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Besteht Gesundheitsgefahr?

Opposition deckt auf: 630 Tonnen Kerosin über Bayern abgelassen

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Immer wieder müssen Flugzeuge über Bayern Treibstoff ablassen, um in kritischen Situationen ihr Gewicht zu verringern. Die SPD kritisiert, dass es kaum Daten zu solchen Vorfällen und den möglichen Risiken gibt.

München – Die SPD hat fehlende Informationen zum sogenannten Kerosinablass von Flugzeugen beklagt. Von 2012 bis 2016 haben Flugzeuge über dem Freistaat insgesamt mehr als 630 Tonnen Kraftstoff abgelassen. Das geht aus einer Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage von SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher hervor. Das Notverfahren des „Treibstoffschnellablasses“ soll Flugzeugen eine sichere Landung mit nicht zu viel Gewicht ermöglichen – etwa bei einer Notlandung kurz nach dem Start.

Seit 2012 wurden in Bayern 28 solche Fälle gemeldet. Das Bundesumweltamt listet die Flugstrecken auf, auf denen Kerosin abgelassen wurde. Demnach war die Region Würzburg in den vergangenen Jahren mehrfach betroffen. Aber auch auf der Strecke zwischen Kempten und Garmisch-Partenkirchen wurden im Dezember 2015 beispielsweise 67 Tonnen Kerosin abgelassen. Im April des vergangenen Jahres zudem eine unbekannte Menge auf der Strecke vom oberschwäbischen Laupheim nach München.

Genauere Daten zu den einzelnen Vorfällen seien nicht bekannt. Rinderspacher fordert daher ein „transparentes Informationsmanagement des zivilen und militärischen Luftverkehrs und ein Messnetz, das funktioniert“. Alleine 2015 und 2016 seien über dem Freistaat rund 400 Tonnen Kerosin abgelassen worden. „Über keinem anderen Bundesland wurde in den vergangenen beiden Jahren mehr Flugzeug-Kraftstoff abgelassen als über Bayern.“ Eine Studie über die gesundheitlichen Risiken sei daher überfällig: Es gebe bei dem Thema keine validen Daten über die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.

Das bayerische Verkehrsministerium schreibt, ihm seien „keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen“ für die Bevölkerung durch das Ablassen von Kerosin aus Flugzeugen bekannt. Ebenso lägen „keine Kenntnisse zu eventuellen Auswirkungen von abgelassenem Kerosin auf die Tier- und Pflanzenwelt sowie auf Oberflächengewässer und Grundwasser vor“. Im Mai hätten die Umweltminister der Länder den Bund um eine aktuelle Bewertung über Umfang und Auswirkungen von Treibstoffablässen gebeten. Diese stehe noch aus.

Der Kraftstoff soll nach den Regularien der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO über möglichst dünn besiedeltem Gebiet und in einer Mindesthöhe von 1800 Metern abgelassen werden.

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