Radeln mit Kamera-Attrappe: Tourismus-Chefin Bianca Keybach (übrigens mit Google-Stickerei auf der Dirndlschürze) gestern in Oberstaufen .

Oberstaufen: Das erste Google-Street-View-Dorf

Oberstaufen - Oberstaufen ist die erste Gemeinde, in der Google den neuen Dienst Street View eingeführt hat. Der kleine Ort im Allgäu hat sich regelrecht darum gerissen– und dem Weltkonzern kam’s gerade recht.

Die Romanze begann süß. Mit einer Torte. Als im Sommer ganz Deutschland auf Google und den neuen Dienst Street View schimpfte, lief in Oberstaufen der Backofen heiß: Bianca Keybach, Tourismusdirektorin, ließ eine Torte backen. 300 Gramm Mehl, 200 Gramm Butter, 100 Gramm Zucker, zwei Kilo Quark und etwas Schokolade. Darauf, in bunten Buchstaben aus Zuckerguss: „Street View. Willkommen in Oberstaufen.“ Weil man Google nämlich gut findet in dem 7200-Einwohner-Ort. Gestern gab’s wieder Torte im Allgäu. Nur etwas größer. Und das kam so.

Die Google-„Hochzeits-Torte“ mit Spielzeug-Figuren und kleinen Häusern.

Tourismus-Chefin Keybach, 31, stellte das Torten-Foto im August ins Internet und ließ ein Bewerbungsvideo drehen. Darin wird Google eingeladen, mit dem Kamera-Auto durch Oberstaufen zu fahren und die Bilder in Street View online verfügbar zu machen. Kost und Logis sponserte ein Hotelier aus dem Ort. Eigentlich hatte der Konzern für Deutschland geplant, vorerst nur Street-View-Ansichten von großen Städten ins Netz zu stellen. Doch der im Wortsinn süßen Einladung konnte auch der Weltkonzern nicht widerstehen – wo doch an allen Fronten gegen zeternde Datenschützer gekämpft werden musste. Die Projekt-Verantwortlichen entschieden: Oberstaufen wird der erste Ort, durch den man per Street View virtuell spazieren kann. Gestern Vormittag war der offizielle Startschuss. Ein Festzelt wurde aufgestellt, 200 Bürger kamen, Tourismus-Chefin Keybach radelte auf einem Google-Fahrrad mit Kamera-Attrappe durch den Ort, an Alphornbläsern vorbei – und hinterher schnitt sie mit einem Google-Vertreter und Bürgermeister Walter Grath die neue Torte an. Die war mit 1,20 Metern Durchmesser etwas größer als die erste – und soll ein Symbol für die „Hochzeit“ von Oberstaufen und Google sein.

So funktioniert Google Street View

So funktioniert Google Street View

Die Google-Vertreter kamen gestern in Tracht nach Oberstaufen, sie machten das Spektakel sicher gerne mit. Bessere Werbung gibt es auch für einen Weltkonzern nicht. Schon gar nicht kostenlos.

von Carina Lechner

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