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Geschmuggeltes Rohopium

Gerichtsprozess

Opium-Schmuggel im großen Stil

Memmingen - Drogenhandel im großen Stil: Mehrere hundert Kilo Roh-Opium soll eine Bande aus Hamburg bei Kurierfahrten aus dem Iran nach Deutschland geschmuggelt haben.

Wegen Beihilfe zum Handel mit dem Rauschmittel verurteilte das Landgericht Memmingen am Mittwoch zwei Männer und eine Frau zu Bewährungsstrafen. Die drei Hamburger im Alter von 30 bis 39 Jahren hatten nach Auffassung des Gerichts vor, aus dem Iran geschmuggeltes Opium von Süddeutschland nach Hamburg zu bringen. „Die Angeklagten haben die Tat eines anderen gefördert. Sie gehören aber nicht zu der Tätergruppierung, der die Staatsanwaltschaft vorwirft, große Mengen an Betäubungsmittel eingeführt zu haben“, sagte die Vorsitzende Richterin. Sie erhielten Strafen von jeweils etwa zwei Jahren.

Das Verfahren gegen die drei Hauptangeklagten wurde abgetrennt und soll am Montag (15. Oktober) fortgesetzt werden. Die Bande soll knapp eine Tonne des Betäubungsmittels nach Deutschland geschmuggelt haben.

Im November 2011 hatten Zollfahnder bei einer Kontrolle auf der Autobahn 8 nahe Burgau (Landkreis Günzburg) in einem im Iran gemeldeten Auto rund 81 Kilo Roh-Opium gefunden. Eine vom Zoll eingeschaltete Vertrauensperson nahm daraufhin Kontakt zur Ehefrau des Kuriers auf, um an die Hintermänner zu gelangen. Der Anrufer gab sich als Mitarbeiter eines Abschleppunternehmens aus und erzählte der Frau, ihr Mann habe einen schweren Unfall gehabt, liege im Krankenhaus und sei nicht ansprechbar. In dem Gespräch erwähnte er zudem den Fund der Drogen in dem Kurierfahrzeug.

Die Ehefrau sowie zwei Freunde ihres Mannes beschlossen laut Urteil daraufhin, nach Süddeutschland zu fahren und das Roh-Opium nach Hamburg zu bringen. Bei ihrem Treffen mit der Vertrauensperson wurden sie verhaftet.

Der Zufallsfund in Burgau und anschließende Ermittlungen brachten die Fahnder auf die Spur bundesweit aktiver Rauschgifthändler. Zu der Bande, die in wechselnder Besetzung insgesamt mehr als 900 Kilo Roh-Opium nach Deutschland geschmuggelt und hier gewinnbringend weiterverkauft haben soll, gehören nach Auffassung der Staatsanwaltschaft sechs Männer. Drei von ihnen werden noch mit Haftbefehlen gesucht.

dpa

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