Nürnberger U-Bahn-Schubser muss sieben Jahre hinter Gitter 

Nürnberg - Die Tat erschütterte Franken: In einem wahren Gewalt-Exzess schlägt ein 25-Jähriger einen Passanten brutal zusammen. Außerdem versucht er, sein Opfer vor die U-Bahn zu schubsen. Jetzt wurde er verurteilt:

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U-Bahn-Schubser will sich an nichts erinnern

Die Tat war brutal und für das Opfer lebensgefährlich: Vor gut einem Jahr prügelte ein 25-Jähriger im Suff einen unbeteiligten Passanten in Nürnberg grundlos nieder. Außerdem versuchte er, sein Opfer vor die einfahrende U-Bahn zu schubsen. Am Dienstag erhielt der Täter vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth eine Haftstrafe von sieben Jahren. Das Opfer leidet nach einem Nasenbein- und Augenhöhlenbruch noch heute unter Kopfschmerzen und Angstzuständen.

Überraschend ist, dass der Täter in ein Gefängnis muss und nicht in eine Psychiatrie, wo er bereits in den vergangenen Monaten untergebracht war. Zwar habe der junge Mann eine Persönlichkeitsstörung und werde übermäßig aggressiv, wenn er betrunken sei, sagte Richter Richard Caspar. Allerdings sei der stark sehbehinderte Masseur trotzdem voll schuldfähig. Die Anklage hatte sieben Jahre und eine Einweisung in einer Psychiatrie, die Verteidigung vier Jahre und neun Monate sowie Einweisung in eine Entziehungsanstalt gefordert.

Der Täter, der sich bei seinem Opfer bis zuletzt nicht entschuldigt hat, bekam von Richter Caspar eine deutliche Warnung mit auf den Weg: “Sollte es, wenn Sie diese Strafe verbüßt haben, zu einem Rückfall kommen, dann droht die Sicherungsverwahrung.“

Der nun Verurteilte hatte am 4. Dezember 2009 einen damals 35-Jährigen grundlos zusammengeschlagen, auf den Kopf des am Boden Liegenden eingetreten und gleich mehrfach versucht, sein Opfer auf die U-Bahn-Gleise zu werfen. Vor Gericht mochte er sich an die Tat nicht mehr erinnern, allerdings gibt es Videoaufzeichnungen. Bei einem früheren Gewaltausbruch während einer Disco-Nacht hatte er einen Kontrahenten wüst zusammengeschlagen, mit einer Zigarette verbrannt und auch auf dessen Begleiterin eingetreten.

dpa

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