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Die Nürnberger Tafel steckt weiter in der Krise.

Nicht unter dem Dach des BRK

Nürnberger Tafel sucht weiter einen Ausweg aus der Krise

Nürnberg - Wie geht es weiter mit der Nürnberger Tafel? Die Vereinsmitglieder konnten sich nicht für einen neuen Träger entscheiden. Auch den Vorstand will niemand übernehmen.

Die Nürnberger Tafel mit ihrer Lebensmittelausgabe für Bedürftige sucht nach dem Votum gegen ein neues Trägermodell nach einem Ausweg aus der Krise. Er werde in den nächsten Tagen beim Amtsgericht beantragen, dass ein neuer Notvorstand bestellt wird, sagte der noch amtierende Vorsitzende Hermann Rupprecht am Donnerstag. Sollte sich aus den Reihen des Vereins niemand dafür finden, könne die Suche leicht Wochen oder Monate dauern. Zur Not müsste ein Anwalt als Vorstand eingesetzt werden, der aus Vereinsmitteln bezahlt wird. „Es ist eine wirklich unglückliche Situation“, sagte Rupprecht. „Dabei sind von uns Menschen abhängig, denen es wirklich schlecht geht.“

Es braucht einen neuen Vorstand

Gleichzeitig werde er mit seinen Vorstandskollegen beraten, eine neue Mitgliederversammlung anzusetzen - bei der ausschließlich ein neuer Vorstand gewählt werden soll. Am Mittwochabend hatten die Vereinsmitglieder sowohl das Bayerische Rote Kreuz (BRK) als auch die Stadtmission als neue Träger der Tafel abgelehnt. Dafür hätte der Verein aufgelöst und in eine der beiden Organisationen eingefügt werden müssen. Auch die Wahl eines neuen Vorstands scheiterte.

Wegen Überlastung der etwa 150 ehrenamtlichen Mitarbeiter hatte die Tafel im vergangenen Oktober kurzzeitig ihren Betrieb eingestellt. Der Vorstand war damals aus dem gleichen Grund zurückgetreten - ein in Deutschland einmaliger Vorgang.

BRK hält die Hilfe aufrecht - so lange es geht

Nur mit Hilfe des BRK konnte der Betrieb kurze Zeit später wieder aufgenommen werden - die Hilfsorganisation leistete seitdem 1500 Arbeitsstunden. Nun will das BRK die Tafel vorerst weiter unterstützen, wie Geschäftsführerin Brigitte Lischka sagte. „Die Menschen sollen nicht unter der Entscheidung leiden.“ Klar sei allerdings auch: „Wir können nicht auf Dauer aus unseren Ressourcen heraus Hilfe leisten. Auch wir müssen bezahlt werden, wenn wir dauerhaft hauptamtliche Kräfte einsetzen“, sagte Lischka. In anderen Städten wie Rosenheim, Dachau oder Kempten gebe es bereits erfolgreich arbeitende Tafeln unter dem Dach des BRK.

Nach Einschätzung Lischkas wären etwa 1,5 Vollzeitstellen nötig, um den Betrieb der Tafel Nürnberg sinnvoll weiterzuführen. Wirtschaftlich steht die Tafel laut Rupprecht gut da. Es sei nur nicht mehr möglich gewesen, so viele Menschen nur mit Ehrenamtlichen zu betreuen. Mit ihren vier Ausgabestellen versorgt die Tafel werktags etwa 6000 Bedürftige.

dpa/lby

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