Nürnberger Prostituiertenmord: Briefeschreiber zu jung für die Tat

Nürnberg/Weiskirchen - Erneuter Rückschlag bei der Suche nach dem Mörder der Nürnberger Prostituierten Heiderose Bercher: Die Polizei im Saarland hat zwar den seit Wochen gesuchten Mann ermittelt, der sich in mehreren anonymen Briefen zu der Tat im Jahre 1970 bekannte.

Wegen seines Alters komme der 34-Jährige vermutlich psychisch kranke Mann aus Weiskirchen/Saarland aber für die Tat nicht infrage. Der Mann sei nämlich zum Tatzeitpunkt noch nicht auf der Welt gewesen, teilte die Saarbrücker Polizei am Mittwoch mit. Der nach den anonymen Selbstbezichtigungs-Schreiben veranlasste Massen- Gentest im Saarland sei inzwischen gestoppt worden.

Der 34-Jährige war nach dem Tipp eines Postboten enttarnt worden. Der Briefträger hatte die veröffentlichte Handschrift des Briefeschreibers auf einer Postkarte wiedererkannt. Ein Schriftgutachter bestätigte, dass es sich um die gleiche Handschrift wie in dem anonymen Schreiben handelt, hieß es. Der in einer psychiatrischen Klinik untergebracht Mann habe eingeräumt, die Briefe geschrieben zu haben.

Der 34-Jährige hatte sich seit 2005 in mehreren Briefen an verschiedene Dienststellen selbst als Täter bezichtigt. Bisher waren die Beamten der eigens eingerichteten Ermittlungsgruppe “Brief“ davon ausgegangen, dass der Mann tatsächlich der Täter sein könnte. Mit großem Aufwand suchten sie einen “unauffälligen Rentner“, der im nördlichen Saarland lebt und 65 Jahre oder älter ist. Seit Anfang November waren mehr als 5000 ältere Männer in der Hochwald-Region aufgerufen worden, Speichelproben und Fingerabdrücke abzugeben.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des Mannes fanden die Ermittler ein umfangreiches Medien-Archiv. So habe er seine detaillierten Kenntnisse über die beiden Fälle unter anderem aus Aufzeichnungen der ZDF-Sendung “Aktenzeichen XY... ungelöst“, die bis zurück in die 60er Jahre reichten, teilten die Beamten mit. Nach Angaben der Polizei könnte der Wunsch nach Aufmerksamkeit ein Motiv für die Briefe gewesen sein. Gegen ihn werde nun wegen versuchter Strafvereitelung und des Vortäuschens einer Straftat ermittelt. Ob der 34-Jährige schuldfähig ist, stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher. Bei der Suche nach dem wirklichen Mörder stehe nun “wieder alles auf Anfang“.

dpa

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