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9-Euro-Ticket kommt in Bayern: MVV-Chef nennt erste Details - „ein echtes Knallerangebot“

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Von: Katharina Haase

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Symbolbild zum Entlastungspaket 2022: Eine Montage des geplanten 9-Euro-Ticket für den ÖPNV, im HIntergrund die U-Bahn München.
Das Entlastungspaket 2022 sieht auch ein 9-Euro-Ticket vor (Montage/Symbolbild). © Wolfgang Maria Weber/Imago

Das 9-Euro-Ticket für den ÖPNV soll kommen - auch in Bayern. MVV-Chef Bernd Rosenbusch hat sich nun zu den Details geäußert - und zu möglichen Hürden.

München - Der ÖPNV muss attraktiver werden. Was seit Jahren schon aufgrund der drohenden Klimakrise - auch verschärft durch Autoabgase - diskutiert wird, hat nun durch die steigenden Spritpreise während des Ukraine-Kriegs an neuer Bedeutung gewonnen.

Nun soll es - beginnend ab 1. Juni 2022 - für drei Monate ein sogenanntes 9-Euro-Ticket im Nahverkehr geben. Das hat die Ampel-Regierung unter Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) so beschlossen. Wie genau die Regel umgesetzt wird, bleibt jedoch den Ländern überlassen.

9-Euro-Ticket in Bayern: Wann gilt es und wo kann man es kaufen?

Fest steht, der Aktionszeitraum wird vorerst von 1. Juni bis 31. August 2022 andauern. Somit können, zu einem Gesamtpreis von 27 Euro für alle drei Monate, alle Verkehrsmittel im Nah- und Regionalverkehr genutzt werden. Die Umprogrammierung der Fahrkartenautomaten ist bereits im vollen Gange, heißt es von Seiten der MVV. Das Ticket wird jedoch auch am Schalter oder direkt in der App auf dem Handy verfügbar sein.

MVV-Chef Bernd Rosenbusch.
MVV-Chef Bernd Rosenbusch. ©  Markus Götzfried

Das Besondere an dem Ticket ist die deutschlandweite Gültigkeit. Das heißt, wer in München ein 9-Euro-Ticket bei der MVV kauft, fährt damit in allen Regional- und Privatbahnen sowie im ÖPNV anderer Verkehrsverbände ebenfalls ohne Zusatzkosten. Lediglich ausgenommen aus dem Ticket ist der Fernverkehr (ICE, IC und EC).

Damit auch Personen von dem Angebot profitieren, die bereits ein Abo bei einer Verkehrsgesellschaft abgeschlossen haben, würden die entsprechenden Beträge für die drei Aktions-Monate jeweils auf 9 Euro reduziert werden. Das Abo zu kündigen, sei nicht nötig, so die MVV.

Bayern: 9-Euro-Ticket überall gültig - Nur Fernverkehr ausgenommen

Bernd Rosenbusch, Chef des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds, ist völlig begeistert von dem „Knallerangebot“, wie er es nennt. Für ihn sei das 9-Euro-Ticket „eine Riesenchance zu zeigen, dass wir attraktiv sind“, sagte Rosenbusch im Gespräch mit dem BR. Das Angebot sei „unglaublich preisgünstig“.

Die einzige Sorge an der Aktion bleibt wohl die mögliche Überlastung des ÖPNV. Denn obwohl zu erwarten ist, dass deutlich mehr Personen als sonst die Angebote im Nahverkehr nutzen werden, können in einem so kurzen Zeitraum nicht mehr Busse und Bahnen zur Verfügung gestellt werden. Die Folge könnten überfüllte Waggons und dichtes Gedränge sein. In Zeiten, wo auch in Bayern noch eine Corona-Inzidenz von über 800 herrscht, nicht gerade ideal. Auf der Homepage des MVV wird bereits vor der möglichen Überbelastung gewarnt.

Kommt das 9-Euro-Ticket wirklich? Sorgen um Finanzierung im Bundesrat

Doch wie sicher ist eigentlich das Angebot des 9-Euro-Tickets? Kann die Umsetzung noch gestoppt werden? MVV-Chef Rosenbusch ist sich ziemlich sicher: Nein. „Das Angebot ist einfach zu gut. Da tagt praktisch jeden Tag eine Arbeitsgruppe. Ich bin sicher, dass da ein Kompromiss gefunden werden kann.“

Tatsächlich sind allerdings noch nicht alle Finanzierungsfragen geklärt. Zwar sollen Bundestag und Bundesrat der nötigen Gesetzesänderung in ihren Sitzungen am 19. und 20. Mai zustimmen, doch es herrscht noch einige Unstimmigkeit zwischen Bund und Ländern. Bei dem Streit um höhere Finanzmittel könnte der Bundesrat das Gesetz noch blockieren.

Deshalb, so Rosenbusch, sei es nun wichtig, die Sprit- und Energiepreise für Busse und Bahnen günstig zu halten - und zwar günstiger als für Autos. Nur dann sei eine klare Attraktivität des Angebots gewährleistet. Zudem sollte die Politik auch gleich über die Zeit nach der 9-Euro-Aktion beraten.

9-Euro-Ticket in Bayern: Auf dem Land bleibt das Auto wichtiger

Zeitgleich mit dem 9-Euro-Ticket ist in den Sommermonaten auch die Ermäßigung der Spritpreise durch einen Tankrabatt geplant. Details hierzu gibt es noch deutlich weniger. Das Auto wird aber vor allem in ländlichen Gebieten seine Wichtigkeit behalten. Zwar wird das 9-Euro-Ticket deutschlandweit gültig sein - in vielen Dörfern ist die ÖPNV-Anbindung jedoch nach wie vor schlecht. kah

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