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Weichenstellung: Die Nürnberger S-Bahn wird zwischen 2018 und 2030 von der britischen Firma National Express Rail betrieben.

Englischer Anbieter erhält Zuschlag

Nürnberger S-Bahn soll privatisiert werden

Nürnberg - Ein britisches Unternehmen wird die Nürnberger S-Bahn von 2018 bis 2030 betreiben. Das hat die Bayerische Eisenbahngesellschaft mitgeteilt. Die National Express Rail GmbH ist der erste private Betreiber eines größeren S-Bahn-Netzes in Deutschland.

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft BEG hatte für den Betrieb Qualitätsvorgaben gemacht. Dazu gehören etwa Mindestkapazitäten bei den Sitzplätzen und barrierefreie Toiletten in jedem Wagen. Außerdem wurde der künftige Betreiber verpflichtet, Sicherheitspersonal von 21 Uhr bis zum Betriebsschluss sowie an den Wochenenden am frühen Morgen einzusetzen.

Die fünf Nürnberger S-Bahn-Linien werden pro Jahr von etwa 20 Millionen Fahrgästen genutzt. Neben den Strecken von Nürnberg nach Bamberg, Hartmannshof, Altdorf, Neumarkt, Roth und Ansbach soll die britische Firma auch die geplante S-Bahn-Verlängerung über Ansbach nach Dombühl und den heutigen Allersberg-Express betreiben, die künftige S5.

Kritik von Oberbürgermeister Ulrich Maly

Die überraschende Vergabe an eine Privatfirma stößt in der fränkischen Metropole auf Vorbehalte. Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) sagte am Dienstag, er bedauere die Entscheidung. „Wir sind immer davon ausgegangen, dass wir mit der DB einen bewährten Partner haben“, betonte Maly. Und weiter: „Ein S-Bahn-Netz aus dem Stand heraus zu betreiben, ist durchaus schwierig." Die Stadt werde sehr genau beobachten, ob die Betreiberfirma alle Qualitätszusagen auch tatsächlich erfüllen werde.

Sorge um die Beschäftigten

Der Nürnberger Bundestagsabgeordnete Martin Burkert (SPD) fürchtet, dass der Wettbewerb „auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen“ wird - bei Löhnen und Sozialleistungen. Bei dem neuen Betreiberunternehmen bestehe derzeit kein Tarifvertrag. In Nürnberg betroffen seien nach ersten Erkenntnissen 500 bis 700 Beschäftigte. „Für die Betroffenen geht es jetzt auch um Existenzfragen.“ Für die Deutsche Bahn sei es ein „schwarzer Tag“ gewesen, sagte Burkert.

dpa

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