Nürnberger Polizei prüft Kommissariat für Kollegen-Delikte

Nürnberg - Ermittlungen von Polizisten gegen Polizisten - diese heikle Aufgabe könnte bei der Polizei in Mittelfranken schon bald ein eigenes Kommissariat übernehmen.

Entsprechende Vorschläge einer Arbeitsgruppe prüfe derzeit Mittelfrankens Polizeipräsident Johann Rast, berichtete eine Polizeisprecherin am Dienstag und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der “Nürnberger Nachrichten“ (Dienstagsausgabe). Im vergangenen halben Jahr wurden nach ihren Angaben 45 Polizeibeamte unter anderem wegen Beleidigung, Körperverletzung oder Freiheitsberaubung angezeigt.

Der Grund für solche Überlegungen seien aber keineswegs jüngere Deliktstatistiken. “Wir machen uns halt Gedanken, wie kann man bestimmte Abläufe optimieren. Es ist sicherlich sinnvoll, Arbeiten zu bündeln und sie Kollegen zu übergeben, die Routine darin haben“, sagte die Polizeisprecherin. Unklar sei allerdings noch, ob damit ein eigenes Kommissariat oder ein einzelner Kollegen betraut werde. Bisher seien die Ermittlungen gegen Kollegen stets an die zuständigen Fachkommissariate weitergeleitet worden - allerdings bei einer Nachbar-Dienststelle.

Auf Zustimmung sind die Überlegungen den Grünen im bayerischen Landtag gestoßen. Die Einsicht, dass Ermittlungen im Zusammenhang mit Amtsdelikten einer besonderen Spezialisierung und Sensibilität bedürften, sei löblich und für ganz Bayern überfällig, betonte die Grünen-Abgeordnete Christine Stahl. Mit der Einrichtung eines eigenen Kommissariats sei es allerdings nicht getan. Stahl forderte vielmehr eine vollkommen eigenständige Behörde, die Beschwerden von Bürgern über die Polizei nachgehe. Als Beispiel verweist sie auf ein Modell in London. Die Aufklärungsquote der dortigen Behörde sei hoch.

lby

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