Online ins Rathaus: Ausweis erspart Behördengang

Ingolstadt - Der neue Personalausweis macht's möglich: Wer eine Meldebestätigung für seinen Wohnsitz braucht, muss nicht mehr ins Rathaus oder Landratsamt gehen. Wie es auch anders funktioniert:

Wer eine Meldebestätigung für seinen Wohnsitz braucht oder ein Wunschkennzeichen fürs Auto mit den Initialen seines Namens haben will, muss nicht mehr ins Rathaus oder Landratsamt gehen. Er steckt seinen Ausweis daheim neben dem PC in ein Lesegerät, gibt eine PIN ein - und schon ist er mit der Behörde online verbunden und identifiziert.

In Ingolstadt startete am Dienstag das bayernweit erste “Bürgerservice-Portal“. Die oberbayerische Großstadt ist damit auch bundesweit eine der ersten Kommunen, die mit diesem System arbeitet. “Egal wo, egal wann - mit dem neuen Personalausweis können sich die Bürger jetzt sicher im Internet authentifizieren“, hieß es bei der Vorstellung des Projekts. “Dadurch wird eine lückenlose und transparente Online-Kommunikation zwischen den Ingolstädtern und ihrer Stadtverwaltung möglich.“

Rund 7000 Einwohner haben bereits den neuen Personalausweis, 60 Prozent von ihnen nutzen die Option der elektronischen Identifikation. Damit sind sie im “Bürgerservice-Portal“ rechtssicher legitimiert. Zwar bietet die Stadt Ingolstadt schon jetzt eine Reihe von Formularen an, die online ausgefüllt werden können. Bisher mussten diese aber vom Bürger noch ausgedruckt, unterschrieben und per Post oder persönlich ins Rathaus gebracht werden. Dieser im Fachjargon “Medienbruch“ genannte Schritt entfällt nun. Nach dem Ausfüllen am Computer werden die Daten online übertragen und im Rathaus weiter bearbeitet. “Damit sparen sich nicht nur die Bürger Aufwand und Zeit, auch die Prozesse im Rathaus werden schneller und effizienter“, hieß.

 Vorerst werden rund zehn Verwaltungsvorgänge zur papierlosen Online-Bearbeitung angeboten. “Dazu gehören beispielsweise das Beantragen der Feinstaubplakette und die Umzugsmeldung innerhalb der Stadt“, erläuterte Projektleiter Michael Diepold von der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB). Der von den Kommunen im Freistaat mitgetragene Verband hat das Projekt entwickelt. Nach und nach sollen die Angebote ausgebaut werden. So ist eine Online-Bezahlfunktion für Gebühren oder eine Online-Bereitstellung von Bescheinigungen und Bestätigungen geplant - bisher noch eine Sache per Post. “Von der Ticketreservierung über Schadensmeldungen bis hin zur Kindergartenanmeldung ist vieles denkbar“, sagte Diepold.

“Wir brauchen diesen Fortschritt als wichtigen Standortfaktor, er ist Auswahlkriterium für Unternehmen und Bürger“, sagte Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer (CSU) als IT-Beauftragter der Staatsregierung. “Wir brauchen dringend noch mehr Online-Dienste, die die Möglichkeit der sicheren Identifizierung mit dem neuen Personalausweis nutzen“, verlangte Pschierer laut Mitteilung.

lby

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mann stellt sich vier Jahre nach Gewaltverbrechen
Vor vier Jahren fand die Polizei eine ermordete Frau. Der Täter konnte nicht ermittelt werden. Nun hat ein Mann das Verbrechen überraschend gestanden.
Mann stellt sich vier Jahre nach Gewaltverbrechen
Mann greift Einsatzkräfte an und randaliert im Rettungswagen
Ein 27-Jähriger ist auf Sanitäter losgegangen, die ihm helfen wollten. Im Rettungswagen randalierte der Mann und beschädigte einiges.
Mann greift Einsatzkräfte an und randaliert im Rettungswagen
Modellbahn, Briefmarke & Co: Deutsche Hobbys in der Alterskrise
Wo früher die neue Märklin durchs Zimmer fuhr, stehen heute Computer und Spielekonsolen. Die einst typisch deutschen Hobbys wie Modellbahn und Briefmarkensammeln stecken …
Modellbahn, Briefmarke & Co: Deutsche Hobbys in der Alterskrise
Knapp den Jackpot verpasst: Darum kann sich ein Bayer trotzdem freuen
Knapp daneben lag ein Lottospieler aus Bayern beim Eurojackpot. Den Gewinn von 90 Millionen Euro hat er zwar verpasst, trotzdem kann er sich freuen.
Knapp den Jackpot verpasst: Darum kann sich ein Bayer trotzdem freuen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.