Höhepunkt des Sturms kommt noch

Orkan: Skigebiete bleiben geschlossen

München - Der Orkan hat Bayern erreicht. Skilifte mussten schließen, Bäume stürzten auf Gleise. Der Höhepunkt des Sturms steht aber wohl noch bevor.

Update vom 10. Januar: Wegen des Sturms bleiben die Skigebiete Zugspitze und Garmisch-Classic am Samstag geschlossen. Der Betrieb von Bergbahnen und Skiliften sei zu gefährlich, teilte eine Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn mit. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes erreichten die Böen auf der Zugspitze in der Nacht zum Samstag in der Spitze fast 160 km/h - schon bei 120 km/h sprechen Meteorologen von Orkanböen.

Die Züge zwischen den Zugspitzbahnhöfen Garmisch und Eibsee fahren trotz des Sturms weiter. Welche Lifte am Sonntag wieder Wintersportler auf die Zugspitze bringen, entscheidet sich nach Angaben der Sprecherin erst am Sonntag früh.

Sturm legt Skibetrieb und Bahnverkehr lahm

Ein Orkan hat in Bayern den Bahnverkehr beeinträchtigt und vielerorts den Skibetrieb lahmgelegt. Wegen des starken Windes stürzten am Freitag mehrere Bäume auf Gleise und Oberleitungen, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte. Am Nachmittag waren deshalb drei Stecken im Freistaat gesperrt. Betroffen waren Abschnitte bei Oberammergau, Ruhpolding und südlich von München. Auf vielen Strecken vor allem im Norden und Nordosten Bayerns fuhren Züge mit reduzierter Geschwindigkeit.

An der Zugspitze schlossen die Lifte um 14.00 Uhr, sagte die Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn, Verena Lothes, am Freitag. „Ein sicherer Skibetrieb kann nicht mehr gewährleistet werden.“ Die Eibseeseilbahn war bereits von 10.30 Uhr an außer Betrieb. „Die Zahnradbahn und die Gletscherbahn fahren aber bis auf Weiteres regulär“, sagte Lothes.

Auch in anderen Skigebieten schossen Lifte. Im Spitzinggebiet mussten die Skifahrer auf wenige Lifte ausweichen. Am Stümpfling wurde wegen der vorhergesagten Sturmböen der Nachtskilauf abgesagt. Auch im Garmischer Classic-Skigebiet an Alpspitze, Kreuzeck und Hausberg wurden im Laufe des Freitags die Lifte abgeschaltet.

Aus den Landkreisen Fürstenfeldbruck und Erding vermeldet die Polizei rund 30 umgeknickte Bäume und mehrere umgewehte Verkehrszeichen.

Am Wochenende bleibt es stürmisch. Für weite Teile Süd- und Ostbayerns wurden Unwetterwarnungen ausgerufen. Die höchste Warnstufe galt für den Alpenrand und den Bayerischen Wald. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagte Orkanböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern in der Stunde in den Hochlagen des Bayerischen Waldes ab Freitagnachmittag voraus sowie schwere Sturmböen in Schwaben und Oberbayern.

Tauwetter lässt zudem die Pegel der Flüsse steigen. Das Bayerische Landesamt für Umwelt ging am Freitag davon aus, dass sich „die Hochwasserlage am Wochenende deutlich verschärfen“ wird. Das gelte vor allem für den Bayerischen Wald.

Begleitet wird der Sturm von beinahe frühlingshaften Temperaturen. Das Thermometer könne am Samstag bis auf 15 Grad steigen, erklärte der DWD. Erst oberhalb von 3000 Metern fällt Schnee. Schon zum Wochenbeginn wird es aber wieder kälter. Auch im Flachland sind dann Schneeregen und Schneeschauer möglich.

Oberlandbahn kündigt Verspätungen bis Samstag an

Der Sturm bremst den Zugverkehr zwischen Rosenheim und Holzkirchen. Wie die Bayerische Oberlandbahn am Freitagabend mitteilte, wird es voraussichtlich auch am Samstag noch zu Verzögerungen kommen. Weil die Züge bei Sturm höchstens 80 Stundenkilometer fahren dürften, könne der Fahrplan nicht eingehalten werden. Es könne auch kurzzeitige Streckensperrungen geben.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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