Bevölkerungsprognose

Oberbayern wächst und wächst

München - Die Deutschen werden immer weniger – doch die Oberbayern immer mehr. Das besagt die Raumordnungsprognose des zuständigen Bundesinstituts. Rekordzuwächse erwartet der Kreis München.

Der Autor gibt es unverblümt zu. „Deutschland altert, schrumpft und wird bunter. Die Erkenntnis ist nicht neu“, schreibt Claus Schlömer, der die Raumordnungsprognose 2030 verfasst hat. Ähnliche Studien gibt es zuhauf. Und doch kommt der Wissenschaftler im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung zu einer neuen Erkenntnis: Der demographische Wandel nimmt kaum eine Region aus. Auch Oberbayern verändert sich enorm.

Zunächst ein Blick auf die Bundeszahlen. Lebten 2010 noch 81,2 Millionen Menschen in Deutschland, werden es 2030 noch 79,2 Millionen sein. Das Durchschnittsalter steigt von 43 auf über 47. Am stärksten wächst die Gruppe der über 80-Jährigen (plus 60 Prozent). Der Rückgang der Bevölkerungszahl ist nach Ansicht der Experten zwar moderat – doch die regionalen Unterschiede seien immens. Die wirtschaftsstarken Metropolen wachsen und wachsen – in der Kategorie erwartet München mit 10 Prozent das größte Plus.

Viele oberbayerische Kommunen liegen mit ihren Zuwächsen bis 2030 deutlich über der Landeshauptstadt: Der Kreis München belegt mit einem Plus von 20,43 Prozent bundesweit den Spitzenplatz. In den anderen Landkreisen sieht es ähnlich aus: Ebersberg (+18,09), Erding (+17,66), Dachau (+16,68), Landsberg (+15,59), Starnberg (+15,56), Freising (+15,07), Fürstenfeldbruck (+14,41), Miesbach (11,6), Pfaffenhofen (+11,24), Bad Tölz-Wolfratshausen (+11,03) und Rosenheim (+10,06). In den restlichen Landkreisen Oberbayerns liegt das Wachstum bei unter zehn Prozent. Nur Altötting erwartet ein Minus von 0,65.

Die Auswirkungen auf den Immobilienmarkt im Münchner Speckgürtel sind immens, sagt Matthias Waltersbacher, der an der Studie mitgearbeitet hat. Während die Landeshauptstadt laut Prognose etwa 2026 bei 1,416 Millionen Bürgern aufhört zu wachsen, geht es im Umland weiter. Wichtig sei zudem, dass die Haushalte kleiner werden – weil es mehr Singles und mehr Alte geben wird. Dadurch steigt die Zahl der Haushalte und der Bedarf an Wohnungen zusätzlich.

Carina Lechner

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