Ökumenischer Kirchentag greift das Thema Missbrauch auf

München - Die Missbrauchsfälle vor allem an katholischen Schulen werden auch den 2. Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) in München beschäftigen.

Das haben die beiden ÖKT-Präsidenten Alois Glück und Eckard Nagel am Mittwoch in München bei der Vorstellung des Kirchentagsprogramms angekündigt. Zu dem Missbrauchsskandal sind zwei Podiumsveranstaltungen vorgesehen. Eine soll stark die Aufarbeitung durch die katholische Kirche im Blick haben, die andere soll den Rahmen weiter stecken und auch Aspekte wie Missbrauch in der Familie behandeln. Zu dem Kirchentag unter dem Motto “Damit Ihr Hoffnung habt“ werden vom 12. bis 16. Mai mindestens 100 000 Gläubige erwartet.

Glück und Nagel präsentierten die ersten druckfrischen Exemplare des 720 Seiten dicken Programmheftes. Insgesamt sind fast 3000 Veranstaltungen vorgesehen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird zu einer Podiumsdiskussion zum Thema “Werte für die Gemeinschaft. Hoffnung in Zeiten der Verunsicherung“ erwartet.

Der Kirchentag sei eine besondere “Chance für alle, die auf der Suche sind nach Orientierung für ihre persönliche Lebensgestaltung und für die drängenden Aufgaben unserer Zeit“, sagte Glück. Das Jahr 2010 werde zunehmend von nationalen und internationalen Veränderungen geprägt. “Immer mehr Menschen wird bewusst: “Weiter so“ funktioniert nicht mehr“, betonte der katholische ÖKT-Präsident Glück. “Unsere Art zu leben und zu wirtschaften auf Kosten der Nachkommen und der Schöpfung, hat keine Zukunft mehr.“

Der evangelische ÖKT-Präsident Nagel nannte den Kirchentag ein “ganz besonderes Ereignis“, das die Christen nicht verpassen sollten. Denn es gebe so viele Dinge im gegenwärtigen Leben, “mit denen wir uns nicht zufriedengeben können, bei denen uns der christliche Glaube zum Handeln auffordert“. Zu den ÖKT-Themenschwerpunkten gehören der Klimawandel, die Wirtschaftskrise und Fragen eines gerechten Friedens sowie einer gerechten Gesellschaftsordnung. Der 1. Ökumenische Kirchentag hatte 2003 in Berlin stattgefunden.

dpa

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