"Oans, zwoa, gsuffa" hat ein Franke erfunden

München - Auf dem Oktoberfest dürfen heutzutage nur Münchner Wirte ihre Zelte aufschlagen. Den Trinkspruch “Ein Prosit der Gemütlichkeit. 1-2-3 gsuffa“ hat trotzdem ein Franke erfunden.

Der Nürnberger Georg Lang war um das Jahr 1900 Großgastronom und Wiesn-Wirt. In einem Liederbuch, das er 1898 auf den Markt brachte, findet sich das “1-2-3 gsuffa“ zum ersten Mal. Die Geschichte Langs ist nur eine von vielen, die die Ausstellung “Das Oktoberfest 1810 - 2010“ im Münchner Stadtmuseum erzählt.

Die Schau rund um das größte Volksfest der Welt startet an diesem Freitag. Sie zeichnet die Entwicklung der Wiesn nach, die heute jedes Jahr sechs Millionen Menschen aus aller Welt nach München lockt und vor 200 Jahren als Hochzeitsfeier für den bayerischen Kronprinzen Ludwig und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen begann. “Volksfeste freuen mich besonders. Sie sprechen den Nationalcharakter aus, der sich auf Kinder und Kindeskinder vererbt“, lautet ein Zitat dieses Kronprinzen, das in großen weißen Lettern auf blauem Grund am Beginn der Ausstellung steht. Erst um das Jahr 1900 wandelte sich die Wiesn zu dem Bierfest mit Buden und großen Festhallen, als das es heute auf der ganzen Welt berühmt ist. “Bier wird erst später zum Hauptthema des Festes“, sagte der Kurator der Ausstellung, Florian Dering.

Die Ausstellung “Das Oktoberfest 1810 - 2010“ dokumentiert diese Entwicklung unter anderem anhand von alten Bierfässern, Prunk- Pferdegeschirr, Bier-Krügen, Gemälden und der sich verändernden Dirndl-Mode. Daneben werden auch die Festplakate von den 1950er Jahren bis heute gezeigt und ganz spezielle Exponate wie alte Geisterbahn-Figuren, ein altes Spiegel-Kabinett und Fassadenteile von Schausteller-Buden. Die Ausstellung ist bis zum 31. Oktober 2010 im Stadtmuseum zu sehen. Während der Wiesn soll es in einem Museumszelt auf der Theresienwiese eine weitere Ausstellung geben, wie Dering am Donnerstag sagte.

dpa

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