Orthopäde betrügt Kassen um Millionensumme

München - Ein selbstständiger Orthopädiemeister und drei mutmaßliche Komplizen sollen Krankenkassen um mehr als eine Million Euro betrogen haben. Jetzt stehen sie vor Gericht.

Vor dem Münchner Landgericht begann am Montag der Prozess gegen die drei 30- bis 42-jährigen Männer und eine 31 Jahre alte Frau. Sie müssen sich wegen bandenmäßigen Betrugs verantworten. Von 2006 bis 2008 sollen sie gesetzliche Krankenkassen um gut 1,1 Millionen Euro betrogen haben.

Zunächst ließ sich der 30-jährige Orthopäde mit Fachgeschäft im Landkreis Fürstenfeldbruck von Bekannten deren Krankenversichertenkarten geben und gab in sein Praxisprogramm Verordnungen über erfundene Leistungen ein. Ein befreundeter Arzt, der sich einem eigenen Prozess stellen muss, soll die notwendigen Unterschriften geleistet haben. Die Mitbeschuldigten beschafften laut Anklage später Versichertenkarten gegen Entgelt.

Die Abrechnung mit den Kassen erfolgte laut Anklage über drei Unternehmen, deren Mitarbeiter von dem Betrug nichts wussten. Der Orthopäde soll mindestens einmal im Monat Rezepte eingereicht haben. Darunter waren Hilfsmittel wie Einlagen und Bandagen. Da der Orthopäde bei einigen Kassen nicht zugelassen war, schaltete er hier ein Sanitätshaus ein. Dessen Geschäftsführer war eingeweiht, auch gegen ihn wird gesondert verhandelt.

dpa

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