Beschluss in der Corona-Krise

Wiesn-Absage offiziell: Nach offizieller Verkündung - Schausteller wehren sich gegen pauschale Absagen

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  • Katharina Haase
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  • Marion Neumann
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Auch 2021 kann das Oktoberfest nicht stattfinden. Die Hintergründe zum Wiesn-Aus erklärten Markus Söder und Dieter Reiter. Der Ticker.

  • Die Corona-Krise in Bayern sorgt weiterhin für zahlreiche Einschränkungen.
  • Nun ist auch die Entscheidung zur Wiesn 2021 - ebenso wie zu weiteren großen Volksfesten - gefallen.
  • Markus Söder und OB Dieter Reiter gaben in einem Live-Statement die Absage des Oktoberfests bekannt (siehe Live-Ticker ab 15.15 Uhr).

Update vom 3. Mai, 19.02 Uhr: Nach der coronabedingten Absage des Oktoberfests 2021 gibt es ersten Protest aus der Riege der Schausteller, die mahnen, nicht alle Volksfeste in Deutschland gleich einheitlich abzusagen, nur weil die Wiesn auch heuer nicht stattfinden kann. Zwar sei die Wiesn weltweit das Aushängeschild und Flaggschiff der deutschen Volksfeste, jedoch sei das Oktoberfest eben auch „ein Fest der Superlative“, wie der Deutschen Schaustellerbundes (DSB) am Montag in einem Statement feststellte.

Aus für die Wiesn 2021: Schausteller-Verbund wehrt sich gegen pauschale Absagen

Somit sei die Wiesn nicht gleich repräsentativ für die rund 9750 anderen deutschen Volksfeste und Kirmessen, die in diesem Jahr noch stattfinden sollten. Während auf der Wiesn täglich bis zu 400.000 Gäste aus aller Welt begrüßt würden, richteten sich die kleineren familienorientierte deutsche Volksfeste an die Einheimischen und die Gäste aus dem nahen Umland, was nach Ansicht des DSB von den Veranstaltern berücksichtigt werden müsse. „Die Absage des Oktoberfestes darf kein Indikator dafür sein, um andere Volksfeste in Deutschland voreilig abzusagen“, sagte DSB-Präsident Albert Ritter.

Indess haben sich jetzt auch die Verantwortlichen der Wasern 2021 in Stuttgart zu Wort gemeldet.

Wegen Corona auch dieses Jahr kein Oktoberfest - Schausteller pochen auf kleine Volksfeste

Vielmehr sollte man stets bis zum spätestmöglichen Zeitpunkt warten, ehe man eine solche Entscheidung treffe. Jede Absage trifft die von Corona ohnehin schwer gebeutelte Schaustellerbranche hart. Allerdings hatten bereits mehrere große Volksfeste in Bayern auch für dieses Jahr ihre Absage bekannt gegeben, darunter das Gäubodenfest in Straubing sowie das Dachauer Volksfest, das sonst jährlich auf der dortigen Ludwig-Thoma-Wiese stattfindet. Der Cannstatter Wasen, der alljährlich zeitgleich mit dem Oktoberfest in Stuttgart stattfindet, wurde bislang jedoch noch nicht offiziell abgesagt.

Update vom 3. Mai, 17:49 Uhr: Der Wiesn-Chef und Münchner Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) wertet die Absage des Oktoberfestes als richtigen Schritt. „Die Entscheidung des Oberbürgermeisters und des Ministerpräsidenten ist völlig richtig - nicht nur aus Rücksicht auf die Gesundheit der Besucher, sondern auch aus Rücksicht auf den guten Ruf des Münchner Oktoberfestes als qualitätsvolles, sicheres Fest. Deshalb unterstütze ich sie ausdrücklich“, sagte Baumgärtner am Montag.

Er setze nun auf das Oktoberfest 2022 - und rechne dann mit großem Zulauf. „Ich bin ganz sicher, dass es sehr, sehr gut besucht sein wird, weil die Menschen hungrig und durstig sind nach der Wiesn“, sagte der Wiesn-Chef. Ministerpräsident Markus Söder wollte kein so klares „Go“ zu einem Oktoberfest 2022 geben. Darauf angesprochen erklärte er: „Dass die Wiesn stattfindet, ist wahrscheinlicher, als dass der Bierpreis sinkt.“ Da der Bierpreis auf der Wiesn bislang noch nie gesunken ist, kann man davon ausgehen, dass Söder aufgrund der aktuellen pandemischen Lage eher keine womöglich falschen Versprechungen abgeben wollte.

Update vom 3. Mai, 15.55 Uhr: Nun ist es offiziell: Die Wiesn findet im Jahr 2021 erneut nicht statt. Zu groß sei das Corona-Risiko, gaben Markus Söder und Dieter Reiter auf einer Pressekonferenz (siehe Live-Ticker ab 15.15 Uhr) bekannt. Auch für andere große Volksfeste in Bayern gaben die Politiker eine eindeutige Empfehlung ab - eine Absage sei die richtige Entscheidung. Feste wie das Gäubodenvolksfest in Straubing seien bereits abgesagt worden.

Wiesn-Absage offiziell: Söder und Reiter erläutern die Hintergründe - auch weitere Feste betroffen

15.40 Uhr: Die Pressekonferenz zur Wiesn 2021 ist nun beendet.

15.33 Uhr: „Bei allen berechtigten Interessen - der Gesundheitsschutz geht einfach vor“, äußert sich Reiter noch einmal auf Nachfragen zur Absage. „Ein Volksfest ist ein Volksfest - und da soll jeder hingehen können“, antwortet der Münchner Oberbürgermeister anschließend auf eine Frage zu einer möglichen Wiesn nur für Geimpfte. Das sei „nicht vorstellbar“. Für nächstes Jahr dagegen gebe es „eine gewisse Wahrscheinlichkeit“ für eine Wiesn. Das „alte Wiesn-Feeling“ werde dann wieder zurückkommen. „Dass die Wiesn stattfindet, ist wahrscheinlicher, als dass der Bierpreis sinkt“, so der bayerische Ministerpräsident noch. „Corona ändert vieles - aber nicht alles“, schließt Söder.

15.28 Uhr: Thema ist nun noch das geplante „Oktoberfest“ in Dubai. Dies könne kein Ersatz sein, so Reiter. „Ich glaube nicht, dass das erfolgreich sein wird“, ergänzt Söder.

15.25 Uhr: Das offizielle Statement ist nun beendet. Nun folgen Fragen der Journalisten. Gäbe es für Geimpfte Möglichkeiten für Volksfeste, lautet eine der Fragen. „Es gilt das Infektionsschutzgesetz. Bei einem Volksfest ist das schwer vorstellbar“, so Söder. „Das Oktoberfest wird wieder stattfinden und es wird großartig werden“, gibt der Ministerpräsident einen Ausblick für die Zukunft.

15.22 Uhr: „Es macht aktuell einfach keinen Sinn“, so Reiter. Die Auflagen wären zu streng. „So a bisserl Wiesn geht ned“, ergänzt er. Das würden auch die Wiesn-Wirte so sehen. Ob es so etwas wie die „Wirthaus-Wiesn“ wieder geben werde, „müsse man sich anschauen“. Dass zumindest Teile der Außengastronomie öffnen und Veranstaltungen in kleinem Rahmen wieder stattfinden könnten, sei aber machbar.

Bayern: Wiesn-Entscheidung gefallen - Söder und Reiter JETZT live

15.20 Uhr: Nun spricht OB Dieter Reiter. Er habe Markus Söder vergangene Woche um ein Gespräch gebeten, erklärt er. Für die Akzeptanz in der Bevölkerung seien einheitliche Entscheidungen wichtig, so Reiter weiter. Die Kommunalpolitiker müssten die Gesundheit der Bevölkerung höher gewichten. „Deshalb wird es auch dieses Jahr in München kein Oktoberfest geben.“ Die Entscheidung müsste jetzt getroffen werden. „Ich bitte um Verständnis - auch für mich ist das keine leichte Entscheidung“, sagt er. Für die Millionen an Fans der Wiesn sei das extrem schade. Auch aufgrund der existenziellen Auswirkungen von Schaustellern bis hin zu den Wiesn-Wirten. „Sie alle trifft es. Auch die Stadt München trifft es“, so Reiter.

15.15 Uhr: Das Live-Statement beginnt. Zuerst ergreift Markus Söder das Wort. „Wir empfehlen, diese großen Feste dieses Jahr nicht stattfinden zu lassen“, äußert er sich direkt zu den Volksfesten in Bayern. Bekannte Feste wie das Gäubodenvolksfest in Straubing seien bereits abgesagt worden. Das Oktoberfest in München sei „das globalste Fest überhaupt“. Diese Marke könnte beschädigt werden, wenn es unter zahlreichen Auflagen stattfinden hätte müssen. „Das ist einfach nicht umsetzbar“, so Söder. Dennoch sei es möglich „kreative Lösungen“ - beispielsweise „Sommer in der Stadt“ in München - anzubieten.

Update vom 3. Mai, 15.02 Uhr: Auch die Deutsche Presse-Agentur vermeldet nun: Das Oktoberfest findet wegen der Corona-Pandemie auch in diesem Jahr nicht statt. Gleich werden Ministerpräsident Markus Söder und Münchens OB Dieter Reiter ihr Statement abgeben - hier im Live-Stream und Ticker.

Update vom 3. Mai, 14.49 Uhr: Nun ist es wohl schon vor dem Söder-Statement offiziell: Die Wiesn 2021 ist abgesagt. Münchens Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (CSU) äußerte sich dazu gegenüber Bild. „Ich trage die Entscheidung mit. Ein Oktoberfest unter Pandemie-Voraussetzungen wäre weder verantwortbar noch durchführbar. Natürlich tut das weh, aber ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir nächstes Jahr in München wieder eine große Wiesn feiern werden“, wird er dort zitiert.

Corona in Bayern: Söder tritt mit OB Reiter vor die Presse - Wiesn-Aus fix?

Update vom 3. Mai, 14.25 Uhr: Ein aufregender Tag im Freistaat: Auf einer Pressekonferenz verkündete Ministerpräsident Markus Söder den weiteren Corona-Plan für Bayern. In weniger als einer Stunde plant er nun erneut vor die Kameras zu treten - gemeinsam mit Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter. Merkur-Informationen zufolge sollen die Politiker das Aus für das Oktoberfest verkünden. Das Statement zur Wiesn verfolgen Sie ab 15.15 Uhr hier im Live-Stream und Live-Ticker.

Merkur exklusiv: Wiesn-Entscheidung wohl gefallen - Söder und Reiter treten vor die Presse

Erstmeldung vom 3. Mai, 12.30 Uhr: München - Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) wollen am heutigen Montag (15.15 Uhr) über das diesjährige Oktoberfest und die Volksfest-Saison in Bayern informieren. Es gehe um einen „Ausblick“ auf die Saison, teilte die Staatskanzlei am Mittag mit.

Beide Politiker hatten sich zuletzt skeptisch darüber geäußert, ob das Oktoberfest 2021 angesichts der Corona-Lage stattfinden kann. Das Oktoberfest sei nicht nur ein bayerisches Fest, sondern ein globales Event, sagte Söder kürzlich. 2020 war das größte Volksfest der Welt wegen der Pandemie abgesagt worden.

Merkur exklusiv: Wiesn-Entscheidung gefallen - Söder und Reiter treten vor die Presse

Wie Christian Deutschländer, Redakteur des Münchner Merkur, twittert, dürfte Markus Söder die Wiesn - und auch andere Volksfeste im Jahr 2021 - am Montag absagen. Reiter und Söder haben schon darüber beraten. Sie sind sich einig, dass wegen des enormen Organisations-Vorlaufs jetzt keine seriöse Entscheidung möglich ist. Das gilt auch für viele weitere Volksfeste in Bayern. Intern heißt es: wir können nicht in einer Lage, in der die Intensivstationen am Limit sind, das größte Volksfest der Welt ansetzen - auch wenn sich viele Menschen nach Monaten des Verzichts sehr danach sehnen.

Die Wiesn 2021 ist vom 18. September bis zum 3. Oktober geplant. Rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt kommen alljährlich zur Wiesn nach München.

Das Münchner Oktoberfest könnte 2021 in Dubai stattfinden. Die Münchner Wiesn-Wirte sind darüber nicht begeistert, doch die Pläne sorgen auch für Schmunzeln.

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Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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