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"Eure Armut kotzt uns an" steht auf einem der Plakate, die bei der Satire-Demonstration in Nürnberg zu sehen waren.

Mit Schampus und Zigarren gegen Lohnsklaverei

Nürnberger Jugendorganisationen veranstalten Satire-Demo

Nürnberg - Mit Schampus und Zigarre und als superreiche Kapitalisten verkleidet haben Mitglieder von Nürnberger Jugendorganisationen auf kritisierte Fehlentwicklungen in der Arbeitswelt aufmerksam gemacht.

Mit ihrer satirischen Demonstration am Samstag wollten die nach Veranstalterangaben rund 70 Teilnehmer Niedriglöhne und zunehmende Leiharbeit kritisieren sowie auf Lohnkürzungen und einen Mangel an Ausbildungsplätzen aufmerksam machen. Unter anderem forderten sie ironisch einen neuen Feiertag: Den "Tag des Kapitals", an dem alle Menschen arbeiten müssen. Jugendliche in Anzug und Krawatte zogen gefesselte "Lohnsklaven" durch die Nürnberger Innenstadt.

Es war bereits das zweite Mal, dass unter anderem die Jugendorganisationen der SPD, des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der evangelischen Kirche zu der Aktion aufgerufen hatten. Die sarkastische Attitüde hinter dem satirischen Demo-Konzept solle irritieren, pointieren, amüsieren, aufmerksam machen und im besten Fall aufrütteln, hieß es von den Veranstaltern.

Wie schon bei der ersten Satire-Demo hätten mehrere Passanten die Demonstranten ernst genommen und entrüstet angesprochen, sagte ein Sprecher der DGB-Jugend. "Viele Passanten waren irritiert, aber wir haben sie dann aufgeklärt." So konnte bei einigen vielleicht sogar mehr Aufmerksamkeit erregt werden als mit einer normalen Demonstration. Man überlege nun, die Demonstration künftig in jedem Jahr stattfinden zu lassen, sagte der Sprecher.

dpa

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