe

Laut Anklage war die gebürtige Dresdnerin im September 2014 mit ihren Kindern aus Nürnberg über die Türkei nach Syrien gereist, um sich dort radikalen Islamisten anzuschließen. Das bestreitet die Frau jedoch. Beim Prozessbeginn sagte die 40-Jährige, sie habe sich in Syrien nur im Grenzgebiet zur Türkei aufgehalten, weil es dort als relativ sicher galt. „Wir waren keinen Kampfhandlungen ausgesetzt“, sagte sie. Die 40-Jährige bestritt auch, dass in ihrem Haus eine Rakete eingeschlagen und ihre Tochter von Gewehrkugeln getroffen worden sei. Sie habe sich auch nicht der Terrormiliz IS angeschlossen. Diese Behauptung habe ihr Mann in die Welt gesetzt.

Prozess gegen Mutter wegen Kindesentziehung

dpa

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